Unfallbilanz: Anzahl der verletzten Radfahrer in Köln gestiegen

Drüben in Köln wird über die Unfallzahlen des vergangenen Jahres debattiert: Deutlich mehr Radfahrer verletzt

Die Zahlen sind ernüchternd. Im vergangenen Jahr gab es auf Kölns Straßen deutlich mehr Unfälle. Die Polizei wurde zu 39 154 Karambolagen gerufen; im Vorjahr waren es 37 807 gewesen.

Die Polizei sieht dabei einen Einfluss des guten Wetters auf die Unfallzahlen, weil sich im milden Winter mehr Verkehrsteilnehmer auf die Straße gewagt hatten. Große Sorge haben die Beamten auch bezüglich der Radfahrer:

Große Probleme bereitet der Polizei die Unfälle mit Radfahrern, die nach Angaben von Polizeidirektor Helmut Simon drastisch angestiegen sind. In Köln wurden 1493 Radler zum Teil schwer verletzt; Vorjahr 1248. Drei Radfahrer kamen ums Leben. Und: 71 Radfahrer waren betrunken, als sie in einen Crash verwickelt wurden. In 61 Fällen ignorierten Radfahrer das Rotlicht im Straßenverkehr und kamen danach oftmals mit Verletzungen in die Klinik.

Nicht nur für Köln ist insbesondere der folgende Satz interessant:

Das häufigste Fehlverhalten der Radfahrer sei, auf dem Fahrradweg entgegen der Fahrtrichtung zu fahren, teilte Polizeidirektor Simon weiter mit.

Tatsächlich gibt es kaum lästigeres als Radfahrer im Gegenverkehr und tatsächlich gibt es statistisch gesehen kaum etwas gefährlicheres als auf der falschen Straßenseite zu radeln. Das Problem, das Behörden und Polizei dabei gerne übersehen: das Fahren auf linksseitigen Radwegen ist stellenweise nicht nur ausdrücklich erlaubt, sondern sogar vorgeschrieben, insbesondere dann, wenn an einer Straße nur Platz für einen einzigen Radweg war.

Leider unterscheidet sich ein solcher Zweirichtungsradweg nur in seiner Beschilderung, die eine Benutzung vorschreibt, von einem Einrichtungsradweg: meistens wird weder die Breite verändert noch werden an Kreuzungen und Einmündungen die vorgeschrieben Schilder aufgestellt, die vor Radfahrern aus beiden Richtungen warnen, noch werden an Unfallschwerpunkten die Sichtbeziehungen nennenswert verbessert — geschweigedenn dass die linksseitige Freigabe zurückgenommen wird, wenn sich das Risiko nicht senken lässt.

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