Keine Angst vor Lastenrädern

Während das „normale“ Fahrrad in den letzten Jahren immer häufiger aus dem Keller geschleppt wird, bleibt das Lastenrad eher ein Exot auf den Radwegen. Meistens scheint es eine rein psychologische Sache zu sein, mit dem Rad zur Arbeit und ins Kino, das ist okay, das kann man machen, aber zum Einkaufen geht’s dann doch ins Auto: schließlich fasse das Fahrrad ja nicht die obligatorischen drei Getränkekisten und das IKEA-Regal, was wenigstens in den einschlägigen Diskussionen wöchentlich gekauft werden muss. Mit einem normalen Rad einzukaufen hat aber auch durchaus seine Vorteile: die Einkäufe werden kleiner, es muss zwangsläufig häufiger eingekauft werden. Dabei kommt aber mangels Transportvolumens nur in die Tasche, was auch wirklich gebraucht wird — weggeworfen wird fast nichts mehr.

Das Lastenrad ist auf den ersten Blick von weiteren Unzulänglichkeiten geprägt: es sieht komisch aus, der Wendekreis ist unerwartet groß und das Anfahren fährt ganz tüchtig in die Beine. Das ist nicht jedermanns Sache, auch wenn elektrische Versionen mittlerweile das lästige Anfahren übernehmen, schreibt Andrea Reidl in der ZEIT: Lastenfahrräder, die besseren Minis

In Asien transportieren Menschen selbst sperrige Waren mit dem Fahrrad. Bei uns entdecken Städter das Lastenrad zaghaft. Die Angst davor ist unbegründet.

Ein Problem bleibt allerdings: das Lastenrad ist naturgemäß groß und sperrig und passt in kaum einen Fahrradkeller — das ist just in den präferierten Einsatzgebieten, nämlich den Großstädten mit chronischem Parkplatzmangel ein Problem. In der Kleinstadt, in der sich das Rad sicher verstauen ließe, gibt es hingegen eher selten Parkplatzprobleme.