Vorsicht beim neuen Geisterradler-Urteil

Momentan macht ein Urteil des Amtsgerichts München die Runde in den sozialen Netzwerken — leider meistens in irreführend verkürzter Form.

Hinter dem Aktenzeichen 345 C 23506/12 entschied das Amtsgericht München, dass eine Radfahrerin, die auf der linken Fahrbahnseite unterwegs war, um sich einem Umweg an einer Kreuzung um Linksabbiegen zu sparen, und dabei mit einem entgegenkommenden Kraftfahrzeug kollidierte, sich in einem Maße verkehrswidrig verhält, dass sogar die Betriebsgefahr des am Unfall beteiligten Kraftfahrzeuges zurückstehe.

Es handelt sich dabei also nicht, wie häufig behauptet wird, um eine Radfahrerin, die auf dem linken Radweg Geisterradelei praktizierte und dabei an einer Kreuzung von einem aus einer Nebenstraße einfahrenden Kraftfahrzeug übersehen wurde. Letzterer Fall geht in der Regel, wenn auch mit Abzügen, zu Gunsten der Radfahrerin aus.

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