Unbekannte Baumeister müssen Strafe fürchten

Schön, dass man dort radeln darf — schade, dass die Oberfläche des Dresdner Körnerweges so gar nicht zum Radfahren geeignet ist. Unbekannte verfugten nun ein Stück des Kopfsteinpflasters, um Zweiradfahrern ein gefahrloseres Fortkommen zu ermöglichen. Das kommt dabei raus: „Ausbesserungen“ am Dresdner Körnerweg: Stadt prüft ob eventuell Straftat vorliegt

Im Dresdner Rathaus wird weiterhin gerätselt, wer in der vergangenen Woche einen Teil des Körnerwegs in Dresden-Loschwitz auf eigene Faust ausgebessert hat. Wie die Stadtverwaltung auf Anfrage von DNN-Online mitteilte, ist nicht bekannt, wer für die Arbeiten verantwortlich ist. Allerdings prüft die Verwaltung zur Zeit, ob die Arbeiten rückgängig gemacht werden müssen und ob sich die Arbeiter bei ihrem Tun strafbar gemacht haben könnten.

Mit dem Baubürgermeister kampfradeln

Es ist ein Drama sondergleichen: Aus irgendeinem Grunde ist es für Politiker plötzlich schicklich geworden, mit dem Gefolge eine so genannte politische Radtour zu veranstalten. Aus Sicht der teilnehmenden Wähler ist das eine mehr oder weniger lustige Tour zu den Brennpunkten des Wahlkreises, aus Sicht der Straßenverkehrs-Ordnung eher ein Desaster: was die Politik gerne als Kampfradelei bemängelt, findet strikte Anwendung. Das Radfahren mit Dutzenden Teilnehmern fällt eben nicht ganz so leicht, ein erfahrener Tourleiter ist natürlich nicht eingeplant, also findet sich der Pulk plötzlich in der Fußgängerzone wieder, fährt auf linksseitigen Radwegen, weil er da irgendwie hingepurzelt ist, meidet die Fahrbahn und klingelt stattdessen Fußgänger auf dem Gehweg beiseite und fährt ganz lässig gegen Einbahnstraßen.

Meistens merkt niemand, dass da etwas falsch läuft, denn in der Regel sind die Teilnehmer keine andere Interpretation der Verkehrsregeln gewohnt. Nach der Radtour, wenn wieder in die Rolle des Kraftfahrers oder Fußgängers gewechselt wird, ist natürlich die Empörung groß, wenn sich da jemand nicht an die Verkehrsregeln hält.

Dresdens Baubürgermeister Jörn Marx, offenbar regelmäßiger Radfahrer, lud fatalerweise ebenfalls zu einer solchen Tour. Man wird aus dem Artikel nicht so ganz schlau, ob die Regelverstöße nun absichtlich begangen wurden oder eher versehentlich passierten, aber so ganz glücklich war man da wohl nicht. „Man verleitet die Leute dazu, irgendwas zu machen“, stellt Marx fest und gelobt Besserung. Christoph Springer hat für DNN online die Tour miterlebt: Radfahren in Dresden: Baubürgermeister erlebt, wie leicht man gegen Verkehrsregeln verstößt