Kein Fahrradhelm, trotzdem keine Kopfverletzung

Manchmal sieht sich die Polizeipresse vor die argumentative Herausforderung gestellt, dass ein umbehelmter Radfahrer in einen Unfall verwickelt wurde, aber gar keine Kopfverletzungen erlitten hat, die ein Helm womöglich vermieden hätte: Schülerin bei Verkehrsunfall leicht verletzt

Helle Köpfe glauben an den Helm

Gefunden in der Rad-Spannerei:

Das dort abgebildete Fotomotiv ist natürlich schon alleine wegen des Misstrauens gegenüber Gott bemerkenswerter als Oscar Wildes Blitzableiter auf dem Kirchturm. Und man ist schon fast dabei, sich über die dazugehörige Pressemitteilung aufzuregen, in der es heißt:

Landrat Manfred Müller unterstützt die gesamte Kampagne. Müller: „Bereits bei der Auftaktveranstaltung der Verkehrssicherheitskampagne im April habe ich deutlich gemacht, wie wichtig mir die Sicherheit der Radfahrer im Kreis Paderborn ist. Wegen der hohen Zahl an Unfällen unter Beteiligung von Radfahrern, möchte ich an alle Radler appellieren: Der Helm kann im Unglücksfall ihr Leben retten!“

Klar, das klingt nunmal wie immer: für vernünftige Radverkehrsanlagen fehlt das Geld, also versucht man die Sicherheit über den Umweg des Fahrradhelmes zu verkaufen. So in etwa nach dem Motto: Radfahrer sollen sich ruhig weiter auf schlechten Radverkehrsanlagen gefährden, wenn sie einen Helm tragen, tut’s wenigstens nicht so doll weh. Unfälle werden damit genauso wenig vermieden wie die eigentliche Sicherheit gesteigert.

Aber immerhin: in Paderborn wurden schon mal die Radwegbenutzungspflichten reduziert. Das alleine führt zwar nicht automatisch zu mehr Sicherheit, ist aber wenigstens ein Schritt in die richtige Richtung — hoffentlich bleibt es nicht der einzige und geht weitere Schritte in die richtige Richtung, anstatt nur seltsame Plakate aufzuhängen.