Fahrrad-Sternfahrten: Erstmal Steuern zahlen und Radwege benutzen

Seit der seltsamen sternTV-Sendung scheint der Radverkehrspolitik-Posteingang so eine Art Kummerkasten verletzter Kraftfahrer-Seelen geworden zu sein. Regelmäßig werden Beobachtungen gemeldet über Radfahrer, die trotz eines „bestens ausgebauten und breiten Radweges“ einfach so „mitten auf der Straße fahren“ und damit ihre Anerkennung als menschliches Lebewesen schlichtweg verspielt hätten. Und Steuern zahlen die ja auch nicht! Und sie haben nicht mal ein Kennzeichen und fahren ohne Helm! Ist diese Phrase von den „bestens ausgebauten und breiten Radwegen“ eigentlich so ein Running-Gag oder hat die tatsächlich schon mal jemand gesehen?

Natürlich gab es auch bezüglich der Berliner Fahrradsternfahrt Kritik, obschon gar nicht mal so sicher ist, wie viele Teilnehmer sich bei dem Wetter auf das Rad gesetzt haben. Klaus Kurpjuweit und Christoph Stollowsky schreiben dazu im Tagesspiegel: Rund 100 000 Teilnehmer bei Fahrrad-Sternfahrt

Trotz strömenden Regens machten sich zehntausende Radler auf in Richtung Großer Stern. Manch einer sehnte sich schon unterwegs nach einer heißen Dusche. Stattdessen goss es vom Himmel, und die Pfützen spritzten hoch auf.

Dankenswerterweise hat sich berlinradler drüben in der Rad-Spannerei gerade an diesem Thema abgearbeitet: Schränkt die Fahrradsternfahrt die Freiheit ein?

Keine Fahrradsternfahrt in Baden-Württenberg

Die Zeit hat nicht mehr für eine vernünftige Planung gereicht: Radsternfahrt wird abgesagt

Das Land Baden-Württemberg wird die von Verkehrsminister Winfried Hermann initiierte Fahrradsternfahrt nicht durchführen. Sowohl das Regierungspräsidium als auch die Ordnungsbehörde der Stadt Stuttgart sehen sich außer Stande, in der noch verbleibenden Zeit die Streckensperrungen zu realisieren. Der ADFC Baden-Württemberg bedauert die Absage außerordentlich. Das Interesse an der Sternfahrt war seit Beginn der Planungen Mitte Dezember sehr groß.

In der so genannten Umwelthauptstadt Hamburg wird in genau einhundert Tagen am 17. Juni wieder ins Stadtzentrum geradelt.