Umstrittene Feinstaubbelastung des Radfahrers

Eines der ältesten Argumente gegen das Radfahren ist die Feinstaubbelastung in den Städten. Die Argumentationslinie ist ganz einfach: der Autofahrer produziert ganz, ganz viele Abgase, die er aber in seinem abgeschotteten Vehikel nicht einatmen braucht, die hingegen der Radfahrer an der Ampel direkt aus dem Auspuff inhaliert, also ist Autofahren gesünder als Radfahren, Punkt, Basta, Ende der Diskussion. So einfach war das manchmal. Entsprechende Artikel dienten als Argumentationsgrundlage.

Nun stuft die Weltgesundheitsorganisation in den Dieselabgasen enthaltene Bestandteile plötzlich als krebserregend ein und Jens Lubbadeh holt auf SPIEGEL ONLINE passend dazu eine neue Studie hervor: Stadt, Rad, Ruß

Abgase, Feinstaub, Dieselruß – in deutschen Städten herrscht oft dicke Luft. Die WHO stuft Dieselabgase neuerdings als krebserregend ein. Wie ungesund Radfahren im Vergleich zu Autofahren ist, haben Wissenschaftler untersucht. Ihr Urteil ist eindeutig.

So richtig eindeutig ist da aber nichts, denn im Prinzip klingen die beiden anderen Artikel ähnlich plausibel. Allenfalls irritiert hier noch die präzise Berechnung der verkürzten Lebenszeit von etwa 19,2 Stunden, die mutmaßlich bei einem normalen Menschen von vielerlei anderen Faktoren überlagert werden dürfte. Autofahrer sitzen zwar im geschützten Auto, saugen aber ebenfalls mit der Belüftung den Dreck ihrer motorisierten Artgenossen ein, während Radfahrer immerhin den Vorteil hätten, aufgrund der Luftverwirbelungen einer deutlich geringeren Belastung ausgesetzt zu sein.

Eigentlich gilt wohl: man kann sich darüber Gedanken machen oder es bleiben lassen — und weiterhin Fahrrad fahren. Das Leben endet zwangsläufig mit dem Tode, da kommt es auf 40 oder 0,8 Tage auch nicht mehr an.

2 Gedanken zu „Umstrittene Feinstaubbelastung des Radfahrers“

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