Radschnellwege in Kopenhagen

In Deutschland muss man schon froh sein, einigermaßen problemlos in die Innenstadt zu gelangen ohne ständig zwischen Umleitungen, buckeligen Radwegen und der Fahrbahn wechseln zu müssen. In Kopenhagen ist man allerdings schon einen Schritt weiter: Schnellradwege in Kopenhagen kommen bald

Offensichtlich werden Kopenhagens Radfahrer selbst auf langen Distanzen Dank grüner Wellen schneller als der Autoverkehr sein. Hoffentlich ein Vorbild für die noch zu bauenden Velorouten in Hamburg, deren Distanzen mit den Kopenhagener Schnellradwegen vergleichbar sind.

Bremen auf Kopenhagens Spuren

Bei Radio Bremen TV gab’s letzte Woche zwei Beiträge über das Fahrradfahren in Bremen:

Pendler-Probe

Mehr als 42 Prozent der in Bremen arbeitenden Menschen sind Pendler. Unter welchen Bedingungen sie in die Stadt kommen, hat der ADAC in einer Studie auf mehreren Routen getestet. Wir haben uns die Strecke Achim – Bremen rausgepickt, um herauszufinden, ob das Fahrrad eine Alternative zum Auto ist. Die Ergebnisse und die Frage, ob Bremen eine Fahrradstadt ist, diskutieren wir mit Klaus-Peter Land, Geschäftsführer des Fahrradclubs ADFC.

Fahrradstadt Kopenhagen – Vorbild für Bremen?

Kopenhagen ist umgestiegen auf das Fahrrad. Nirgendwo in Europa ist die Dichte an Fahrrädern größer als in der dänischen Hauptstadt. Und: Keine Stadt richtet sich so stark nach dem Fahrradverkehr wie Kopenhagen. Wir haben uns die Fahrrad-Modellstadt angesehen und gefragt: Wäre so etwas auch in Bremen möglich? Dazu Antworten von Wolfgang Golasowski, Staatsrat in der Bremer Verkehrsbehörde.

In fünf Jahren könnte Hamburg wie Kopenhagen sein

Es gibt in der deutschen Bevölkerung mitunter keine schrecklichere Vorstellung als eine Erhöhung des Radverkehrsanteiles, sind manche Autofahrer mit der Gegenwart eines Fahrrades sofort überfordert. Gleichwohl stecke hinter einer Förderung des Radverkehres auch sofort eine Beschneidung des deutschen Wohlstandes, der aus der deutschen Geschichte des hervorragenden Autobaues resultiere — vor allem wird Wohlstand als Mangel an Bewegung fehlinterpretiert. Nun kann man sich natürlich fragen, ob die Bewohner von Amsterdam oder Kopenhagen unglücklicher oder ärmer sind, denn dort gilt das Fahrrad gar wichtiger als ein Automobil.

Die ZEIT sprach ein paar dänischen Radverkehrsplanern: Mach’s wie Kopenhagen

Im ersten Moment glaubt man sich verhört zu haben und fragt nach. Aber nein, versichert Mikael Colville-Andersen und wiederholt sein Statement: In nur fünf Jahren könnten auch Städte wie Berlin und Hamburg genau so eine Fahrradstadt sein wie heute Kopenhagen. „Es braucht nur den Mut und die Entschlossenheit der zuständigen Verantwortlichen“, sagt der 44-Jährige.

Berlin: Ausstellung über dänische Fahrradkultur

Drüben in Berlin gibt’s noch bis Ende Februar ziemlich viele eindrucksvolle Fotos aus Kopenhagen zu sehen: Fahrradkultur auf Dänisch

Kopenhagen ist ein Paradies für Radfahrer. Eine Ausstellung im Felleshus der Nordischen Botschaften in Berlin zeigt, was wir von Dänemark lernen können.

Amsterdam will Europas grünste Stadt werden

Amsterdam, das momentan zusammen mit Kopenhagen eine gemeinsame Radfahrer-Hauptstadt bildet, will sämtliche Verbrennungsmotoren aus dem Stadtgebiet verbannen: Stadt unter Strom

Amsterdams Idee einer beinahe emisionsfreien Mobilität ist durchaus sehr interessant — in Deutschland gibt es nicht einmal annähernd ähnliche Projekte. Dabei wird nicht nur der Personenkraftwagen durch ein elektrisches Modell ersetzt, sondern auch Lastkraftwagen umgerüstet, womöglich auf Brennstoffzellen, da batteriebetriebene Konzepte für große Lasten noch ungeeignet sind. Ergänzend soll ein Car-Sharing-Angebot eingeführt werden, um herumstehende Autos aus der Innenstadt herauszuhalten.

Mit diesem Kurs jedoch steht Amsterdam ziemlich isoliert in unseren Nachbarland: dort setzt man erst einmal wieder auf neue Kohlekraftwerke, um den gestiegenen Energiebedarf günstig decken zu können. Und das, obwohl die Niederlande von einem verstärkten Klimawandel besonders hart getroffen würden und Amsterdam mitsamt Fahrrädern und Elektroautos im angestiegenen Meer versinken könnte.