Irland: „We all see the road differently“

Während in Deutschland das Bundesverkehrsministerium zum Krieg auf der Straße anstachelt und ohne wesentliche Argumente gegen so genannte Kampfradler hetzt, ist man in Irland schon lange weiter. Dort hat man längst erkannt, dass Fußgänger, Auto- und Radfahrer zunächst einmal Verkehrsteilnehmer sind, die sich unterschiedlicher Fortbewegungsmöglichkeiten bedienen und sich entsprechend verhalten. So mag der Rentner keine Gehwegradler, die ihm seinen Gehweg streitig machen, ist aber mit dem Rad lieber auf ebenjenem Gehweg unterwegs, weil er sich auf der Fahrbahn unwohl fühlt und kann Gehwegradler wiederum nicht ausstehen, weil er hinter dem Steuer sitzend Probleme mit dem Schulterblick hat.

Zukunft Mobilität hat auch noch ein paar Worte dazu geschrieben: Jeder sieht die Straße mit anderen Augen

Radschnellwege in Kopenhagen

In Deutschland muss man schon froh sein, einigermaßen problemlos in die Innenstadt zu gelangen ohne ständig zwischen Umleitungen, buckeligen Radwegen und der Fahrbahn wechseln zu müssen. In Kopenhagen ist man allerdings schon einen Schritt weiter: Schnellradwege in Kopenhagen kommen bald

Offensichtlich werden Kopenhagens Radfahrer selbst auf langen Distanzen Dank grüner Wellen schneller als der Autoverkehr sein. Hoffentlich ein Vorbild für die noch zu bauenden Velorouten in Hamburg, deren Distanzen mit den Kopenhagener Schnellradwegen vergleichbar sind.

Durch den Tunnel zur Selbstanzeige

Zu den wertvollsten Errungenschaften der jahrzehntelangen deutschen Radverkehrspolitik gehört sicherlich die Verklärung der Fahrbahn als tödlicher Straßenteil, den es mit dem Fahrrad um jeden Preis zu meiden gilt. Schon im Verkehrsunterricht lernen Grundschüler, bei Straßen ohne Radweg lieber auf dem Gehweg weiterzuradeln und in Ermangelung eines vernünftigen Verkehrsunterrichtes im Erwachsenenalter halten sich auch viele Radfahrer jenseits des vollendeten zehnten Lebensjahres an diese Weisheit.

So ist es vollkommen normal, dass Radfahrer die vermeintlich schützenden Radwege heiß und innig lieben, mögen sie auch noch so buckelig und gefährlich sein. Und so ist es vollkommen normal, dass Radfahrer ganz automatisch auf dem Gehweg weiterradeln, sobald der Radweg endet. Dieses Phänomen ist allerdings auch vom optischen Zustand der Straße abhängig, es gibt durchaus Straßen, in denen ganz normal auf der Fahrbahn gerollt wird. Allerdings kommen auch nur die wenigsten Radfahrer auf die Idee, parallel zu einem nicht-benutzungspflichtigen Radweg auf der Fahrbahn zu verkehren — schließlich sei es dort zu gefährlich und außerdem wolle man den Kraftfahrzeugverkehr nicht behindern. Es ist schon interesant: Einerseits hört man von Autofahrern fast nur schlechtes über Radfahrer, andererseits bringen sich Radfahrer freiwillig auf dem Gehweg in Gefahr, anstatt dem Kraftfahrzeugführer einen Überholvorgang zuzumuten.

Ein weiteres Phänomen tritt dort auf, wo kein Radweg vorhanden ist und ein breiterer Grünstreifen zwischen Fahrbahn und Gehweg verläuft. Offenbar machen solche Straßen einen seltsamen Eindruck auf Radfahrer, vielleicht weil man dort nicht eben absteigen und schieben kann, zumindest ist an solchen Straßen ohne direkt parallel verlaufenden Gehweg kaum ein Radfahrer zu finden: die wählen entweder einen Umweg oder den Gehweg. So trauen sich dann auch nur ganz verwegene Radfahrer die Fahrt durch einen innerstädtischen Tunnel zu, denn dort mangelt es natürlich an einem Rad- oder wenigstens einem Gehweg.

Vermutlich käme kaum ein Kölner Radfahrer auf die Idee, den Rheinufertunnel zu befahren — für die wenigen, die sich das trotzdem getraut haben, wurden nun die entsprechenden Verkehrsschilder aufgestellt, um die Abkürzung zu unterbinden. Stattdessen werden die Radfahrer auf die von Fußgängern dicht bevölkerte Promenade geschickt, bei der es sich verkehrsrechtlich um einen freigegebenen Gehweg handelt, also ein für Radfahrer eher weniger geeignetes Verbindungsstück.

Wie vollkommen kurios und verrückt die Fahrt über die Promenade im Vergleich zu einer einfachen Tunneldurchfahrt ist, lässt sich anschaulich in einem Video von Marco Laufenberg bestaunen: Selbstanzeige wegen Ordnungswidrigkeit

Marco war sogar konsequent genug, seine Tunneldurchfahrt mit einer Selbstanzeige zu ahnden — mal sehen, was daraus wird.

Achterbahnfahrt auf der Langenhorner Chaussee

Die Langenhorner Chaussee gilt unter Hamburger Radfahrern nicht gerade als Meisterwerk einer Radverkehrsanlage. Nun gibt es ein Video drüben auf Mos Welt, das eindrucksvoll beweist, dass sich dieser Radweg kaum befahren lässt. Schon allein die Prämisse aus der Rechtsprechung, dass das Fahrrad den „Luftraum“ über dem Radweg nicht verlassen darf, also nicht einmal der rechte Teil des Lenkers über den Gehweg ragen darf, macht das allzu abenteuerlich, denn von der linken Seite ragt oft genug ein Kraftfahrzeug in den Radweg hinein. Schwer zu glauben, dass das Radfahren auf der Fahrbahn gefährlicher als auf diesem Radweg sein soll: Radweg entlang der Langenhorner Chaussee in Hamburg

Critical Mass Houston

Die Critical Mass Houston ist… ein bisschen größer als die Hamburger:

Critical Mass in San Diego

Ein sehr schönes Video von der Critical Mass in San Diego:

Der Mann, der auf dem Fahrrad lebte

Grandioses Fundstück aus der Rad-Spannerei drüben:

THE MAN WHO LIVED ON HIS BIKE from Guillaume Blanchet on Vimeo.

Do what you love

The Holstee Manifesto Lifecycle Video from Holstee on Vimeo.

Das Ende des Leihrades

Ein etwas seltsamer Film über… ja, weiß man nicht so genau.

bike ♥

Ziemlich großartig (und endlich auch bei der Critical Mass Hamburg, nachdem es ungefähr schon jeder kennt):

bike ♥ from Rick Darge on Vimeo.