„Volle Dröhnung gegen die Volksgesundheit“

Rund 200 Millionen Menschen leiden innerhalb der Europäischen Union unter Verkehrslärm — sehr viel leiser wird es in absehbarer Zeit allerdings nicht werden, denn die Automobillobby sperrt sich gegen strengere Lärmschutzrichtlinien. Kraftfahrzeuge für Normalverdiener dürfen zwar leiser werden, aber teuere Sportwagen müssen auch künftig kräftig röhren — dazu werden sogar spezielle Vorrichtungen in den Auspuff eingebaut, die ab bestimmten Geschwindigkeiten das Betriebsgeräusch manipulieren, allerdings nach oben anstatt nach unten. Und der Berichterstatter der Europäischen Union schlägt gar Grenzwerte vor, die ihm die Porsche AG in die Excel-Tabelle geschrieben hat, berichtet frontal21: An der Schmerzgrenze – Autolobby gegen besseren Lärmschutz

Prinzipiell ist die Argumentation reichlich verlogen: einerseits soll das Auto Leidenschaften wecken, also nicht nur optisch gefällig aussehen, sondern auch einen akustisch kraftvollen Auftritt beweisen, andererseits legen auch und vor allem die Fahrer teurerer Sportwagen Wert auf ihre Ruhe außerhalb des Lärmes der Großstadt. Die Emissionen des Auspuffes, also Lärm und Schadstoffe, sollen bitteschön jene absorbieren, die es leider nicht zu einem teuren Sportwagen und einem Haus im Grünen gebracht haben.

Fahrräder sollen Hamburgs Straßen leiser machen

Die Hamburger Straßen sind meistens zwar nicht besonders eng, dafür aber besonders laut, stellt das Hamburger Abendblatt fest: Das sind die 14 lautesten Straßen der Stadt

Gutachter empfehlen Tempo 30, Flüsterasphalt, weniger Fahrspuren und Schutzwände. 54.000 Autos am Tag auf der Eiffestraße.

33.000 Menschen seien demnach von gesundheitsgefährdenden Lärm betroffen. Vorschläge des Gutachters: Tempo 30 auch auf Hauptverkehrsstraßen einführen und vor allem den Radverkehr fördern — dann wird’s automatisch nicht nur leiser, sondern auch lebensfreundlicher.