„Rot heißt vorwärts keine Frage!“

Man kann wohl davon ausgehen, dass Roland Brockmann keine Radfahrer mag. Im stern schreibt er: Der Terror fährt Rad

„Links vor rechts in jeder Lage – Rot heißt vorwärts keine Frage!“ In Berlin bekennen sich nicht nur „Radterroristen“ zur rabiaten Gangart. Seitdem sich durchtrainierte Angestellte auf dem Rad fit für den Konkurrenzkampf im Büro machen, ist Schluss mit der Gemütlichkeit auf dem Hollandrad.

Kurz korrigiert: Fehlender Helm begründet keine Mitschuld am Unfall

Der stern schreibt über das Urteil das Oberlandesgerichtes Schleswig: Radfahrer ohne Helm tragen bei Unfällen eine Mitschuld

Noch gibt es keine Helmpflicht, doch Radfahrer ohne Kopfschutz werden künftig härter rangenommen. Sie tragen bei einem Unfall Mitschuld, wenn ein Helm ihre Kopfverletzungen hätte vermeiden können.

Das ist in dieser Verkürzung nicht korrekt. Das Oberlandesgericht Schleswig hat nicht entschieden, dass ein unbehelmter Radfahrer bei einem Unfall in irgendeiner Weise mitschuldig an diesem Unfall ist, nur weil er keinen Helm trug. Ganz im Gegenteil, die Schuld der Kraftfahrerin am eigentlichen Unfall stand bereits vorher fest und überhaupt nicht zur Diskussion. Es ging lediglich darum, ob die geschädigte Radfahrerin einen gewissen Teil ihrer Behandlungskosten selber zahlen muss, weil ein Helm in der besagten Situation die Verletzungen gemindert hätte.

Und Radfahrer ohne Kopfschutz werden in Zukunft allenfalls wegen der fehlerhaften Berichterstattung härter rangenommen, wenn sich im Straßenverkehr weiterhin Halbwahrheiten verbreiten. Auch wenn hier ein Oberlandesgericht urteilte, ist dadurch weder eine Helmpflicht in ein Gesetz gegossen worden noch müssen sich andere Gerichte der Schleswiger Meinung anschließen. Letzteres ist weder besonders wahrscheinlich noch besonders abwegig, weil die bisherige Rechtsprechung zu diesem Thema in gänzlich verschiedene Richtungen differenziert.