Langenhorner Chaussee: Radwege nicht sanierungsfähig, trotzdem benutzungspflichtig

Der ewige Streit um die Langenhorner Chaussee in Hamburg geht weiter: Grüne: Radwege sollen auf die Langenhorner Chaussee

Laut Verkehrsbehörde seien die maroden Radwege auf den Gehwegen „unsanierbar“. Grüne fordern nun zusätzliche Fahrstreifen auf der Straße.

Tatsächlich sind die maroden Radwege nicht mehr zu retten — nicht einmal alleine nur wegen der maroden Oberfläche, sondern vor allem wegen der dazugehörigen Bauvorschriften: würde der Radweg saniert, müsste er deutlich breiter werden, nicht zwischen Laternen, Ampeln und Drängelgittern hin und her tanzen und nicht im Öffnungsbereich der Türen von parkenden Kraftfahrzeugen oder unter deren rechten Außenspiegeln verlaufen. Das wird sich allerdings in der Langenhorner Chaussee nicht zuletzt aus Platznot überhaupt nicht realisieren lassen.

Es ist schon ein Drama: einerseits bietet die Langenhorner Chaussee verhältnismäßig viel Platz bei großzügiger Fahrbahnbreite mit angrenzenden Parkflächen, aber für Radfahrer und Fußgänger bleiben lediglich handtuchbreite Streifen im Straßenbegleitgrün.

Langenhorner Chaussee ist die gefährlichste Straße Hamburgs

Vorhang auf für die nächste Etappe im Drama um die Langenhorner Chaussee: Langenhorner Chaussee ist Hamburgs gefährlichste Straße

Auf der Langenhorner Chaussee ereignen sich die meisten Unfälle. Die GAL fordert Radstreifen und zudem den Rückbau auf zwei Spuren.

Dass knapp vier Fünftel der Radwege entlang der Langenhorner Chaussee geradezu unbenutzbar sein sollen, ist leicht zu glauben. Bei hamburgize gibt’s noch ein paar ebenso eindrucksvolle Fotos: Langenhorner Chaussee: Polizei hält immer noch an unbenutzbaren benutzungspflichtigen Alibi-„Radwegen“ fest

Achterbahnfahrt auf der Langenhorner Chaussee

Die Langenhorner Chaussee gilt unter Hamburger Radfahrern nicht gerade als Meisterwerk einer Radverkehrsanlage. Nun gibt es ein Video drüben auf Mos Welt, das eindrucksvoll beweist, dass sich dieser Radweg kaum befahren lässt. Schon allein die Prämisse aus der Rechtsprechung, dass das Fahrrad den „Luftraum“ über dem Radweg nicht verlassen darf, also nicht einmal der rechte Teil des Lenkers über den Gehweg ragen darf, macht das allzu abenteuerlich, denn von der linken Seite ragt oft genug ein Kraftfahrzeug in den Radweg hinein. Schwer zu glauben, dass das Radfahren auf der Fahrbahn gefährlicher als auf diesem Radweg sein soll: Radweg entlang der Langenhorner Chaussee in Hamburg

Was tun mit der Langenhorner Chaussee?


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Die Langenhorner Chaussee im Hamburger Norden ist für den Radverkehr durchaus seit längerem ein Problem. Die Straße ist zwar breit genug, um insgesamt zwei äußerst breite Fahrspuren anzulegen, die genug Platz für jeweils zwei Kraftfahrzeuge bieten, aber zu schmal, um eine vernünftige Radverkehrsführung basteln zu können. Die müßige Diskussion dreht sich einerseits um eine mögliche Verengung der Fahrbahn, um das recht gefährliche Nebeneinanderfahren zu unterbinden, andererseits aber auch um die in der Politik durchaus als unzumutbar registrierten Fahrradwege — neuerdings wird sogar eine Sperrung der Radwege diskutiert, wobei natürlich wie immer die teilweise berechtigte Befürchtung mitschwingt, dass weder Auto- und Radfahrer mit dem Radeln auf der Fahrbahn zurechtkämen.