Fahrradsaison-Presseberichte bleiben Sorgenkinder

Das morgenweb aus der Rhein-Neckar-Region titelt: Radfahrer bleiben Sorgenkinder

Da stimmt irgendwas nicht. Der Artikel leitet mit der Beschreibung eines Unfalls ein, bei dem ein Radfahrer von einem unaufmerksam abbiegenden Lastkraftwagen leicht verletzt wurde. Dann kommt ein bisschen später die Polizei zu Wort, die bemängelt, dass Radfahrer im komplexen Verkehrsgeschehen aufgrund nicht getragener Warnwesten und fehlendem Tagfahrlicht übersehen werden.

Man könnte jetzt wieder die obligatorische Radverkehrspolitik-Frage stellen: Wer erklärt das dann dem Kraftverkehr? Wie sehr sind denn Kraftfahrer mit dem heutigen Straßenverhältnissen überfordert, dass sie selbst bei Tageslicht Radfahrer nur mit Warnwesten und Tagfahrlicht wahrnehmen? Und auch wenn es im Sinne der Unfallvermeidung erst einmal seine Berechtigung haben mag, Warnwesten und Tagfahrlicht zu empfehlen, wer sorgt denn bitte von der anderen Seite dafür, dass Radfahrer ohne diese Utensilien nicht gleich umgefahren werden?

Weiter unten heißt es dann recht schwammig:

In 60 Prozent der Unfälle sei der Radler mitverantwortlich, die häufigste Unfallursache sei, dass der Radler die Straße falsch nutze, etwa in falscher Richtung auf der Fahrbahn unterwegs sei. Die Ampel zu ignorieren und alkoholisiert aufs Rad zu steigen, waren bei mehr als einem Drittel der Unfälle Faktoren.

„Mitverantwortlich“ ist ja eine recht dehnbare Schuldzuweisung, da wüsste man doch gerne, was das genau bedeutet. „Mitverantwortlich“ soll wohl sein, wer eine Ampel ignoriert oder alkoholisiert unterwegs ist — dass bemerkenswert viele Radfahrer auf der falschen Fahrbahnseite fahren mag man hingegen nicht glauben, hier ist wohl eher die falsche Straßenseite gemeint, die ja von einigen Radfahrern tatsächlich heiß und innig geliebt wird.

„Mitverantwortlich“ wäre dementsprechend aber immer noch abzugrenzen von „mitschuldig“, denn, das zeigt ja auch die Rechtsprechung der letzten Jahre, nur weil er auf der falschen Straßenseite pedaliert, verliert der Radfahrer nicht automatisch seine Vorfahrt. Offenbar gibt es aber eine deutliche Diskrepanz zwischen den in der Polizeipresse veröffentlichten und tatsächlich vorgefallenen Unfällen, denn wenigstens in der Polizeipresse werden Radfahrer andauernd „übersehen“, von missachteten Rotlichtern oder Alkoholkonsum ist überraschend selten die Rede.

Jedenfalls nahm die Polizei diese Zahlen zum Anlass, zu Beginn der so genannten Fahrradsaison wieder einmal Kontrollen durchzuführen. Auch da fällt wieder auf, das gilt exemplarisch für den Rest der bundesweiten Radwege, dass das Befahren der falschen Straßenseite einerseits als relativ gefährlich dargestellt wird, was meistens auch zutrifft, andererseits aber je nach Laune der Straßenverkehrsbehörde beinahe flächendeckend so angeordnet wird. Einem Verkehrsteilnehmer zu erklären, warum er dort den linksseitigen Radweg benutzen muss, da hinten den linksseitigen Radweg benutzen darf, hier aber auf der rechten Seite fahren muss, das ist bestimmt nicht einfach; da helfen auch keine fünf Euro schweren Verwarnungen.

Der Artikel schließt mit dem Satz:

Einen Helm trugen 66 der 309 verunglückten Radfahrer – also immerhin jeder Fünfte.

Den Zahlen nach ergibt sich eine Tragequote von 21,4 Prozent — das ist ja fast doppelt so hoch wie im bundesweiten Durchschnitt. Verdächtigerweise liegt Heidelberg in Baden-Württemberg, da gibt’s nun zwei Erklärungsmöglichkeiten: Entweder ist in Baden-Württemberg die Tragequote allgemein deutlich höher als in den übrigen Bundesländern, vielleicht aufgrund des erklärten Fahrradhelm-Fans im Landesverkehrsministerium, oder in Baden-Württemberg ist das Risiko, mit einem Fahrradhelm in einen Unfall verwickelt zu werden, besonders hoch.

Aachener Polizei bekämpft schwere Fahrradunfälle

Zum Start der Fahrradsaison sorgt die Aachener Polizei für mehr Sicherheit im Straßenverkehr: Bilanz der Kontrollen der Aachener Polizei zur Bekämpfung der Verkehrsunfälle mit Radfahrern und Fußgängern

Die Beamten führten während ihrer Kontrolle erzieherische Gespräche mit den Verkehrsteilnehmern, vor allem mit Radfahrer, die auf Gehwegen unterwegs waren, falsch abbogen oder keinen Fahrradhelm trugen, der zwar nicht vorgeschrieben ist, aber schwere Verletzungen verhindern könne. Mit einigen Kraftfahrzeugführern wurden offenbar ebenfalls Gespräche geführt. Ob der fehlende Schulterblick beim Abbiegen, der in der Fahrgastzelle nur äußerst ungern praktiziert wird, ebenfalls Gegenstand der erzieherischen Maßnahme war, ist leider nicht überliefert.

Polizei kontrolliert nicht absteigende Radfahrer in Geesthacht

Die Bergedorfer Zeitung berichtete im Herbst letzten Jahres über eine Fahrradkontrolle in Geesthacht: Radfahrer auf Abwegen

Bei einer landesweiten Aktion werden derzeit Radfahrer kontrolliert. Auch die Geesthachter Polizei war am Montag im Einsatz, um Verstöße gegen Verkehrsregeln zu ahnden. Der Grund: Die Unfallzahlen mit Radfahrern sind gestiegen.

Soweit erstmal nichts ungewöhnliches: Da werden Radfahrer angehalten, die auf der falschen Straßenseite fuhren oder deren Lichtanlage nicht funktionierte oder die zu laut Musik hörten oder mit dem Handy telefonierten. Ein ertappter Geisterradler zeigte sich uneinsichtig und will das Bußgeld von zwanzig Euro gerichtlich überprüfen lassen — man kann ihm dabei nur viel Spaß wünschen.

Blöd ist allerdings der Anfang des Artikels: Das Zusatzzeichen 1012-32 „Radfahrer absteigen“ mag zwar eindeutig sein, eine rechtliche Wirkung hat ihm der Gesetzgeber allerdings nicht zugestanden. Weder die Straßenverkehrs-Ordnung noch der Bußgeldkatalog enthalten Vorschriften, dass ein Radfahrer an einer solchen Beschilderung absteigen müsste oder welches Bußgeld bei Verstößen zu erwarten wäre. Trotzdem mag das Absteigen zu empfehlen sein, weil das Schild tatsächlich sehr häufig dort zum Einsatz kommt, wo niemand so richtig Lust hatte, Gedanken über die Radverkehrsführung anzustellen, etwa in unübersichtlichen Arbeitsstellen oder anderen ärgerlichen Stellen im Straßenverkehr — im Zweifelsfall sollte ein Radfahrer in der Regel auf der Fahrbahn weiterradeln.

Insofern stellt sich auch die Frage, was die Polizei dort kontrollieren oder gar sanktionieren möchte: Einen Tatbestand kennt der Bußgeldkatalog für dieses Schild nicht.

Licht an: Repressionen oder Technik?

Die Münstersche Polizei klopft sich auf die Schulterklappen, denn in der so genannten Fahrradstadt fährt kaum noch jemand ohne Licht: Licht an – auch am Fahrrad

In sieben Jahren von 40 auf 96 Prozent – immer mehr Münsteraner schalten am Fahrrad ihr Licht ein. Ist es die Angst vor Unfällen oder doch der Geiz, der die Radfahrer dazu treibt? Die Polizei hat eine Erklärung.

Die Erklärung der Polizei ist relativ einfach, repressive Kontrollen sollen zu einer Verbesserung der Beleuchtungsmoral geführt haben:

Die Polizei führt diese Entwicklung auf die Sicherheitsoffensive zurück, die vor sieben Jahren startete. „Das Ergebnis zeigt, dass die Präventionsaktionen, die regelmäßigen Kontrollen und die konsequente Verfolgung der Verstöße zu einer kontinuierlichen Verbesserung geführt hat“, heißt es.

Sicherlich haben die Polizeikontrollen ihren Beitrag zu dieser Verbesserung geleistet. Es gibt auch noch weitere Aspekte, die dazu beigetragen haben könnten, beispielsweise eine deutliche Steigerung der Verlässlichkeit der Beleuchtungstechnik. Zu Beginn des Jahrtausends waren beinahe noch ausnahmslos Fahrräder mit den üblichen Halogen-Funzeln und schrubbenden Seitenläuferdynamos unterwegs. Wenn diese Kombination kaputt ging, wurde sie, wenn überhaupt, häufig nur notdürftig repariert und ging wieder kaputt. Die etwas preisgünstigeren Seitenläuferdynamos waren im Regen schnell nicht mehr zu gebrauchen und einmal verstellt, musste man eine ganze Weile fummeln, bis der Dynamo nicht mehr an der Bremsflanke rollt, sondern am Mantel.

Offenbar hat mit der Kombination von Nabendynamos und LED-Scheinwerfern auch ein höherer technischer Standard Einzug gehalten, der nicht andauernd auseinanderfällt. Ein Nabendynamo hat außerdem mittlerweile einen derart geringen Widerstand, so dass das Licht auch permanent brennen kann, da stellt man nachts um drei in der Dunkelheit keine Kosten-Nutzen-Rechnungen mehr an, ob man lieber schnell oder mit Licht fährt. Womöglich wurden in diesen sieben Jahren, die von der Polizei zur Debatte gestellt wurden, die alten Seitenläufer-Fahrräder langsam außer Dienst gestellt und gegen neuere Technik ersetzt, die sich jetzt in diesen erfreulichen Werten niederschlägt.

Polizeikontrolle: Radwege vs. Vorschriften

Im Spätsommer beklagte sich die Polizei im Fazit ihrer Fahrradkontrollen über die Radfahrer, die sich nicht mehr an die Regeln halten und dadurch Unfälle verursachen. Der obligatorische Fingerzeig auf die roten Ampeln mag ja gerechtfertigt sein, obwohl Rotlichtsünder auf zwei Rädern verhältnismäßig wenige Unfälle verursachen, aber spätestens bei dem Vorwurf der Benutzung des falschen Radweges wird man hellhörig:

In Wedel, wo vergleichbar viele von Radfahrern verschuldete Unfälle registriert wurden (an Stelle 3 im Land), bot die Polizei 18 Beamte auf, um das Thema Radfahrersicherheit auch an diesen beiden Tagen zu bearbeiten. Bei Standkontrollen sowie mit mobilen Kontrollteams sind neben zahlreichen Gesprächen und mündlichen Verwarnungen 19 Radfahrer zur Kasse gebeten worden, weil sie den falschen Radweg nutzten, oder den Gehweg oder die Beleuchtung am Rad nicht funktionierte.

Jahrzehntelang wurde Deutschland von mehr oder weniger brauchbaren Radwegen überzogen und verdeutlichten dem Radfahrer, dass er auf der Fahrbahn mehr oder weniger dem Tod geweiht wäre. Dadurch, dass überall dort, wo kein Platz für einen Radweg blieb — der Kraftverkehr auf der Fahrbahn brauchte schließlich eine gewisse Breite — wurden Radfahrer kraft Zeichen 240 auf den Gehweg verbannt. Als dann 1997 die Bestimmungen zur Benutzung von Radwegen gelockert wurden, mussten die Behörden allerdings feststellen: Wer Radwege säht, wird Gehwegradler ernten. Die Leute dachten überhaupt nicht daran, anstatt auf dem ehemals benutzungspflichtigen Gehweg jetzt auf die Fahrbahn zu wechseln, sofern ihnen das fehlende Zeichen 240 überhaupt aufgefallen und ihnen die korrespondierende Rechtslage geläufig war. Was jahrzehntelang sicher und vorgeschrieben war, konnte ja schließlich nicht über Nacht verboten und gefährlich werden.

Ein anderes Problem: In den letzten Jahren verloren, nachdem sich die neue Rechtslage dann doch mal in den Behördengängen herumgesprochen hatte, immer mehr Radwege und Gehwege ihre blauen Schilder, wogegen die dazugehörige Infrastruktur nicht angepasst wurde. Während der dunklen Zeiten der generellen Radwegbenutzungspflicht wurde der Radweg-Verlauf mit Markierungen und dabei insbesondere mit eingefärbten Querungsfurten an Kreuzungen hervorgehoben, das Beradeln linksseitiger Radwege mit Fahrrad-Piktogrammen verdeutlicht und mit diversen Markierungen allerhand Schindluder getrieben.

Wer könnte sich zum Beispiel hier in der schönen Rolandstadt Wedel gegen das freundliche Angebot verwehren, von der Fahrbahn auf den Radweg zu wechseln?

ABC-Straße Wedel

Der Kraftverkehr wird natürlich erwarten, dass ab hier der Radweg beradelt wird — aufgrund dieses Phänomens verbleibt bei Überholmanövern auch entsprechend wenig Platz, denn der Kraftfahrer vermutet schließlich, dass der Radfahrer bei Beendigung des Überholmanövers schon längst nebenan auf dem Radweg zugange ist.

Drunten am Hafen, in der Nähe des weltberühmten Willkomm Höft, war leider stellenweise für separate Radwege kein Platz; die enden jeweils einige hundert Meter vor den Flutschutztoren. Früher war das Beradeln der Radwege allerdings vorgeschrieben, vermutlich um den touristischen Parksuchverkehr auf der Fahrbahn nicht allzu sehr zu stören. Davon zeugt noch immer diese rote Querungsfurt, die mittlerweile von einem reinen Gehweg zu einem so genannten anderen Radweg führt:

Schulauer Straße Wedel 1

Das ist natürlich recht witzig: Radfahrer vermuten natürlich, dass wohl vorher das Radeln auf dem Radweg in irgendeiner Weise auch erlaubt sein muss, sonst gäbe es ja diese Markierung nicht. Auf der Gegenseitige scheint man sich allerdings die Mühe gemacht zu haben, die Querungsfurt mehr oder weniger sorgfältig zu entfernen:

Schulauer Straße Wedel 2

Das wäre natürlich auch zu schön: Von einem nicht benutzungspflichtigen Radweg führt eine rote Querungsfurt direkt auf einen reinen Gehweg, auf dem das Radfahren eine Ordnungswidrigkeit darstellt. Ein Glück, dass wenigstens diese Markierung entfernt wurde, das wäre ja quasi schon eine Anstiftung zu Ordnungswidrigkeiten oder eben der typische Fall von: Radverkehrsregeln kapiert ja eh kein Mensch.

So wie hier zum Beispiel:

Steinberg Wedel

Diese Markierung dürfte sich im Laufe der Zeit selbst etwas wegrationalisiert haben, so dass der Rest von einem benutzungspflichtigen Fuß- und Radweg über die zwischengelagerte Verkehrsinsel direkt auf einen reinen Gehweg führt, auf dem das Radfahren eine Ordnungswidrigkeit darstellt. Wie soll denn ein normaler Verkehrsteilnehmer ohne überdurchschnittliche Kenntnisse der Straßenverkehrs-Ordnung und der einschlägigen Vorschriften kapieren, dass das hier Blödsinn ist? Stattdessen wird doch jeder normal denkende Mensch hier auf dem Gehweg weiterfahren — und sich dann womöglich von der Polizei zehn Euro wegen Gehwegradelei aus der Tasche ziehen lassen? Vielleicht braucht man sich bei manchen Fahrradkontrollen auch gar nicht über die renitenten Radfahrer zu wundern, die ihr Fehlverhalten überhaupt nicht einsehen wollen, wenn sie nämlich derart komische und teilweise im Widerspruch zu den Verkehrsregeln stehende Radverkehrsführungen gewöhnt sind.

Das hier ist eigentlich ebenso witzig:

Holmer Straße Wedel

Der abgebildete Gehweg ist in der rechten Richtung in beiden Fahrtrichtungen benutzungspflichtig. Vermutlich soll die Benutzungspflicht an dieser Stelle nicht nur beginnen, sondern auch enden — das hat man allerdings mit diesem parallel zur Fahrtrichtung aufgestelltem Blech eher schlecht ausgewiesen. Dementsprechend darf man sich dann auch nicht wundern, wenn Radfahrer von der rechten Seite aus ordnungswidrig auf dem Gehweg weiterradeln, anstatt über den abgesenkten Kantstein auf die Fahrbahn zu wechseln. Zusatzfrage: Erfolgt der Wechsel auf die Fahrbahn bei grüner Fußgängerampel oder bei grüner Fahrbahnampel? Das Foto zeigt allerdings einen älteren Zustand, inzwischen hat die Behörde eine direkte Rampe auf die Fahrbahn geschaffen und das Ende des benutzungspflichtigen Radweges deutlicher hervorgehoben.

Bezüglich des Befahrens der falschen Straßenseite interessant ist auch diese Kreuzung im Herzen des Wedeler Stadtteils Schulau:

Rudolf-Breitscheid-Straße Wedel 2

Für die vollständige Besprechung dieser Situation reichen ein paar Fotos eigentlich gar nicht aus. Um es mal in ein paar Sätzen zu versuchen: An dieser Straße gibt es auf beiden Seiten der Fahrbahn einen nicht benutzungspflichtigen Radweg. Hier rechts im Bild ist zu erkennen, dass der Radweg auf der einen Seite etwas breiter ist und weiter hinten am Ende der Kreuzung wieder schmaler.

Rudolf-Breitscheid-Straße Wedel 3

Gedacht war wohl mal, dass aus der rechtsseitigen Einfahrt des damaligen Hallenbades heraus direkt in die im nächsten zu sehende Straße eingebogen werden soll, ohne dafür die Straßenseite wechseln zu müssen. Leider mangelt es an der Beschilderung, die diese Geisterradelei legitimieren könnte, dafür aber gibt es eine ganze Reihe von Piktogrammen auf dem Radweg und insgesamt vier Signalgeber für den Radverkehr: Zwei für jede Fahrtrichtung an jedem der beiden Ampelmasten.

Selbstverständlich wird auch heute noch in beide Richtungen geradelt, was bereits auf dem verbreiterten Teil des Radwegs ordnungswidrig ist. Aber wenn es dort mal hätte erlaubt sein können, warum sollte es denn dann woanders verboten sein? Und schwups wird in der gesamten Straße auf der linken Seite geradelt — vermutlich ohne böse Hintergedanken:

Rudolf-Breitscheid-Straße Wedel 1

Vor allem gibt und gab es auch schon zu den Zeiten des Hallenbades eine andere Wegverbindung, die hinter dem Hallenbad entlang zu einer Straße führt, die relativ schnell wieder in die auf dem Foto zu sehende Straße einmündet — man hätte sich diese Radweg-Experimente auch eigentlich sparen können und stattdessen die andere Verbindung mit einer geeigneten Beschilderung prominenter hervorheben können.

Nächste Situation, nächstes Foto. Hier, hmm, weiß man auch nicht so genau. Ein eigener Signalgeber an einer Kreuzung, an der ein nicht benutzungspflichtiger Radweg endet. Witzig wäre es ja, würde der Signalgeber genutzt, um dem Radverkehr einen gewissen Vorsprung gegenüber dem Kraftverkehr zu schenken, damit’s nachher dort hinten auf der anderen Seite keinen Stress gibt. Zwar deutet die Markierung auf der Fahrbahnoberfläche schon darauf hin, dass es hier auf der Fahrbahn weitergeht, aber wenn es im einen Teil der Straße einen Radweg gibt, warum soll dann in dem tendenziell mit höherer Verkehrsdichte belasteten Teil der Straße auf der Fahrbahn pedaliert werden? Auch hier fahren die meisten Radlinge ordnungswidrig auf dem Gehweg weiter…

Pinneberger Straße Wedel 1

… um sich dann mit den Geisterradlern aus der entgegengesetzten Fahrtrichtung anzulegen, die nämlich seltsamerweise zur Benutzung dieses Gehweges gezwungen werden:

Pinneberger Straße Wedel 2

Das hier ist eine andere Art der Fahrrad-Falle: Ein für den Radverkehr freigegebener Gehweg führt, immerhin ohne rote Querungsfurt, über eine Ampel mit Fahrrad-Piktogramm auf einen reinen Gehweg. Preisfrage: Wie viele Radfahrer werden hier vor dem Gehweg auf die durchaus stark befahrene Bundesstraße 431 wechseln?

Rissener Straße Wedel 2

Auch da gibt’s dann Gegenverkehr auf zwei Rädern, denn die andere Seite des Weges sieht so aus:

Rissener Straße Wedel 1

Auch hier wurde mittlerweile vor einiger Zeit das fehlende Zusatzzeichen „Radfahrer frei“ unter das Zeichen 239 geschraubt und die Beschilderung auf der anderen Seite entfernt. Das verlagert das Problem allerdings nur vom reinen Gehweg auf den freigegebenen Gehweg: Da ja kein normaler Radfahrer auf einer so stark befahrenen Bundesstraße radeln möchte, zumal die Verkehrsführung im weiteren Verlauf jenseits der Hamburger Landesgrenze noch deutlich komplizierter wird, bleiben natürlich alle auf dem freigegebenen Gehweg. Problematisch: Wer wird denn eine Strecke von mehreren hundert Metern mit angepasster oder gar Schrittgeschwindigkeit zurücklegen? Eine solche Konstruktion mag zwar den Vorschriften entgegenkommen, ist aber sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluss.

Und hier weiß man dann auch nicht weiter: Wird der Radweg jetzt einfach mit zum freigegebenen Gehweg gezählt? Oder ist der Gehweg ebenfalls für den Radverkehr freigegeben, um langsame Radfahrer auf der Steigung überholen zu können? Hier ist jedenfalls die Wahrscheinlichkeit recht hoch, beim Ausweichen auf der Fahrbahn vom Kraftfahrzeugverkehr angegangen zu werden:

Autal Wedel

Zurück zum eigentlichen Thema. Die kleine Auswahl an Fotos war auch nur die so genannte Spitze des Eisberges, denn unmotiviert in der Gegend herumstehende Zeichen 240 gibt’s ungefähr so häufig wie für den Radverkehr freigegebene Rad- und Gehwege — da blickt man auch als kampferprobter Alltagsradler nicht durch.

Und auf diese Weise klingt es auch ein bisschen witzig, wenn die Polizei jetzt über die Einhaltung der Verkehrsregeln wacht und erklärt, wann linksseitige Radwege benutzt werden dürfen und wann nicht, wenn ihr die Straßenverkehrsbehörde mit solchen seltsamen Beschilderungen dazwischengrätscht. Wie soll ein normaler Radfahrer denn verstehen, ob er hier wirklich auf der linken Straßenseite fahren darf oder fahren muss oder dass die Beschilderung eigentlich schwachsinnig ist und der Bauhof vor ein paar Jahren vergessen hat, das Schild vom Mast zu schrauben? Man geht als Normalsterblicher außerhalb des radverkehrspolitischen Elfenbeinturmes ja auch nicht davon aus, dass eine Beschilderung vollkommen sinnlos sein könnte, auch wenn bei Tempo-Beschränkungen gerne Zweifel angemeldet werden.

Will man von Radfahrern verlangen, sich an die Regeln zu halten, so muss auch die entsprechende Infrastruktur an die gegenwärtigen Verkehrsregeln angepasst werden — ansonsten wird so etwas niemals funktionieren. Eigentlich sind diese seltsamen Konstruktionen in der Infrastruktur ein Fall für eine regelmäßig zu veranstaltende Verkehrsschau. Die Verwaltungsvorschriften zur Straßenverkehrs-Ordnung verlangen dazu ab Randnummer 56 zu § 45 StVO:

Die Straßenverkehrsbehörden haben bei jeder Gelegenheit die Voraussetzungen für einen reibungslosen Ablauf des Verkehrs zu prüfen. Dabei haben sie besonders darauf zu achten, daß die Verkehrszeichen und die Verkehrseinrichtungen, auch bei Dunkelheit, gut sichtbar sind und sich in gutem Zustand befinden, daß die Sicht an Kreuzungen, Bahnübergängen und Kurven ausreicht und ob sie sich noch verbessern läßt. Gefährliche Stellen sind darauf zu prüfen, ob sie sich ergänzend zu den Verkehrszeichen oder an deren Stelle durch Verkehrseinrichtungen wie Leitpfosten, Leittafeln oder durch Schutzplanken oder durch bauliche Maßnahmen ausreichend sichern lassen.

(…)

Alle zwei Jahre haben die Straßenverkehrsbehörden zu diesem Zweck eine umfassende Verkehrsschau vorzunehmen, auf Straßen von erheblicher Verkehrsbedeutung und überall dort, wo nicht selten Unfälle vorkommen, alljährlich, erforderlichenfalls auch bei Nacht. An den Verkehrsschauen haben sich die Polizei und die Straßenbaubehörden zu beteiligen; auch die Träger der Straßenbaulast, die öffentlichen Verkehrsunternehmen und ortsfremde Sachkundige aus Kreisen der Verkehrsteilnehmer sind dazu einzuladen.

(…)

Eine Verkehrsschau darf nur mit Zustimmung der höheren Verwaltungsbehörde unterbleiben.

Leider scheint es mittlerweile die Regel zu sein, dass eine solche Verkehrsschau nicht durchgeführt wird — auch das ist eben ein Effekt der teilweise drastischen Einsparungen bei Behörden und Polizei.

Thomas wies in den Kommentaren noch auf diesen Absatz hin:

Auch in der Haseldorfer Marsch fanden am Dienstag Fahrradkontrollen statt. Hier hatten die Beamten den Fokus auf Rennradfahrer gelegt, von denen in der Marsch teils unfallträchtige Fehlverhalten ausgehen. Rennradfahrer sind wie andere Radfahrer gehalten, auf dem Radweg zu fahren, wenn vorhanden. Weil dies am Dienstag 39 Mal nicht der Fall war, gab es Verwarnender.

Dieser kleine Absatz hat es schon ziemlich in sich.

Das fängt damit an, dass das aus der Windschutzscheiben-Perspektive offensichtlichste Fehlverhalten jeweils das Ignorieren eines vorhandenen Radweges ist. Das dürfte, von wenigen Ausnahmen einmal abgesehen, nicht das unfallträchtigste Fehlverhalten darstellen, wenigstens nicht bei ehrlicher Berechnung: Die Unfallgefahr entsteht meistens erst, wenn ein ungeduldiger Kraftfahrer überholen möchte, die Sicht oder der Platz nach vorne aber nicht ausreichend ist und es dann richtig eng wird. Man mag darüber diskutieren, inwiefern jetzt das ordnungswidrige Ignorieren eines Radweges den eigentlichen Unfall begründet, der ja erst aufgrund des zusätzlichen Fehlverhaltens eines Kraftfahrers entstand. Trotzdem wird manchmal im Pressebericht zu einem solchen Unfall vorschnell suggeriert, der Radfahrer wäre an so einem Unfall schuldiger als der Kraftfahrer, weil der Kraftfahrer ja zu einem gefährlichen Überholmanöver gezwungen wurde — das Hinterherfahren und Abwarten einer geeigneten Überholmöglichkeit scheint wohl keine Option zu sein.

Nun mag die massenhafte Präsenz der Rennradler in der besagten Gegend den Kraftverkehr tatsächlich behindern, aber selbst wenn die Rennradler unterhalb der magischen Zahl von 16 Radfahrern, die es zur Bildung eines Fahrrad-Verbandes braucht, auf der Fahrbahn verbleiben, ist das noch kein Freibrief zu gefährlichen Manövern im Straßenverkehr. Die Haseldorfer Marsch ist aber insbesondere am Wochenende kein besonders geeigneter Ort, um das Miteinander der Verkehrsteilnehmer zu zelebrieren. Bei gutem Wetter steigen eine ganze Menge Leute aufs Rad, um die schöne Landschaft bei einer lockeren Radtour zu genießen, andere rollen auf ihren Rennrädern etwas schneller dort entlang. Dazu gesellen sich dann die motorisierten Ausflügler, von denen wiederum einige gerne ihre höherwertigen Kraftfahrzeuge auf den kurvigen Strecken ausfahren möchte. Da mag die aggressive Stimmung auf der Straße nicht verwundern.

Allerdings gibt es in der besagten Gegend gar nicht so viele Radwege, auf die man sich als Radfahrer flüchten könnte. Und die wenigen, die es dort gibt, die sind, da irrt die Pressemitteilung, längst nicht alle benutzungspflichtig — auch wenn die Polizeikontrolle wohl schon an einem benutzungspflichtigen Radweg stattgefunden haben wird. Alles andere wäre nun wirklich zu einfach.

Abenteuer Leben und das Hin und Her im Straßenverkehr

Kabel1 hat für Abenteuer Leben die Fahrradstaffel der Hamburger Polizei bei ihrer Arbeit begleitet: Sendung vom 3. Dezember 2013

Naja.

Was soll man schon schreiben? Ärgerlich genug, dass im gesamten elfminütigen Beitrag nicht zwischen „Strafe“ und „Bußgeld“ differenziert wird. Das mag zwar erst einmal nach Erbsenzählerei klingen, aber das Radfahren auf der linken Straßenseite ist — sofern nicht kraft Beschilderung erlaubt — erst einmal nur eine Ordnungswidrigkeit und keine Straftat. Gleich zu Beginn werden die Hauptunfallursachen für Fahrradunfälle aufgezählt: Radfahren auf der falschen Straßenseite, okay, Missachtung roter Lichtzeichen, na gut, sowie die beiden Klassiker mit defekten Bremsen und kaputter Beleuchtung. Bei den beiden letzten fragt man sich hingegen schon, ob das tatsächlich zu den Hauptunfallursachen gehören mag, die Unfallstatistik sieht das nämlich anders und setzt da beispielsweise mit unachtsamen Kraftfahrern an, die mit der Konzentration abseits des Straßengeschehens beschäftigt sind und mal eben so einen Radfahrer mitnehmen.

Das wird im hinteren Teil des Fahrrad-Beitrages noch etwas seltsamer. Es geht wieder um rote Ampeln, deren Missachtung die Fahrradstaffel medienwirksam ahndet. Einer der Beamten erklärt einem Radfahrer, das Rotlicht wäre zu seiner eigenen Sicherheit zu beachten, er wüsste ja gar nicht, wie viele Radfahrer beim Abbiegen umgefahren werden. Der letzte Teil des Satzes mag zwar zutreffend sein, allerdings dürfte sich der weitaus größere Teil der Abbiege-Unfälle bei grünem Licht zugetragen haben — es heißt schließlich nicht umsonst mehr oder weniger ernstgemeint „Sicher fahre ich nur bei Rot“, denn dann hat man als umsichtiger Radfahrer wenigstens die konfliktträchtigen Verkehrsströme im Blick und muss nicht befürchten, dass von hinten links einer Schulterblickverweigerer angesaust kommt.

Und dann werden Plötzlich die Kraftfahrer als Hauptunfallverursacher dieser Abbiegeunfälle bezeichnet — mit immerhin soliden 93 Prozent. Garniert wird der Beitrag an dieser Stelle mit dem lustigen Versuch der Unfallforschung der Versicherer: Ein Kraftfahrzeug wird auf einen Fahrrad-Dummy losgelassen und einmal trägt die Versuchsperson einen Helm, einmal nicht. Bei der Kollision mit dem helmbewehrten Dummy rutscht der Plastikmensch beinahe schon locker-flockig über die Motorhaube, ohne dass der Helm überhaupt Kontakt mit Windschutzscheibe oder Boden verzeichnen muss, während sich der umbehelmte Dummy hoch in die Luft schraubt, um dann kopfüber auf den Asphalt zu stürzen. Dass der Versuchsaufbau nicht optimal war, stellt man da schon als Laie fest.

Gleichzeitig beteuert die Polizei weiterhin, wie gefährlich das Ignorieren der roten Lichtzeichen wäre und wie viele Unfälle es deswegen mit abbiegenden Kraftfahrzeugen gäbe. Leider stellt in diesem Augenblick niemand die Frage, warum denn angesichts der Sorge um die Sicherheit der Radfahrer nicht problematische Schulterblickverweigerer in ihren Kraftfahrzeugen Hops genommen werden, die bei Grünlicht querende Radfahrer beim Abbiegen umfahren.

Allerdings passt das auch zum Gesamtkonzept der Sendung, das eher einem Bußgeldkatalog in bewegten Bildern gleicht. Bei solchen Sendungen hat man immer das Gefühl, den Verkehrsteilnehmern ginge es tatsächlich bloß um die zu erwarteten Bußgelder im Sinne einer Kosten-Nutzen-Rechnung anstatt echter Sicherheit.

Siehe auch:

  • Unfälle mit Fußgängern und Radfahrern

    Als so genannte „schwache Verkehrsteilnehmer“ sind Fußgänger und Radfahrer im innerstädtischen Verkehr besonders gefährdet. 2012 verunglückten in Deutschland innerorts insgesamt 97.941 Fußgänger und Radfahrer, 636 davon tödlich. Die hohe Anzahl verletzter und getöteter Fußgänger und Radfahrer hat die Unfallforschung der Versicherer (UDV) zum Anlass genommen, Unfälle mit Beteiligung von Fußgängern und Radfahrern am Beispiel der Stadt Berlin genauer zu analysieren.

„188 Radler-Rambos erwischt!“

Die Hamburger Morgenpost freut sich: 188 Radler-Rambos erwischt!

188 Radler-Rambos erwischte die Hamburger Polizei am Mittwoch bei Radfahrer-Kontrollen.

Die Berichte über derartige Polizeikontrollen, deren Sinn gar nicht direkt in Abrede gestellt werden sollen, folgen leider immer dem gleichen Muster: Es wird das Vergehen der Radfahrer aufgelistet und anschließend ein Zusammenhang zwischen diesen Vergehen und einer aus einer recht willkürlich aus einer beinahe beliebigen Spalte der Unfallstatistik herausgesuchten Zahl hergestellt. Dann wird suggeriert, mit einer Kontrolle dieser aufgezählten Vergehen erhöhe die Polizei signifikant die Sicherheit des Radverkehrs.

Dass viele Unfälle — Kampf-, Geister-, Rotlicht- und Gehwegradeleien hin oder her — primär von Kraftfahrern verursacht werden, fällt dabei unter den Tisch. Man muss wohl davon ausgehen, dass Schulterblicke, unachtsames Abbiegen und eklatante Mängel in der Kenntnis der Straßenverkehrs-Ordnung tatsächlich nur dieses eine Mal im Jahr überprüft werden, wenn es denn mal beifällig im Artikel erwähnt wird.

Flensburgs Polizei macht für linksseitige Radwege mobil

Bitte nicht wundern — Wenn es beim Lesen dieses Artikels im Hinterkopf klirrt, ist wieder einmal eine Argumentationskette ob der extremen Verwindungen zerrissen: Flensburgs Polizei macht gegen Fahrradrowdys mobil

Bundesweite Aktion des Verkehrsministeriums soll für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen

Nun ist das mit der Sicherheit im Radverkehr immer so eine Sache, gerade wenn das Bundesverkehrsministerium seine Finger darin hat und gerade wenn es darum geht, mit ein paar Beispielen argumentativ die Sicherheitsaspekte zu untermauern.

In Flensburg angelt also die Polizei Radfahrer vom rechtsseitigen Gehweg herunter, weil es Beschwerden von Anwohnern gab, die beim Ausparken beinahe mit heranrasenden Radlern zusammenstießen. Soweit, so gut, auf dem Gehweg radeln und dann auch noch so schnell ist sicherlich mit eine der größten Dummheiten, die sich auf zwei Rädern anstellen lassen.

Die Alternative wartet auf der linken Straßenseite: Dort befindet sich ein Radweg für beide Fahrtrichtungen. Dass es dort nicht gerade sicherer zugehen wird und ob die Anwohner dort leichter ausparken können, obwohl sie auf Radfahrer von links und von rechts achten müssen, bleibt im Artikel leider unerwähnt.

Parksuchverkehr: Nichts geht mehr

Kleine Anekdote am Rande: Es heißt doch immer, die Radfahrer wären die allerschlimmsten und hielten sich niemals an die Regeln? Wenn hingegen Kraftfahrer die Regeln ignorieren, dann scheint das nicht so schlimm zu sein, dann wird noch nicht einmal das Kampfvokabular ausgepackt:

  • Parken in Wedel: Kreuz und quer

    Sperrung der L 105, Bauarbeiten am Stadthafen: Derzeit halten Autofahrer die Wedeler Ordnungshüter ziemlich auf Trab. Halteverbot, Straßensperrungen und andere Verkehrsregeln scheinen immer mehr Autofahrer zu ignorieren. Das zumindest stellen die Mitarbeiter des Fachdienstes Ordnung fest.

  • Sommer, Sonne, Parkplatzroulette

    „Rien ne va plus“, nichts geht mehr: Wenn in den Sommermonaten die Sonne über Willkomm Höft und Beach-Club lacht, ist so manchem Autofahrer eher zum Weinen zu Mute. Denn beim Glücksspiel um einen freien Parkplatz in Ufernähe gelingt nur wenigen Besuchern der ganz große Wurf. Ein echter Jackpot.

Mit Vollgas vor der Berliner Fahrradstaffel flüchten

Gefunden im Radspannerei-Blog — Berlin bekommt bald seine eigene Fahrradstaffel: Kampfradler: Berliner Polizei rüstet auf

Die Berliner Polizei rüstet gegen „Kampfradler“ auf: Wegen der vielen Unfälle mit Radfahrern soll 2014 eine eigene Staffel mit Polizisten auf Elektrorädern aufgestellt werden.

Drei Dinge fallen unangenehm auf: Der Kampfradler wird bereits in der Überschrift aufgeknüpft, trotz der „nur“ zur Hälfte von den Radfahrern verursachten Unfälle werden sich die Kontrollen mutmaßlich nicht auf den motorisierten Kraftverkehr erstrecken, und: Die Beamten radeln in der „klassischen Uniform“ auf Elektrorädern.

Die Hamburger Kollegen sind ja wenigstens etwas sportlich drauf, aber hier müsste man es ja glatt drauf anlegen, den müßigen Diskussionen über § 2 Abs. 4 StVO mit einem lockeren Sprint zu umgehen. Wenn den Beamten jenseits der 25 Kilometer pro Stunde die Elektrounterstützung wegbricht, ist ein einigermaßen trainierter Radfahrer gerade mal auf seiner Reisegeschwindigkeit angekommen.