Fahrradhelm-Studie: Hannelore-Kohl-Stiftung ist entsetzt

Die ZNS-Hannelore-Kohl-Stiftung gilt als eine der größten Befürworterinnen des Fahrradhelmes. In der Vergangenheit fiel die Stiftung, die Unfallopfern mit Schäden des Zentralen Nervensystems hilft, immer wieder mit Äußerungen auf, dass man dort den Fahrradhelm als universelles Mittel im Kampf gegen Schädel-Hirn-Verletzungen sieht — tatsächlich ist aus wissenschaftlicher Sicht die Schutzwirkung so eindeutig und umfassend, wie es häufig dargestellt wird. Zu der so genannten Helmpflicht-Studie aus Münster schreibt die Stiftung: Warum Helm? – Kopfverletzungen lassen sich nicht in Euro berechnen

Und was die Stiftung dort schreibt, ist sicher nicht komplett verkehrt: Menschenleben und Gesundheit lassen sich nur schwer finanziell aufrechnen — und solche Rechnungen bekommen stets einen recht unappetitlichen Beigeschmack. Was sich aber berechnen lässt, und das nennt die ZNS-Hannelore-Kohl-Stiftung trotzdem noch ein „zynisches Ergebnis“, sind die gesundheitlichen Auswirkungen: Während sich die positiven Auswirkungen Fahrradhelm-Pflicht nur im überschaubaren Maße in der Unfallstatistik niederschlagen werden, dürften sich der Radverkehrsanteil je nach Studie merklich bis ganz erheblich reduzieren — und zwar immerhin soweit, dass der zusätzliche Mangel an körperlicher Bewegung, der mit der Nutzung von Kraftfahrzeugen und öffentlichen Verkehrsmitteln einhergeht, direkte Auswirkungen zeigt.

Recht schwer tut sich die Stiftung allerdings mit ihrer Positionierung gegenüber einer Fahrradhelm-Pflicht: Angesichts der unklaren Rechtsprechung befürchtet die Stiftung eine generelle Mitschuld bei Unfallopfern, die ohne Helm unterwegs waren.