280 Gramm Kohlenstoffdioxid pro Kilogramm Einkauf

Ein Problem der momentanen Stadtentwicklung ist sicherlich die Verlagerung von Einkaufsmöglichkeiten auf die so genannten grüne Wiese, also weit außerhalb der eigentlichen Infrastruktur. Mit kurzen Wegen geht’s allenfalls bis an den nächsten Kiosk, wo es vielleicht einen Sixpack Bier gibt, aber längst nicht die restlichen notwendigen Lebensmittel, sofern man sich nicht auf Dosenfraß beschränken möchte.

Ein weiteres Mysterium der heutigen Innenstadt: Einkaufen ginge angeblich nur mit dem Auto, auf dem Fahrrad reiche es noch nicht einmal für den bereits ins Gespräch gebrachte Sixpack Bier. Dabei hat die Einkaufstour mit dem Rad durchaus Vorteile, die ausgerechnet aus dem begrenzten Frachtvolumen resultieren: Der kleinere Einkauf verlangt eine sorgfältigere Auswahl und ein paar Tage später landen weniger abgelaufene Lebensmittel im Kübel. Falls das noch nicht genügt, kann das Transportvolumen des Rades mit Fahrradtaschen oder gar einem Anhänger weiter vergrößert werden, dass es sogar für die bei derartigen Debatten immer als Beispiel ins Gespräch gebrachte vierköpfige Familie genügt.

Beim Einkaufen kommt das Kraftfahrzeug nämlich nicht allzu gut davon: Weg zum Einkauf belastet das Klima mehr als vermutet

Im Durchschnitt setzt jeder Deutsche 280 Gramm CO2 pro Kilo Einkauf frei

Gesundheitsschäden verkehrsbedingter Umweltverschmutzung

Beim Radfahren geht’s längst nicht nur ums Geld, nicht bloß um Kurzstrecken oder Parkplatzsorgen. Der Mobilitätswandel, wie wir ihn in der heutigen Zeit erleben, hat vor allem auch gesundheitliche Auswirkungen. Noch immer ist Luftverschmutzung ein wesentliches Problem, vor allem in Städten bildet sich ein ungesunder Cocktail aus Lärm und Schadstoffen.

Die Europäische Umweltagentur stellt dazu fest: Weiterhin Gesundheitsschäden durch verkehrsbedingte Umweltverschmutzung in vielen Teilen Europas

Der Verkehr in Europa ist für schädliche Luftschadstoffpegel und ein Viertel der Treibhausgasemissionen der EU verantwortlich. Dem letzten Bericht der Europäischen Umweltagentur (EUA) zufolge können viele der dadurch verursachten Umweltprobleme angegangen werden, indem die Anstrengungen zur Erreichung neuer EU-Ziele verstärkt werden.

Hamburg will Umweltprobleme aussitzen

Hamburg, ehemals Umwelthauptstadt des Jahres, wird die Blechlawinen nicht so recht los. Obwohl die Grenzwerte zuverlässig und in Massen überschritten werden, tut sich die Politik weiterhin schwer, die Luftqualität zu steigern oder das wachsende Verkehrsaufkommen wenigstens ansatzweise zu bändigen. Obwohl ab 2015 unangenehme Bußgelder drohen, versucht Hamburg das Problem auszusitzen — die Hoffnung ist mutmaßlich, dass sich das Problem mit entsprechender Technik, dem elektrischen Antrieb oder umweltfreundlicheren Motoren irgendwann schon selbst lösen wird.

In der taz kommentiert Sven-Michael Veit: Wie der Autokanzler

Bezüglich der Umweltzone hat Olaf Scholz allerdings durchaus recht: es ist nicht unbedingt sinnvoll, eine Umweltzone in eine Innenstadt zu pflanzen, in deren Hafen weiterhin die dicken Kreuzfahrtschiffe in Ermangelung einer Landstromanbindung vor sich hin rußen.

Weniger Verbrennungsmotoren sorgen noch nicht für gute Luft

Umweltzonen und Elektromobile sollen gerne die Luftqualität in den Städten verbessern. Das Aussterben des Verbrennungsmotors wird allerdings noch nicht einmal die Hälfte der Abgase aus den Straßen treiben, denn die andere Hälfte wird von Abrieb oder Aufwirbelungen zurück. Insofern ist die Luftqualität an der Autobahn mitunter besser, weil dort seltener gebremst werden muss, schreibt Sascha Gorhau: Andere Mobilität statt anderer Motoren

Feinstaub verschlechtert die Luftqualität in Innenstädten. Doch Abgase von Fahrzeugen sind nicht hauptsächlich dafür verantwortlich. Eine Abkehr vom Verbrennungsmotor allein löst das Problem nicht, sondern verschiebt es nur.

Greenpeace: Radfahren ist ein Gewinn für die Umwelt

Dass Fahrradfahren eine der umweltschonenden Fortbewegungsarten ist, sollte eigentlich kein Geheimnis sein — Greenpeace weist noch einmal darauf hin: Radfahren – ein Gewinn für die Umwelt

In Deutschland werden pro Jahr und Einwohner laut Umweltbundesamt (UBA) 380 Kilometer mit dem Rad zurückgelegt. Dabei gibt es große regionale Unterschiede. In Bremen und Brandenburg liege der Radverkehrsanteil bezogen auf die Zahl der Wege bei 17 Prozent, fahrradfreundliche Städte wie Münster erreichten Anteile von 30 bis 35 Prozent. Kommunen könnten mit besseren Angeboten den Klimaschutz massiv stärken. Wenn ein Drittel der Strecken bis sechs Kilometer in Innenstädten mit dem Rad statt mit dem Auto gefahren würden, ließen sich nach Schätzungen pro Jahr 7,5 Millionen Tonnen CO2 vermeiden.

Warum wir mehr Fahrrad fahren sollten

Love Green will die Welt retten, mit jedem für uns ein bisschen, und erklärt dazu, warum Radfahren gut für die Umwelt ist:

Radfahren ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch gut für uns selbst. Denn schon bei einer Geschwindigkeit von 20 km/h werden pro Stunde bis zu 600 Kilokalorien verbrannt. Zudem steigert es die Leistungsfähigkeit, verbessert die Blutfettwerte und mittelfristig kommt auch die Figur wieder in Form.
(Quelle: Welt Online)

Angesichts des Anspruches mit der Rettung der Welt ist dieses komplexe Thema des Fahrradfahren und der Mobilität wirklich etwas drastisch heruntergebrochen.