Schwalbe Marathon Winter

Auch wenn der bisherige Wintereinbruch kaum seinen Namen verdiente, machen Spike-Reifen wenigstens in den vereisten Wohngebieten noch Freude. Während der Nachbar langsam den Wagen aus der Garage quält, fährt das Fahrrad wie auf Schienen daran vorbei. Obwohl die Spikes unerwartet klein sind, rutscht da wirklich nichts.

Der Hersteller empfiehlt, die Reifen fünfzig Kilometer lang auf einigermaßen trockenem Grund einzufahren, bis sich das Material gesetzt hat. Das gelingt in der Praxis natürlich weniger, denn lange vor dem nicht datierbaren Wintereinbruch will man die Reifen auch noch nicht montieren und am Tag des ersten Schneefalles ist es dafür schon zu spät. Nach den ersten fünfzig Kilometern in den letzten beiden Tagen, davon ein wesentlicher Teil auf bereits geräumter Fahrbahn und freien Radwegen, fehlt hingegen immer noch kein einziger Nagel — das Material hält wirklich etwas aus, laut Schwalbe ließe sich der Reifen theoretisch das ganze Jahr lang fahren. Das ist aufgrund der höheren Reibung allerdings nur bedingt empfehlenswert, denn anstatt einer Reisegeschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde komme ich ohne nennenswerte Anstrengung momentan nur noch auf 20. Falls doch mal Spikes abhanden kommen, und das wird im Laufe eines Winters mutmaßlich passieren, gibt es im Netz oder direkt beim Fachhändler günstige Ersatzspikes.

Es empfiehlt sich natürlich, die Reifen auf trockenem Grund prall aufzupumpen, um den Rollwiderstand zu minimieren, bei Bedarf lässt man etwas Luft aus den Reifen und kommt problemlos voran, während manch anderer mit seinen vier Rädern um die Traktion kämpft.

Damit macht Radfahren auch im Winter definitiv Laune — das Wetter kann eigentlich gar nicht schlecht genug sein.