Ui, schon wieder Helmpflicht-Debatten

Manchmal steigt man abends vom Rad und kommt nach Hause und öffnet den Posteingang und schon steht einem die Sch**** bis zum Scheitel: Kampfradler, Fahrradkennzeichen, Fahrradhelme, Krankenversicherungen? Offenbar war wieder ein streitbarer Beitrag zum Radverkehr in den Medien, der an den heimischen Empfangsgeräten für relativ schlechte Laune gesorgt hatte, die sich in einer spontanen Frustattacke am E-Mail-Client entlud. Marco Laufenberg, warst du es wieder?

Die erste heiße Spur führte zum Westdeutschen Rundfunk, der am Nachmittag zu einer Diskussionsrunde zum Helmpflicht-Thema geladen hatte: Fahrradfahren oben ohne

Keine Knautschzone, kein Gurt und kein Airbag schützen einen Fahrradfahrer: Mehr als 50.000 Fahrradunfälle passieren jedes Jahr im deutschen Straßenverkehr. Schutz vor schwerwiegenden Kopfverletzungen bietet letztlich nur ein Fahrradhelm. (…) Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) spricht sich gegen eine Helmpflicht aus. Das finden wir bemerkenswert und diskutieren heute bei d+u das Für und Wider einer Helmpflicht für Radfahrer.

Leider lässt sich die Sendung in der Mediathek nicht mehr auftreiben, offenbar werden überhaupt keine Sendungen der daheim+unterwegs-Reihe bereitgestellt. Schaut man sich allerdings die Reaktionen auf den Beitrag auf der daheim+unterwegs-Seite auf facebook an, stellt sich ja tatsächlich die Frage, ob man dieses Thema nicht einfach überspringen möchte.

Es lässt sich kaum leugnen, dass das Helmpflicht-Thema ohnehin emotional besetzt ist und jegliche Diskussionen spätestens nach dem zehnten Beitrag in abstruseste Vergleiche abdriften. Ab dann werden nur noch die Schützengräben weiter ausgepolstert, ein wie auch immer gerichteter Wissensaustausch findet nicht mehr statt. Die einen weisen auf die nicht besonders ausgeprägte Schutzwirkung des Fahrradhelmes hin und zeigen auf Verbesserungen in der Radverkehrsinfrastruktur, die anderen bemühen den sagenhaften Melonentest als Beweis für geradezu übersinnliche Fähigkeiten des Fahrradhelmes und kennen jemanden, der jemanden kennt, der ohne Helm jetzt tot wäre und überhaupt sollten doch bitte alle Radfahrer, die keinen Helm tragen, ihre Krankenhausaufenthalte selbst bezahlen.

Am besten schmeißt man die ganzen Mails einfach in den Mülleimer. Das spart auch die fünfzig Euro für eine Kopie der Sendung beim Mitschnittservice: So richtig neue Erkenntnisse scheint die Diskussion ja nicht hervorgebracht zu haben.

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