Fahrrad-Monitor 2013 vorgestellt

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club haben gestern die Ergebnisse des Fahrrad-Monitors 2013 veröffentlicht. Das wenig überraschende Ergebnis lautet: Verbesserung der Infrastruktur notwendig

Der Untertitel ist allerdings traditionell eher schwammig formuliert, da ist für jeden was dabei:

Neuer Fahrradmonitor: Fahrrad bleibt beliebtes Verkehrsmittel

„Beliebtes Verkehrsmittel“ ist toll. Vielleicht sind Fahrräder ja genauso beliebt wie Kraftfahrzeuge, S-Bahnen und die eigenen Füße. Irgendeine Art von Komparativ, um die Beliebtheit wenigstens etwas in der Reihenfolge der Verkehrsmittel zu verorten, wäre schon mal ganz toll.

Der ADFC bietet auf seiner Homepage die Ergebnisse und einen kurzen Überblick zum Herunterladen an und findet eine ähnlich aussagekräftige Überschrift: Fahrrad bleibt beliebtes Verkehrsmittel

Die wichtigsten Punkte: Die Intensität der Fahrrad-Nutzung ist leicht zurückgegangen, „über die Hälfte der Radfahrer“ fühlen sich im Straßenverkehr sicher und als Hinderungsgründe gelten weiterhin große Entfernungen, lange Fahrtzeiten und die ubiquitäre Gegenwart des motorisierten Individualverkehrs — Fahrradhelme finden in der kurzen Zusammenfassung gar keine Erwähnung.

DIE WELT sieht die Sache noch etwas negativer und schreibt: Deutsche radeln seltener, zahlen aber mehr dafür

Die Beliebtheit des Radfahrens sinkt in Deutschland – auch, weil es vielerorts nicht genügend Wege dafür gibt. Zugleich gaben die Bürger aber 2013 für neue Fahrräder mehr aus als in den Vorjahren.

In den Kommentaren gibt’s den üblichen Schlagabtausch zwischen Radfahrern und Nicht-Radfahrern.

„Der bisherige Minister für Verkehr, Peter Ramsauer, könnte womöglich das Kabinett verlassen.“

Die bezüglich der Radverkehrspolitik wohl wichtigste Meldung im Zuge der Bildung der Großen Koalition ist ein Wechsel im Bundesverkehrsministerium. SPIEGEL ONLINE schreibt dazu:

Von den anderen zwei CSU-Posten steht bisher nur einer fest:

  • Noch-CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt soll nach SPIEGEL-Informationen das um die digitale Infrastruktur erweiterte Verkehrsministerium übernehmen. Zuvor war er für den Bereich Ernährung und Landwirtschaft im Gespräch.
  • Der bisherige Minister für Verkehr, Peter Ramsauer, könnte womöglich das Kabinett verlassen.

Genau wie sein Vorgänger ist Alexander Dobrindt offenbar, naja, jemand, der gerne aneckt. Es wäre außerordentlich interessant zu erfahren, warum Ramsauer aus dem Kabinett ausscheidet: Man munkelt, seine nicht gerade mit von politischen Erfolgen gezeichnete Amtszeit könnte der primäre Grund sein. Schließlich war es sein Ministerium, das Deutschland eine quälend lange Zeit ohne gültige Straßenverkehrs-Ordnung bescherte, die dann schnell zurecht gemachte Neufassung aufgrund der sprachlichen Komplexität der Lächerlich preisgab und persönliche Herzensangelegenheiten wie die Punktereform oder das Wechselkennzeichen für Kraftfahrzeuge medienwirksam in den Sand setze.

Mal sehen, was in den nächsten Jahren passiert.