Wenn der Radweg überquillt

Holger Dambeck schreibt im SPIEGEL ONLINE über die Probleme „echter“ Fahrradstädte: Hilfe, ich stehe im Fahrradstau!

Mehr Fahrräder sollen Metropolen lebenswerter machen – in manchen Städten Hollands und Dänemarks sorgt die Drahtesel-Flut aber schon für Frust. Und für Staus und Parkprobleme genau wie bei Autos.

Das Problem gibt’s, wie weiter unten beschrieben, natürlich auch jetzt schon in Deutschland: Die deutsche Radverkehrsinfrastruktur ist in der Regel für ein paar weniger Radfahrer auf dem sonntäglichen Weg zum Baggersee ausgelegt, aber genügt nicht einmal einem zweistelligen Radverkehrsanteil. Schade, dass die Platzprobleme des Fahrrades nicht andersherum betrachtet werden: Eine Gruppe von sechs, acht oder gar zehn Radfahrern benötigt schließlich sehr viel weniger Platz als im Auto sitzend.

12 Gedanken zu „Wenn der Radweg überquillt“

  1. Ein weiterer Grund, warum die hochgelobten Radwege in Kopenhagen tatsächlich großer Mist sind. Würde der Radverkehr auf der Fahrbahn geführt, würde das Problem gar nicht existieren.

  2. Mir fehlt die Logik in dem Artikel. Sind denn alle diese Menschen, die auf das Rad umgestiegen sind, vorher zu Fuß gegangen? Ich vermute nicht. Die meisten von ihnen haben wohl bislang das Auto benutzt. Wie also kann ein Platzproblem entstehen, wenn immer mehr Menschen auf ein Fahrzeug umsteigen, das nur einen Bruchteil der Fläche des Fahrzeugs benötigt, das sie vorher benutzt haben? Wäre das Platzproblem etwa kleiner, wenn alle das Auto benutzten? Nein, es wäre weitaus größer!

    Das einzige Problem ist und bleibt das Auto – und dessen immenser Platzbedarf! Es müssten nur einige der bisherigen Pkw-Stellflächen am Straßenrand zu Fahrradabstellplätzen umgewidmet werden. Wo ist das Problem? Wer meint, ein Fahrzeug mit 10 qm Grundfläche benutzen zu müssen, um von A nach B zu gelangen, sollte über Alternativen nachdenken.

    1. Schau Dir die Zahlen des Modal Splits in diversen Städten an. In Städten wie München oder Berlin ist der Anteil des Autoverkehrs in den letzten Jahren höchstens um 1-2% gesunken. In Amsterdam oder Kopenhagen sind es vielleicht 3-5%. Ein Grossteil der Radler kommt vom ÖPNV oder es waren Fussgänger.

      1. Zumindest in bawü nicht. Sowohl in Heidelberg als auch in Karlsruhe sind die ist der Autoverkehr genauso zurückgegangen wie der Radverkehr gestiegen ist. Meisten stieg auch der Fußverkehr an. Leider hat der ÖV in beiden Städten leicht verlohren, in Karlsruhe wohl vor allem wegen einer großen Baumaßnahme.

  3. In Münster kann man das ganz einfach an Regentagen vergleichen: Plötzlich gibt es überlange Rückstaus an jeder Ampel… Natürlich gibt es auch ehemalige Fussgänger, die nun Radfahrer sind und bei Regen mit dem Auto fahren, aber der größte Teil der Radfahrer würde sich ohne Rad mit dem Auto fortbewegen.

    1. …dazu kommt, dass in Münster an Regentagen auch der ÖPNV aus allen Nähten platzt. Der ist in MS gar nicht dazu geeignet, so viel Binnenverkehr aufzunehmen, sondern eher auf die Pendler ausgerichtet.

      1. Post Scriptum: Und die inkompetenten Schlitzer von der Verkehrsplanung Münster haben anscheinend noch nicht gepeilt, dass die Verkehrsströme so stark witterungsabhängig sind. An guten Sommertagen sind die Fahrbahnen oftmals gähnend leer, während im Seitenraum gelitten und gestorben wird, weil wirklich jeder mit dem Rad unterwegs ist…

        So, ich muss jetzt mal ganz tief die Luft anhalten, Blutdruck, Puls und so…

        1. Vielleicht haben aber auch nur die inkompetenten Schönwetterradler noch nicht gepeilt, dass das Fahrrad als Verkehrsmittel ganzjährig auch bei Regen, Wind und Schnee nutzbar ist? „Passende Kleidung“ lautet das Zauberwort.
          Wenn die Schönwetterfahrer sich im Winter ins Auto setzen, muss die Verkehrsplanung für dieses zusätzliche Aufkommen trotzdem Fahrspuren und Parkraum zu Verfügung stellen; der Nutzen der Saisonradler zur Verkehrsentlastung und zur Umverteilung des Verkehrsraums geht damit gegen Null. In Kopenhagen und Amsterdam gibt es auch „schlechtes“ Wetter (sogar deutlich mehr als bei uns), trotzdem wird das ganze Jahr Fahrrad gefahren. Ohne einen grundsätzlichen Mentalitätswandel wird sich da bei uns nichts bessern.

  4. Es gibt ja nicht nur „Schönwetterradfahrer“ sondern auch „Schönwetterautofahrer“. Die setzen sich z.B bei Glatteis oder viel Neuschnee in den ÖPNV.

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