Warum das Fahrradkennzeichen der Tod des Radverkehrs ist

Der Witz, dass man an der Art der Argumentation eines Menschen erkennen kann, ob und wie oft er sich aufs Fahrrad setzt, ist mittlerweile schon etwas abgedroschen, man darf aber davon ausgehen, dass Richard Herzinger, promovierter Literaturwissenschaftler und politischer Korrespondent, die Welt (in diesem Falle die reale Welt, nicht seine arbeitgebende Zeitung) eher durch die Windschutzscheibe wahrnimmt und quer durch das Glas eine ganze Menge an Informationen verloren geht.

Immerhin: er ist nicht für eine Helmpflicht für Radfahrer — das macht ihn schon einmal sympathisch. Die Sympathie verspielt er allerdings schon im nächsten Satz, wo er eine Kennzeichnungspflicht fordert und es damit immerhin in die Online-Ausgabe der Welt geschafft hat:

(…) Angesichts der Rücksichtslosigkeit, mit der zahllose Radfahrer nach Belieben und von staatlichen oder kommunalen Ordnungsinstanzen weitestgehend ungehindert über Bürgersteige und sämtlich andere Arten von Gehwegen fetzen oder schlingern, und insgesamt die Straßenverkehrordnung aggressiv missachten (wobei sie sich stets in einem höheren Recht der ökologischen und gesundheitspolitischen Korrektheit wähnen), würde eine obligatorische Behelmung allenfalls dazu führen, dass sich diese notorischen Zweiradrowdys nun auch noch zusätzlich gepanzert und damit in ihrem asozialen Desperadotum umso mehr bestärkt fühlen würden. (…)

Es ist ja überhaupt schon fraglich, ob man auf die Argumente einer solch geschwungenen Feder überhaupt eingehen sollte — aber man kann es ja mal versuchen, denn vermutlich ist ein Fahrradkennzeichen noch größerer Unsinn als die inzwischen weitesgehend entlarvte Helmpflicht.

Man kann sich zunächst an den üblichen Argumenten abarbeiten und mit dem Finger auf die anderen Verkehrsteilnehmer zeigen, die auch böse sind. Da wären zum Beispiel die Autofahrer, die trotz Kennzeichen auf der Autobahn drängeln und rechts überholen, sofern sie denn in der Lage sind, vernünftig und ohne Gefährdung auf die Autobahn aufzufahren. Wenn als zweiter Verkehrsteilnehmer ein Radfahrer auftaucht, wird mitunter die Vorfahrt genommen, beim Überholen kein ausreichender Abstand eingehalten oder der Radweg beparkt. Und der Klassiker schlechthin ist die Ampel, die gerade von grün auf gelb schaltet und bei beinahe jedem Autofahrer noch einmal den Gasfuß provoziert — alles trotz Kennzeichen. Und dann sind da die Fußgänger, die auf Radwegen herumlaufen, unachtsam auf den Radweg treten, eine Hundeleine quer über ebenjenen Radweg spannen oder ihre Mülltonnen dort abstellen. Aber es gibt auch leider die Radfahrer, die sich gefährdend verhalten — mehr dazu später.

Es ist nicht ganz klar, wie viele Fahrräder es in Deutschland gibt und wie viele davon fahrbereit sind und auch regelmäßig genutzt werden — das liegt natürlich auch daran, dass es eben kein Kennzeichen und keine entsprechende Datenbank gibt, die alle Räder erfasst. Und obwohl der typische Deutsche die meisten Wege mit dem Auto zurücklegt, stehen in der Bundesrepublik vermutlich etwa 70 bis 80 Millionen Fahrräder. Das ist eine ganze Menge, die sich im Behördendschungel nicht mal eben so mitverwalten lässt. So leicht die Forderung für Fahrradkennzeichen über die Lippen geht, umso schwerer dürfte die eigentliche Umsetzung sein, die zusätzlich noch mit unvorstellbaren Kosten begleitet wird — womöglich kommt man spätestens dann auf die Idee einer Fahrradsteuer.

Das muss nun kein Hindernis sein, denn andere Projekte, etwa die LKW-Maut, waren von ähnlicher Dimension und funktionieren nach einer längeren Erprobungsphase recht ordentlich. Nun ist nur noch fraglich, was denn passiert, wenn alle 70 bis 80 Millionen Fahrräder mit einem Kennzeichen versehen wurden?

Auf längere Zeit vermutlich nichts, außer dass die Anzahl der Radfahrer mehr oder weniger rapide abnimmt.

Den zurückgehenden Radverkehr feiern die Befürworter der Kennzeichen zwar als großen Erfolg, denn schließlich würden damit alle Problem- und Kampfradler aussortiert, aber vermutlich würden eher harmlose Alltagsradler auf das Rad verzichten. Wenn ein Radfahrer auf dem Gehweg fährt, auf dem Fußgängerüberweg die Autofahrer zur Gefahrbremsung zwingt oder auf dem linken Radweg unterwegs ist, so passiert das selten aus Boshaftigkeit, sondern in der Regel aus stumpfer Unwissenheit. Radfahrer sind nämlich, ganz vereinfacht behauptet, ziemlich doof.

Das liegt nicht etwa daran, dass Radfahrer nur aus jenen Gesellschaftsschichten stammen, die es wegen mangelnder Bildung nicht zu einem gutbezahlten Job mit einem Auto geschafft haben, sondern dass in Deutschland, wie schon häufiger erwähnt, kein vernünftiger Fahrradunterricht stattfindet. Heutzutage lernt man das Radfahren in jungen Jahren von den Eltern und fährt erst einmal, wie es die Eltern vormachen. Dann folgt meistens in der vierten Klasse der Grundschule eine Art von Fahrradunterricht, in der die Kinder etwa die motorische Beherrschung ihres Fahrzeuges und das Linksabbiegen lernen. Mit sehr viel Glück besucht ein Polizeibeamter später die Kinder auf den weiterführenden Schulen, wo dann die Gefahren des Straßenverkehrs noch einmal aufgegriffen werden. Leider fallen auch dort solch verhängnisvollen Ratschläge wie der berühmte Tipp, niemals und auf gar keinen Fall auf der Fahrbahn zu radeln und bei Straßen ohne Radweg unbedingt den Gehweg zu befahren. Meistens folgt dann zwischen 16 und 18 Jahren die Fahrschule, die aber die Straßenverkehrsordnung aber auch nur soweit wie nötig abdeckt und den für Radfahrer interessanten Bereich in der Regel ausspart.

So trägt es sich dann zu, dass ein Großteil der Verkehrsteilnehmer noch nicht einmal die einzelnen Straßenteile korrekt zu benennen weiß und sich ebenso im Unklaren ist, bei welcher Beschilderung und welchen vorhandenen Straßenteilen er denn wo fahren muss. So ist es nicht nur weitesgehend unbekannt, dass linke Radwege grundsätzlich nicht befahren werden dürfen und der Fußgängerüberweg seinen Namen tatsächlich zu recht trägt, von den berühmten blauen Verkehrszeichen mit den einhergehenden Benutzungspflichten ganz zu schweigen. Eine zweite Komponente ist das trügerische Sicherheitsgefühl, das von den widersprüchlichen Meinungen von Presse, Behörden und Polizeibeamten genährt wird, weswegen Radfahrer lieber auf dem Gehweg als auf der Fahrbahn fahren, obwohl das Unfallrisiko auf jenem Gehweg mehrfach höher sein dürfte. An stark befahrenen Straßen schickt mitunter auch die Polizei die Radfahrer auf den Gehweg im Glauben, dass sie zwischen all den Fußgängern besser aufgehoben seien.

Und die Behörden füllen ihre Rolle in dem ganzen Zirkus bestens aus, indem sie stellenweise rätselhafte Beschilderungen aufstellen, nach denen man sich als Radfahrer plötzlich auf der linken Straßenseite oder auf einem Gehweg wiederfindet. Natürlich ist es dem normalen Verkehrsteilnehmer auch relativ schwierig zu erklären, warum er mit einem Fahrrad zunächst die Wahl zwischen Fahrbahn und Anderem Radweg hat, hundert Meter später der Radweg endet und ein Zeichen 240 zum Befahren des Gehweges auffordert und weitere hundert Meter später wieder auf die Fahrbahn gewechselt werden muss, obwohl der Gehweg noch genauso aussieht wie zuvor und auch das Verkehrsaufkommen nicht wesentlich gesunken ist. Im Zweifelsfall wird der normale Radfahrer eben weiterhin auf dem Gehweg radeln — schließlich hat er womöglich erst ein paar Tage vorher in der Zeitung gelesen, wie sicher er dort mit seinem Rad doch aufgehoben wäre. Und so fahren nunmal Radfahrer im Zweifel lieber auf dem Gehweg — nicht aus Boshaftigkeit, sondern weil sie es nicht besser wissen und im festen Glauben daran, dort sicherer als auf der Fahrbahn zu radeln. Zugegeben ist das Verhältnis zwischen Fußgängern und Radfahrern unter anderem auch angespannt, wenn Radfahrer nach einmaligem Klingeln den Fußgänger beinahe über den Haufen fahren, sofern er nicht schnell genug sublimiert.

Nun ist es kein großes Geheimnis, dass Autofahrer in der Regel mit ebenso wenig Regelkenntnis ausgestattet sind, zumal ein Teil der Autofahrer so gut wie nie im Sattel sitzt. Das Verhalten jener Autofahrer ist hinreichend lästig, sobald mit unzureichendem Sicherheitsabstand überholt wird oder gar der Außenspiegel unter dem Ellenbogen durchflitzt. Es wird aber umso gefährlicher, sobald Autofahrer vermeintliches Fehlverhalten erkennt, was aufgrund mangelnder Kenntnis der Verkehrsregeln relativ häufig geschieht, und anschließend zur Selbstjustiz tendiert, wenn der Radfahrer beim Überholen absichtlich geschnitten oder ihm beim legalen Befahren einer Einbahnstraße entgegen der Fahrtrichtung der Weg versperrt wird. Es gibt sogar relativ viele Straßen ohne Radwege, in denen man als Fahrradfahrer auf der Fahrbahn sofort erzieherisch bedrängt und behupt wird, weil Autofahrer davon ausgehen, dass hier der Gehweg befahren werden müsste — schließlich machen das alle anderen Radfahrer ja auch und vermutlich würde der Autofahrer auch ganz automatisch mit seinem Rad dort landen. Wer als Radfahrer schon einmal versucht hat, eine solche Nötigung bei der Polizei zur Anzeige zu bringen, wurde mit großer Wahrscheinlichkeit direkt auf der Wache von seinem Vorhaben abgebracht — es war ja nur ein Fahrrad und außerdem ist ja nichts passiert. Selbst bei Vorfahrtsverstößen mit Feindberührung zeigt sich die Ordnungsmacht überraschend desinteressiert, sofern denn Fahrrad oder Radfahrer nicht wenigstens von ein paar kapitalen Schrammen gezeichnet sind oder der Autofahrer Unfallflucht beging. Dann gibt es natürlich immer wieder belustigende Situationen, wenn ein Autofahrer seinen Wagen auf dem Radweg abstellt und beim Aussteigen dem Radfahrer auf der Fahrbahn hinterherruft, dass es ja auch einen Radweg gäbe. Oder umgekehrt der Radfahrer auf den Gehweg ausweicht, um sich dort mit Fußgängern anzulegen.

Es braucht dementsprechend wenig Fantasie sich vorzustellen, dass die deutschen Polizeiwachen in den Wochen nach der Einführung eines Fahrradkennzeichens einen regelrechten Ansturm wütender Verkehrsteilnehmer erleben werden. Da werden Fußgänger stehen, die während ihres Spazierganges gleich zehn Radfahrer aufgeschrieben haben, die aus den oben genannten Gründen den Gehweg befuhren und Autofahrer, die gleich dutzende Radfahrer zur Rechenschaft ziehen wollen, die vollkommen legal auf der Fahrbahn oder gegen eine Einbahnstraße fuhren. Es mangelt bei fast allen Verkehrsteilnehmern an Regelkenntnis und die Polizei wäre hoffnungslos überlastet. Außer, ja, außer man wehrt einen Großteil der Begehrlichkeiten mit ebenjener Ignoranz ab, mit der man sich schon heute durch Überlastung von genötigten Radfahrern schützt — aber dann hätte man ja kein Fahrradkennzeichen einführen brauchen.

Und wenn sich dann doch einmal eine Anzeige in den Briefkasten eines Radfahrers verirrt, so wird mit großer Wahrscheinlichkeit eher eine harmlose Radfahrerin treffen, die aus den nun schon ausreichend dargelegten Gründen der vermeintlichen Sicherheit den Gehweg befuhr als den tatsächlichen Fahrrad-Rowdy, der rücksichtslos durch die Fußgängerzone preschte oder bei rot über die Ampel. Im Endeffekt bleibt das Fahrradkennzeichen allenfalls eine weitere, effektive Möglichkeit, um den Radverkehrsanteil weiter zu senken. Der ständige Krieg zwischen Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern wird besonders beim Hassobjekt des Zweiradfahrers davon sorgen, über längere Zeit jeden nicht allzu resistenten Radfahrer auszusortieren.

Übrigens: gerne wird als Paradebeispiel für ein funktionierendes Fahrradkennzeichen die Velo-Vignette aus der Schweiz hervorgeholt. Die Vignette ist allerdings im Gegensatz zu dem hier geplanten Kennzeichen ein Versicherungskennzeichen und überdies nur aus nächster Nähe ablesbar, also vollkommen ungeeignet, um potenzielle Gehwegradler oder Rotlichtsünder zu identifizieren. Und als wäre das für die kennzeichenfreundliche Argumentation nicht schlimm genug, wird sie voraussichtlich abgeschafft.

40 Gedanken zu „Warum das Fahrradkennzeichen der Tod des Radverkehrs ist“

  1. ja und? was ist nun so schlimm daran, hauptsache es verschwinden die ganzen scheiß radfahrer, die keine rote ampel kennen oder mitten auf der straße fahren?

      1. Wenn man sich im Internet ansieht, was der „Nur-Autofahrer“ für Fragen und Forderungen hat, dann muss ein so harmloser Kommentar noch längst keine Trollerei sein.

        1. Man sollte da nicht den Fehler machen und Autofahrer genauso verallgemeinernd falsch über einen Kamm scheren wie es manche Forentrolle mit Fahrradfahrern machen. Der durchschnittliche Autofahrer vertritt so eine Meinung genauso wenig, wie er in Internetforen Hasstiraden postet.

          1. Der da oben ist aber kein durchschnittlicher Autofahrer, der ist ja offenbar zum Maulen hergekommen 😉

            Nach meiner Beobachtung ist aber ein gewisses Unverständnis gegenüber dem Radverkehr in beinahe jedem Autofahrer vorhanden — spätestens wenn ein Radfahrer auf der Fahrbahn statt auf dem parallel verlaufenden Radweg fährt, gibt’s hinter der Windschutzscheibe einen doofen Kommentar, der aber in der Regel ohne weitere Sanktionen bleibt.

            1. „spätestens wenn ein Radfahrer auf der Fahrbahn statt auf dem parallel verlaufenden Radweg fährt..“
              Ja warum zum Teufel fahren dann die Radfahrer nicht auf ihrem teuren Radweg? Warum fahrt ihr den Autofahrern vor der Nase rum, wenn es eine tolle Alternative gibt? Die Radwege wurden extra für Radfahrer für Millionen Euros gebaut und können kostenlos genutzt werden! Ich benutze wenn ich Rad fahre freudig immer solche Möglichkeiten, weil ich dort einfach entspannt fahren kann und den Autofahrern nicht im Weg bin. Denn auch ich bin Autofahrer und ich weiß wie nervig es manchmal ist hinter Radfahrern hinterherzufahren und wegen Gegenverkehr nicht überholen zu können. Ja dann nehme ich auch wenn ich in diesem Moment Radfahrer bin Rücksicht auf Autofahrer!

              1. Wenn die in Deutschland üblichen Radwege eine „tolle Alternative“ wären, würden sie wahrscheinlich noch häufiger benutzt, als es ohnehin der Fall ist. Leider wurden für diese „Millionen“ viel zu häufig handtuchbreite Holperpisten direkt im Türöffnungsbereich von parkenden Autos angelegt. Und dann wägen manche Radfahrer eben ab zwischen Selbstgefährdung und Rücksicht auf Autofahrer.

                1. Sorry aber auch ich kenne eine Menge Radwege und die sind zum großen Teil sehr gut und wenn man nicht mit Rennradgeschwindigkeit an Autos vorbeirast und auch ein wenig aufpasst und auf die Autos achtet, dann ist das auch nicht gefährlich.
                  Noch eine Frage. Warum ist es dann eigentlich ungefährlicher wenn man auf dem Gehweg fährt? Gibt es da nicht auch Autotüren die plötzlich aufschnellen oder Autos, die aus Garagen rausschießen? Oder im Extremfall Fußgänger mit Hund oder Kind, die einen in den Weg rennen?

                    1. Aber viele argumentieren genau damit, dass sie auf Gehwegen fahren, weil es dort ungefährlicher ist.

                    2. Von mir werden Sie das sicher nicht hören. Und die Straßenverkehrsordnung ist da auch ziemlich eindeutig. Fahrräder sind Fahrzeuge und gehören vorrangig auf die Fahrbahn, Radwege dürfen (und müssen nur in Ausnahmefällen) benutzt werden, Gehwege nicht. Aber Sie scheinen ja auch damit ein Problem zu haben, wenn Fahrräder auf der Fahrbahn fahren. Womit sich der Kreis wieder schließt.

                  1. „Aber Sie scheinen ja auch damit ein Problem zu haben, wenn Fahrräder auf der Fahrbahn fahren. Womit sich der Kreis wieder schließt.“
                    Ich habe nur ein Problem damit, wenn es Radwege gibt, die nicht genutzt werden. Ich persönlich bin sehr froh über dieselben, wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin und finde es rücksichtlos Autofahrer mit meiner Anwesenheit auf der Strasse zu belästigen, wenn dies nicht notwendig ist.

                    1. Radfahrer „belästigen“ also Autofahrer auf der Straße, obwohl dies nicht „notwendig“ ist? Wie genau sieht diese „Belästigung“ aus? Fahrräder gehören per Gesetzgebung (§ 2 Abs. 1 StVO) als Fahrzeuge ebenso auf die Fahrbahn, wie Autos. Als Radfahrer fühle ich mich auf der Fahrbahn ebenfalls von den Autos belästigt! Erklärst Du mir den Unterschied?

                      Dann hätte ich gern noch gewusst, wer bestimmt, ob es „notwendig“ ist, mit dem Rad auf der Fahrbahn zu fahren – und wann es NICHT notwendig ist.

                    2. „Fahrräder gehören per Gesetzgebung (§ 2 Abs. 1 StVO) als Fahrzeuge ebenso auf die Fahrbahn, wie Autos.“
                      Exakt und genau deshalb sollte eine Kennzeichen- und Haftpflichtversicherungspflicht eingeführt werden. Gleiche Rechte, gleiche Pflichten.

                    3. „Dann hätte ich gern noch gewusst, wer bestimmt, ob es “notwendig” ist, mit dem Rad auf der Fahrbahn zu fahren – und wann es NICHT notwendig ist.“
                      Wenn Radweg vorhanden dann Radfahrer auf Radweg, wenn nicht dann auch Strasse. Einfach oder?

                    4. „Ich habe nur ein Problem damit, wenn es Radwege gibt, die nicht genutzt werden. Ich persönlich bin sehr froh über dieselben, wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin und finde es rücksichtlos Autofahrer mit meiner Anwesenheit auf der Strasse zu belästigen, wenn dies nicht notwendig ist.“

                      Also wir Radfahrer/innen, die die Straße nutzen, tun das ja nicht um uns einen Schabernak zu erlauben. Ich bin mir sicher, dass niemand von uns gerne in den Abgasen von Autos fährt und von deren Fahrer/innen angehupt, geschnitten und ausgeschimpft wird.
                      Aber die als Flickenteppich angelegten Radwege sind für eine Benutzung mit einem Fahrrad einfach nicht geeignet. Es fängt schon mit der Beschilderung an, die im Normalfall lückenhaft und nur aus allernächster Nähe bei geringer Geschwindigkeit lesbar ist. Auf der Geraden fährt man mit einem Rennrad beispielsweise problemlos bis über 40 km/h, die Schilder zu lesen ist schlicht unmöglich. Dann geht es damit weiter, dass die Radwege meist entweder gigantische Umwege einbauen oder plötzlich – obwohl sie bisher straßenparallel verliefen – ohne Vorwarnung in eine völlig andere Richtung führen. Viele Radwege haben auch die unangenehme Angewohnheit, plötzlich irgendwo einfach zu enden – dann muss man ohnehin wieder auf die Straße zurück.
                      Die wichtigsten Argumente gegen eine Benutzung von Radwegen sind aber sicherlich die meist schlechten Beläge (auch Radwege mit gutem Belag werden ein paar Kilometer weiter gerne mal zu einer grob geschotterten Mountainbikepiste), die Verschmutzung (oft auch durch Glasscherben), die zu geringe Breite (vor allem mit Packtaschen oder bei hohen Geschwindigkeiten) und dass oft Fußgänger/innen auf den Radwegen herumspazieren.

                      Ich fahre fast 10.000 km Fahrrad im Jahr und das funktioniert einfach nicht auf Radwegen. Die sind nämlich meistens nur bis zu einer Geschwindigkeit von etwa 20 km/h benutzbar. Ist man schneller unterwegs, sind Radwege lebensgefährlich (sind sie eigentlich sowieso schon). Meinen einzigen Unfall hatte ich auf einem Radweg (Schlagloch).

  2. Blödheit schützt bekanntlich nicht vor einer Strafe. Radfahrer sind grundsätzlich vor einer Anzeige geschützt, denn sie radeln munter davon. Und natürlich sind Autofahrer keine besseren Menschen, jedoch können sie aufgrund ihres Kennzeichen bei einem Unfall zur Rechenschaft gezogen werden. Radfahrer eben nicht.

    1. Warum stellen die Leute sich die Sache mit den Kennzeichen eigentlich immer so einfach vor?
      Ein Kennzeichen gibt doch nur darüber Auskunft wer der Halter des Kfz/Fahrrades ist, nicht wer bei einem Unfall gerade damit gefahren ist.
      Wenn man nun den Fahrer eines Fahrzeugs mit dem Kennzeichen AB-CD 1234 anzeigt, wird als erstes der Halter dieses Fahrzeugs kontaktiert. Der behauptet dann nicht gefahren zu sein und auch nicht zu wissen wer gefahren ist. Wenn man jetzt keine Zeugen hat oder nicht anders nachweisen kann, dass der Halter eben doch gefahren ist, wird er höchstens dazu „verurteilt“ ein Fahrtenbuch zu führen. Dieses Fahrtenbuch wird dann wahrscheinlich nie kontrolliert.

  3. Ich bin Fußgänger und gerade heute schon wieder auf dem Gehsteig (kein Radweg!!) von einem unverschämten Radfahrer mit einem „weg da“ fast umgefahren worden. Dies passiert mir schon fast täglich und ist keine Vater Morgana. Eine Kennzeichnungspflicht für Fahrräder würde sicher helfen, diese Anonymität und der damit verbundenen Rücksichtlosigkeit vieler (natürlich nicht aller) Radfahrer entgegenzuwirken. Ich möchte noch darauf hinweisen, dass ein Nummernschild für Räder nicht so skurril ist wie es klingt. Für Pferde gibt es schon seit langem in manchen Landkreisen in Deutschland Nummernschilderpflicht!!!!
    http://www.kreis-paderborn.org/kreis_paderborn/presse/2010/entries/Nummernschild-fuer-Pferde.php
    Warum sollte das dann nicht auch für Radfahrer möglich sein? Wo ist das Problem?

    1. Tja. und dann? was machst du dann mit deinem Wissen um das Nummernschild des Gehweg-Radlers?
      Schreibst du dir das in dein kleines Notizbuch und führst Statistik, wie oft dieser Radfahrer nun auf dem Gehweg geradelt ist?

      Oder gehst du zum nächsten Polizeikommissariat und gibst eine Anzeige auf?
      Bei letzterem wünsch ich dir viel Spaß. Bin mal gespannt, ob du schon nach deinem ersten Besuch beim zuständigen PK in der Realität ankommst oder ob es länger dauert.

      Hier nur mal 2 Hinweise:
      Mit einem Kennzeichen lässt sich der Halter ermitteln. Nicht der Fahrer.
      Eine Anzeige auf Grund von „ich habe gesehen, wie ein Rad Fahrender mit dem Fahrrad, Kennzeichen […] auf dem Gehweg gefahren ist“ hat Erfolgsaussichten wie „Ich habe gesehen, wie ein Auto in einer 30er Zone 50 gefahren ist!“.

      1. Deine Hinweise sind wirklich erstaunlich. Ist das nicht bei den Autofahrern genauso, dass man nicht den Halter belangt, sondern den Fahrer. Wozu denn dann noch die unnützen Nummernschilder für Autofahrer?
        Ja ich würde tatsächlich zur Polizei gehen, wenn ich umgefahren werde und der Radfahrer davonfährt. Dies ist einer Bekannten vor 3 Wochen passiert und man konnte den netten hilfsbereiten Zeitgenossen nicht ausmachen der sie auf einem Gehweg umfuhr. Mit Kennzeichen wäre das sicher leichter gewesen.
        Anonymität verleitet eher zu rücksichtslosem Verhalten!
        Noch eine Frage an „Matthias“:
        Was würdest du unternehmen, damit Fußgänger wieder „wie auch das Gesetz vorschreibt“ ungestört auf ihrem Gehweg laufen dürfen. Ohne Angst bei einem falschen Schritt in ein Rad zu laufen, oder ständig auf die Seite zu springen, um Radler vorbei zu lassen? Fahren Autos auf Radwegen und was würden da die Radler schreien. Diese ihrerseits bekommen ja fast immer einen totalen Schrei-und Klingelanfall wenn sich ein Fußgänger versehentlich auf den Radweg verirrt. Ja Fahrradfahrer sind auch nicht die toleranten Zeitgenossen, für die sie sich immer halten, aber sie fordern Toleranz und Rücksichtnahme von anderen Verkehrsteilnehmern.

        1. Kfz bei Kennzeichen: Nachweis der Zulassung. Versicherung, TÜV, ASU, Ordnungswidrigkeitenverfolgung im ruhenden Verkehr, Halterermittlung bei „PKW irgendwo abgestellt“, Halterermittlung bei „PKW aufgebrochen“, Halterermittlung bei Verstößen im nicht-ruhenden Verkehr.. soll ich weitermachen?

          Und welche dieser Kennzeichen-Funktionen sind jetzt für Fahrräder übertragbar?
          Fahrrad-TÜV? Fahrrad-ASU? Was ist bei einem Fahrrad eine Ordnungswidrigkeit im ruhenden Verkehr?

          Um’s kurz zu machen: deine Fantasien bzgl. einer Ermittlung des Fahrradfahrers anhand seines Kennzeichens sind belustigend. Wie hätte denn in dem geschilderten Fall „Bekannter wurde umgefahren“ ein Kennzeichen etwas geändert?
          Der Halter wäre angeschrieben worden. Der Halter bestreitet, zum Tatzeitpunkt mit dem Fahrrad unterwegs gewesen zu sein. Es steht letztendlich Aussage gegen Aussage, weder dem Beschuldigten noch dem Anzeigenden kann in dieser Sache mehr Glauben geschenkt werden. Ende Gelände.
          Funktioniert bei KFZ übrigens genauso.

          Und auch lustig: „Fahren Autos auf Radwegen und was würden da die Radler schreien.“
          Ich hab ja keine Ahnung, in welcher Parallelwelt du so lebst: Hier in Hamburg fahren Autos auf den Radwegen. Und Gehwegen. Und parken dort, Beladen dort, entladen dort, werden gereinigt, repariert…
          Aber hey, das sind ja Einzelfälle. So wie die Kampfflaneure, die auf den Radweg latschen und Löcher in die Luft gucken. Aber „die Radler“, die fahren alle auf dem Bürgersteig!!eins!elf!! Und nieten die Fußgänger um.

          Schon mal darüber nachgedacht, dass viele der Gehwegradler sich dort sicherer fühlen als auf dem Radweg, der mit 20cm Abstand zu parkenden Autos geführt wird? Oder sich nicht trauen, auf der Hauptverkehrsstraße mit 15km/h auf der Fahrbahn zu fahren?

          Die Lösung: Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts, Abschaffung aller Hochbordradwege in den Straßen mit Tempo 30 und in den übrigen Straßen endlich mal die Umsetzung der ERA und der VwV-StVO!

          Aber hey, Tempo 30 is ja blöd, nicht wahr?
          Das würde dann wieder das Vorurteil bestätigen, wonach ein Fußgänger nur ein Autofahrer auf dem Weg zum/vom Heil’gen Blechle ist. 🙂

          1. „Schon mal darüber nachgedacht, dass viele der Gehwegradler sich dort sicherer fühlen als auf dem Radweg, der mit 20cm Abstand zu parkenden Autos geführt wird? Oder sich nicht trauen, auf der Hauptverkehrsstraße mit 15km/h auf der Fahrbahn zu fahren?“
            Genau und dafür nehmen sie billigend in Kauf Fußgänger zu gefährden die sich dann ihrerseits auf dem Gehweg nicht mehr sicher fühlen. Doch diese haben keine Möglichkeit sich wieder anderswo in Sicherheit zu bringen. Diese Lösung ist super egoistisch!
            Tempo 30 fände ich super, aber dann auch für Radfahrer! Bin auch schon von Radfahrern in Tempo 30 Zonen überholt worden, die sich einen Teufel um Geschwindigkeitsbeschränkungen scheren.
            „Ich hab ja keine Ahnung, in welcher Parallelwelt du so lebst: Hier in Hamburg fahren Autos auf den Radwegen. Und Gehwegen. Und parken dort, Beladen dort, entladen dort“
            Ach tatsächlich, ja und die Radfahrer regen sich darüber ja auch auf oder? Genau das habe ich auch geschrieben, dass ihr Radfahrer ja auch aufschreit (zu Recht), wenn sich auf eurem Radweg unerlaubt andere Verkehrsteilnehmer tummeln. Aber auf dem Fußweg soll alles hingenommen werden?

            1. Meine Fresse, stell dich auf den Gehweg und reiß jeden Radler vom Zweirad. Ist mir gleich.
              Aber nur mit Nummernschild wird sich am Gehwegradeln nichts ändern.
              So wie damit keine Geisterradler verschwinden oder die Fahrradleichen an Bahnhöfen etc.

              Wenn du gegen Gehwegradler bist, dann schaffe Alternativen. Aus Jux und Dollerei fahren die wenigstens auf dem Gehweg. Die fahren dort, weils wahlweise kürzer, sicherer, schneller, ungefährlicher etc. als auf der Fahrbahn oder dem Radweg ist.

              Wenn dich ein Radfahrer anfährt, fall hin und reiß ihn mit. Halt ihn fest und ruf die Rennleitung. Keine Hemmungen. Aber hör auf, Verkehrsverstöße von Kennzeichen ja/nein abhängig zu machen.

              Einigen KfZ-fahrern ist es auch gleich, ob sie die Gesundheit von anderen Verkehrsteilnehmern nun mit Kennzeichen oder ohne gefährden. Und das gleiche ist’s mit Radfahrern.

          2. „Um’s kurz zu machen: deine Fantasien bzgl. einer Ermittlung des Fahrradfahrers anhand seines Kennzeichens sind belustigend. Wie hätte denn in dem geschilderten Fall “Bekannter wurde umgefahren” ein Kennzeichen etwas geändert?“
            Ja hätte wenn 1. durch das Kennzeichen der Halter ausfindig gemacht worden wäre und 2. durch Zeugen und durch den Geschädigten der Fahrer identifiziert worden wäre. Und ein Radfahrer ist meist sehr gut zu erkennen! So einfach ist das auch nicht mit dem Aussage gegen Aussage! Sonst würde auch kein Autofahrer mehr bei einem ähnlichen Fall davonkommen.

  4. „Es braucht dementsprechend wenig Fantasie sich vorzustellen, dass die deutschen Polizeiwachen in den Wochen nach der Einführung eines Fahrradkennzeichens einen regelrechten Ansturm wütender Verkehrsteilnehmer erleben werden.“
    Ja warum wohl? Würden sich die Radfahrer rücksichtsvoll und regelkonform verhalten, gäbe es sicher keinen der die Polizeiwache stürmt. Oder glaubt der Autor man hätte in seiner Freizeit nichts anderes zu tun als sich ohne Grund über Fahrradfahrer bei der Polizei zu beschweren?
    Wenn die Radfahrer sich so korrekt benehmen, brauchen sie auch keine Angst vor einem Nummernschild haben.

    1. Dann lade ich Sie mal ein, mit mir 1h durch Hamburg zu fahren. Sie werden erstaunt sein über die Meinungen anderer Verkehrsteilnehmer, was denn Rad Fahrende angeblich nicht dürfen/müssen.

      Vielleicht sollten wir auch Nummernschilder für Fußgänger einführen? Wenn die sich alle korrekt verhalten, haben sie ja nichts zu befürchten… *facepalm*

      1. „Sie werden erstaunt sein über die Meinungen anderer Verkehrsteilnehmer, was denn Rad Fahrende angeblich nicht dürfen/müssen.“
        Vielleicht dürfen die Radfahrer auch vieles davon per Gesetz tatsächlich nicht!
        Was ich heute in meiner Großstadt z.B. erlebt habe innerhalb 15 min:
        – unzählige Radfahrer auf Gehwegen die nur für Fußgänger zugelassen sind! (das ist ja schon fast normal)
        – von der Straße auf Gehweg und dann über Fußgängerampel, weil Ampel auf Straße rot
        – Radfahrer in Fußgängerzone (Schrittgeschwindigkeit erlaubt), da glaub mal nicht, dass sich viele dran halten
        – sogar eine Radfahrerin die auf der verkehrten Straßenseite gefahren ist
        und das in nur 15 min!
        Und das ist alles tatsächlich lt. Straßenverkehrsordnung verboten und nicht ein Hirngespinst von Fußgängern, die Radfahrer ärgern wollen.
        Ach ja das Argument Fußgänger sollen auch ein Nummernschild bekommen, dass bei solchen Diskussionen ja immer kommen muss. Von Fußgängern geht im Allgemeinen kaum Gefahr aus. Diese gefährden sich eher selber, einfach aus dem Grund weil sie die schwächsten Verkehrsteilnehmer sind. Aber das sollte man wissen und nicht ständig immer wieder erwähnen müssen.

  5. Viel einfacher (und wahrscheinlich billiger) wäre ein guter Verkehrsuntericht in den Schulen.
    Dort könnte man lernen, dass man nicht mit dem Fahrrad auf dem Bürgersteig fährt, sondern ab 9 Jahren auf der Fahrbahn. Und die Eltern könnten dann gleich zu Rücksicht ermahnt werden.

    Ein weiterer Schritt wäre ein totales Halteverbot im 200 m Umkreis von Schulen und Kindergärten, welches auch strikt durchgesetzt wird. Im Moment kann man zu Schulbeginn auf Radwegen und Fußwegen kaum vorbeifahren, da die Wege zugeparkt sind mit Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen weil es vermeintlich sicherer ist. Diese Kinder fahren dann später sicherlich auch mit dem Fahrrad auf Fußwegen, weil es sich dort besser fährt als auf dem Fahrradweg (der in HH zumindest in den Nebenstraßen durch Baumwurzeln aufgerissen ist oder halb zugewachsen) und klingeln dort Fußgänger weg, weil sie meinen, dass es dort sicherer ist als auf der Fahrbahn.

    Ein weiteres Problem ist eine typische Straße, die ohne Radweg auskommt und an der an der rechten seite geparkt wird. Wie soll man da sein Kind unter 9 Jahren ordnungsgemäß begleiten? Auf dem Fußweg? Darf man nicht. Auf der Fahrbahn? Mit Autos dazwischen?

    Alles nicht so einfach. Ein Schwarz-Weiß denken bringt einen hier nicht weiter. Und wenn man Kennzeichen für Radfahrer einführt müssen die auch kontrolliert werden.

    1. „Wie soll man da sein Kind unter 9 Jahren ordnungsgemäß begleiten? Auf dem Fußweg? Darf man nicht“
      Man kann tatsächlich ein Fahrrad auch mal einige Meter auf dem Bürgersteig schieben! Das funktioniert auch heute noch prima, auch mit den heutigen Fahrrädern.

  6. @Auch Fußgänger: „Gleiche Rechte, gleiche Pflichten“. Ach ja? Wo kann man sich über diese Pflichten (Kennzeichen- und Haftpflichtversicherhungspflicht) informieren? Zum Vergleich: § 2 Abs. 4 findet man in der StVO.

    „Wenn Radweg vorhanden dann Radfahrer auf Radweg…“ Falsch! Radfahrer grundsätzlich auf Fahrbahn – egal ob Radweg vorhanden oder nicht! Fahrrad = Fahrzeug, Fahrzeug = auf Fahrbahn. Näheres im BVerwG-Urteil 3 C 42.09.

    Kriege ich noch eine Antwort auf meine Frage, worin der Unterschied besteht, ob Autofahrer sich durch Radfahrer auf der Fahrbahn „belästigt“ fühlen oder Radfahrer durch Autofahrer? Und warum sollten sich Radfahrer für Gefühle von Autofahrern interessieren? Interessieren sich etwa Autofahrer für Gefühle von Radfahrern?

  7. Also mir fehlt bei der ganzen Diskussion ein wesentlicher Punkt:
    In den ganzen Städten wird viel Geld dafür verwendet, Radwege, Stellplätze, Ständer oder dgl. zu installieren. Zudem kostet es die Kommunen eine Menge Kohle, die Schrotthaufen vor Bahnhöfen, Unis etc. von Zeit zu Zeit zu beseitigen. Wieso werden die Fahrradfahrer nicht an den Kosten beteiligt? Öffentlicher Nachverkehr kostet viel Geld, Auto (Steuer, Benzin, Parkplatz) noch viel mehr – nur das Fahrrad kostet nix! Finde ich nicht richtig! Zudem würden bei einem Radkennzeichen Fahrräder nicht einfach an Bahnhöfen oder sonst wo entsorgt! Vielmehr könnte über das Kennzeichen der Halter ermittelt und mit einer Strafe belegt werden. Kann ja ein Auto auch nicht einfach am Straßenrand entsorgen!

    1. In den ganzen Städten wird viel Geld dafür verwendet, Radwege, Stellplätze, Ständer oder dgl. zu installieren.

      Straßen und Parkplätze kosten gemeinhin auch Geld, das den Steuerzahler belastet und nicht primär den, der es dort fährt oder parkt.

      Wieso werden die Fahrradfahrer nicht an den Kosten beteiligt?

      Werden sie doch: Radlinge zahlen entgegen der weit verbreiteten Meinung ebenfalls Steuern.

      Kann ja ein Auto auch nicht einfach am Straßenrand entsorgen!

      Das dachte ich auch mal. Seit ich aber leider im Westen von Hamburg in einem nicht gerade allerbesten Wohnviertel wohne, musste ich meine Meinung revidieren: Kennzeichen abschrauben, Fahrgestellnummer rausfeilen, die Mühle hinstellen, Türen geöffnet lassen, damit jeder Anwohner seinen Müll mit reinpackt, irgendwann kommt der rote Aufkleber ran und einen Monat später lässt die Verwaltung das Ding auf Kosten der Steuerzahler entsorgen.

      Okay, das passiert trotzdem nicht in dem Maße, in dem Fahrräder irgendwo verrotten, aber es geht trotzdem.

  8. Ja alle Fahrzeuge, … Fahrräder die am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen sollten
    eine eindeutige Identifikationsnummer tragen und einen Fahrradpass mit sich führen.
    So ist auch jedes Fahrrad registriert und bei Diebstahl ist der Eigentümer auch ausfindig zu machen.
    Fahrradschrot an Bahnhöfen kann leichter entfernt werden.
    Die Fahrrad-Lobby schreit nach mehr Fahrradwege, doch Fahrradwege werden nicht genutzt, nein Fahrradfahrer nutzen lieber die Bundesstraße, da können Fahrradwege ja durch eine Fahrradsteuern bezahlt werden. Ob im Naturschutzgebiet oder auf Gehwegen, in der Fußgängerzone Verkehrsregeln werden nicht beachtet. In der Münchener Innenstadt habe ich als Berufskraftfahren täglich mindestens 20 fast Unfälle. Dass sich in München ein Radfahrer an Verkehrsregeln hält ist dort eine sehr seltene Ausnahme. An jeder Ampel drücken sich Radfahrer von links von rechts vorbei, nehmen einem die Vorfahrt, heizen über rote Ampeln, überholen selbst beim abbiegen. Tippen auf Ihren Mobiltelefonen während der Fahrt herum. Es ist verwunderlich, dass ich noch keinen totgefahren habe, wobei dies nicht nur Reaktionsvermögen ist sondern einfach nur mit Glück zu tun hat. Ich würde für diese Verkehrsraudis sehr empfindliche Geldstrafen für lebensbedrohliches Fahrverhalten aussprechen bis hin zu einem Verbot zur Teilnahme am Straßenverkehr. Wenn Fahrradwege vorhanden sind sollte die Nutzung der Straße verboten sein. Eine Überprüfung der Verkehrsgrundregeln die man in Deutschland eigentlich im Kindergarten bekommt sollten nachgewiesen werden. Vieleicht wäre das alles nicht nötig wenn man Kindern wieder etwas Respekt vor Menschen beibringen würde.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.