Mercedes A-Klasse: Ein Bunker auf vier Rädern

In bestimmten Radfahrerkreisen werden Kraftfahrer mitunter als Autisten bezeichnet, was sich einerseits vom Automobil ableitet, andererseits ein recht unfreundlicher Hinweis auf die Wahrnehmungsprobleme einiger Kraftfahrer sein soll. Kraftfahrzeuge werden dementsprechend, sofern es noch harmlos zugeht, zu Dosen oder, wenn die Diskussion schon fortgeschritten ist, zu Tötungsmaschinen, mit denen unachtsam ohne Rücksicht auf eventuelle Lebewesen um die Ecke gepflügt wird. Die neue A-Klasse von Mercedes läuft Gefahr, beide Bezeichnungen zu kombinieren — laut SPIEGEL ONLINE sitzt man in dem Kleinwagen nunmehr abgeschirmt wie in einem Bunker:

In der Dunkelkammer

Bislang war die A-Klasse von Mercedes vor allem bei Senioren beliebt. Bei der Neuauflage sollte das anders werden, also haben die Schwaben ein extrem frisches, knackiges Auto auf die Räder gestellt. Sitzt man drinnen, hat das dynamische Äußere allerdings Nebenwirkungen – und keine guten.

Nun war die A-Klasse bislang häufig das Kraftfahrzeug eher älterer Verkehrsteilnehmer, die, vorsichtig formuliert, durchaus schon mal Probleme mit der Handhabung eines Kraftfahrzeuges im Straßenverkehr zeigten, gerade was den Schulterblick angeht, weil sich der Schädel ab einem bestimmten Alter nunmal so leicht nicht mehr rotieren lässt. Insofern war schon immer Vorsicht angesagt, wenn links neben dem Radweg eine A-Klasse auf Abbiegegeschwindigkeit abbremst. In der neuen A-Klasse hilft der Schulterblick auch den jüngeren Kraftfahrzeugführern nicht mehr, denn da knallt der Blick nach links lediglich gegen die „baumdicke B-Säule“, der Blick nach rechts verliert sich in einem schwarzen Loch.

Wie mit solchen Kraftfahrzeugen der Straßenverkehr bewältigt werden soll, bleibt nunmehr ein Rätsel. Für Radfahrer und Fußgänger gilt dagegen noch dringender denn je: bei der neuen A-Klasse unbedingt aufpassen, der Fahrer kann beim besten Willen nichts erkennen.