Warum kann man nicht einfach einen weißen Strich malen?

Einfach mit dem Pinsel einen weißen Strich zeichnen funktioniert nicht so einfach — Johannes Gernert sprach mit Claus Köhnlein, dem Stuttgarter Radverkehrsbeauftragen, über die Planung von Fahrradinfrastrukturen: „Da geht es hoch her“

Warum haben Radfahrer so wenig Platz in der Stadt? Weil das alles nicht so einfach ist, sagt der Fahrradbeauftragte von Stuttgart.

Ein Netz von roten und grünen Radwegen

Berlin gilt eigentlich, naja, vielleicht nicht als fahrradfreundliche Stadt, aber wenigstens als deutlich brauchbarer als etwa Hamburg oder Köln. Radwege sind, sofern vorhanden, zwar meistens in einem bedauerlichen Zustand, aber wenigstens außerhalb der Hauptverkehrsachsen nicht benutzungspflichtig. Trotzdem ist die Situation noch reichlich unbefriedigend, gerade auch für „normale“ Radfahrer, die womöglich nicht auf Fahrbahnexperimente stehen.

Seit einiger Zeit gibt’s sozusagen eine Karte mit Bewertungen über Radwege, auf der Radfahrer ihre Erfahrungen über bestimmte Strecken kategorisieren können: Fahrradkarte per Crowdsourcing

Wie fahrradtauglich sind Berlins Straßen? Das können Radler jetzt im Internet auf einer Karte eintragen. Es ist das weltweit erste Rad-Projekt dieser Art.

Abenteuerliche Fahrt auf Hamburger Radwegen

Über die Hamburger Radwege können Radfahrer viel erzählen — vor allem schlechtes: zu eng, zu steil, zu kurvig, dicht an parkenden Autos, auf Gehwegen, über Baumwurzeln, irgendwas ist immer. Mutmaßlich gibt es kaum mehrere Meter zusammenhängenden Radweg ohne Beanstandungsmöglichkeiten. Abendblatt-Reporter Axel Tiedemann war mit Dirk Lau vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club in der Hansestadt unterwegs — und war offenbar nicht gerade guter Laune: „Radfahren in dieser Stadt macht wütend“