Eine kleine Party im Stadtverkehr

Michael Tibudd hat offenbar eine Critical-Mass-Tour auf ihrem Weg durch die Innenstadt beobachtet und macht sich Gedanken, wie die Städte den Radverkehr fördern können: Kampf um jeden Millimeter

Autos brauchen Platz. Und sie nehmen ihn sich. Der Radverkehr hingegen wird in Deutschland oft vernachlässigt, vor allem in Städten. Immer mehr Metropolen wollen nun den Fahrradverkehr fördern. Doch die Autofahrer räumen nur widerwillig das Feld.

Critical Mass Köln: „Die Straße gehört allen“

Im Kölner Stadt-Anzeiger geht’s heute um die dortige Critical Mass: Straßenprotest mit vielen Fahrrädern

Unter dem Motto „reclaim the streets“ – erobere die Straßen zurück – fahren Teilnehmer der Fahrrad-Bewegung „critical mass“ quer durch die Straßen Kölns und nehmen die Fahrspuren in Beschlag. Die Idee dahinter ist, die Straßen so mit Fahrradfahrern zu überfluten, dass der Verkehr ruhiger wird.

Eigentlich schade, dass die Critical Mass als eine Protestform oder eine Demonstration beschrieben wird — das ist sie nämlich eigentlich nicht.

„Eine bedrohte Art erobert ihren Lebensraum zurück“

Legal Tribune Online versucht sich an einer Interpretation des „Phänomen Critical Mass“:

„Wir behindern nicht den Verkehr – wir sind der Verkehr! Schließt euch zusammen und holt euch ein Stück Straße zurück“. Mit solchen Parolen werden Radfahrer in vielen Großstädten dazu aufgerufen, sich „unorganisiert“ zu treffen und durch langsames Fahren im Pulk gegen den Autoverkehr zu protestieren. Ob ihr Verhalten auch rechtmäßig ist, erläutert Adolf Rebler.