Kölner Polizei kontrolliert Fahrradfahrer

Die Kölner Polizei kontrolliert jetzt vermehrt Fahrradfahrer. Das ist nicht verkehrt, im Gegenteil, aber man will auch auf falsch parkende Autos achten, die den Radweg blockieren — jedenfalls ein ganz kleines bisschen. Priorität haben nach wie vor die Fahrradfahrer, die sich angeblich nie an die Verkehrsregeln halten: Polizei verstärkt Fahrradkontrollen

Mit verstärkten Kontrollen will die Polizei in dieser Woche gegen rasende, rücksichtslose Radfahrer vorgehen. Im gesamten Stadtgebiet werden die Beamten unterwegs sein und auf Fehlverhalten im Straßenverkehr aufmerksam machen.

Münchener Polizei will Radfahrer schützen

Während momentan Polizei und vor allem die Gewerkschaft der Polizei gegen Fahrradfahrer poltern und höhere Bußgelder, Fahrradkennzeichen und eine Art der Wiedereinführung der generellen Radwegbenutzungspflicht im Sinn haben, geht die Münchener Polizei andere Wege: Polizei will Radfahrer besser schützen

Mehr Kontrollen, neue Schilder und „rote Karten“: Um die Sicherheit für Radfahrer zu erhöhen, wollen Polizei und Kreisverwaltungsreferat ab sofort enger zusammenarbeiten – und härter durchgreifen.

In München will man offenbar nicht nur die Radfahrer vom Gehweg holen, sondern tatsächlich auch überprüfen, ob sich die Kraftfahrzeugfahrer insbesondere beim Abbiegen an ihren Schulterblick erinnern. Und eine solche Beurteilung einer entfallenden Radwegbenutzungspflicht hat man schon lange nicht mehr gelesen:

Das KVR will zudem mit neuen Schildern darauf hinweisen, dass in mittlerweile 39 Straßen die Benutzungspflicht des Radwegs aufgehoben wurde. Dort steht es Radlern frei, sich auf der Fahrbahn parallel zu den Autos zu bewegen oder lieber den (meist schmalen und holprigen) Radweg zu benutzen. Viele Autofahrer kennen diese Neuregelung aber nicht – oft werden Radler beschimpft oder angehupt, die auf der Straße fahren. Nicht selten kommt es auch zu gefährlichen Situationen.

Da sieht man doch glatt darüber hinweg, dass vor ein paar Monaten die Münchener Polizei ihre Radwege für sicher hielt. Einen wichtigen Satz in diesem Zusammenhang sollte man allerdings nicht übersehen:

Die Polizei hat an den Straßen, an denen die Pflicht zur Benutzung des Radweges aufgehoben wurde, bislang keine auffällige Steigerung der Unfallzahlen registriert – und das, obwohl „wir in einigen Fällen skeptisch waren und unser Veto eingelegt hatten“, so Kopp. Ähnlich verhält es sich bei der Öffnung von Einbahnstraßen für Radler.

Damit dürfte wenigstens in München das Argument der sicheren Radwege so langsam in Vergessenheit geraten.