Radfahrer auf der Fahrbahn: Erstaunte Ortspolitiker

Ein schönes Beispiel, wie schwer sich Verwaltung und Politik noch immer mit dem Fahrrad auf der Fahrbahn tun, liefert der Weser-Kurier: Radfahrer dürfen auf Borgfelder Allee fahren

Bremer Radfahrer haben seit rund 16 Jahren an vielen Stellen der Stadt die Wahl, ob sie den Radweg oder die Straße benutzen wollen. Allerdings ist diese Regelung in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Wahlfreiheit haben auch Radfahrer im Ortsteil Borgfeld, wie Ernst Kittlaus vom Amt für Straßen und Verkehr (ASV) im Verlauf der jüngsten Beiratssitzung erläuterte. Die Ortspolitiker nahmen die Erklärungen des Verkehrsexperten erstaunt zur Kenntnis.

Interessanterweise hat der Redakteur des Weser-Kuriers offensichtlich im Gegensatz zu vieler seiner Kollegen schon mal die einschlägigen Vorschriften und Verordnungen befragt. Das Bremer Beispiel zeigt allerdings auch eindrucksvoll auf, warum selbst eintausend Unterschriften nicht für eine Benutzungspflicht vermeintlich sicherer Sonderwege genügen, wenn es die Vorschriften einfach nicht hergeben.

Bremen: eine Million Radfahrer auf der Wilhelm-Kaisen-Brücke

Eine Million Fahrräder hatte man erst nach knapp zehn Monaten erwartet, tatsächlich dauerte es nicht einmal ein halbes Jahr, bis auf der Wilhelm-Kaisen-Brücke der millionste Radfahrer gezählt wurde: Eine Million Radfahrer in sechs Monaten

Am 10. Juli passierte die millionste Radfahrerin in diesem Jahr die Fahrradzählstelle an der stark befahrenen Wilhelm-Kaisen-Brücke.

Bremen auf Kopenhagens Spuren

Bei Radio Bremen TV gab’s letzte Woche zwei Beiträge über das Fahrradfahren in Bremen:

Pendler-Probe

Mehr als 42 Prozent der in Bremen arbeitenden Menschen sind Pendler. Unter welchen Bedingungen sie in die Stadt kommen, hat der ADAC in einer Studie auf mehreren Routen getestet. Wir haben uns die Strecke Achim – Bremen rausgepickt, um herauszufinden, ob das Fahrrad eine Alternative zum Auto ist. Die Ergebnisse und die Frage, ob Bremen eine Fahrradstadt ist, diskutieren wir mit Klaus-Peter Land, Geschäftsführer des Fahrradclubs ADFC.

Fahrradstadt Kopenhagen – Vorbild für Bremen?

Kopenhagen ist umgestiegen auf das Fahrrad. Nirgendwo in Europa ist die Dichte an Fahrrädern größer als in der dänischen Hauptstadt. Und: Keine Stadt richtet sich so stark nach dem Fahrradverkehr wie Kopenhagen. Wir haben uns die Fahrrad-Modellstadt angesehen und gefragt: Wäre so etwas auch in Bremen möglich? Dazu Antworten von Wolfgang Golasowski, Staatsrat in der Bremer Verkehrsbehörde.

Freie Fahrt in Bremen

Die Bremer Radwege sehen dem deutschen Durchschnittsradweg in Bezug auf Breite und Oberflächenqualität sehr ähnlich — das Bremer Straßenverkehrsamt hat daraus allerdings die richtigen Konsequenzen gezogen und kurzerhand die Benutzungspflicht an zwei Dritteln des Radwegenetzes aufgehoben: Viele Fahrradwege in Bremen sind keine mehr

Viele Radwege in Bremen entsprechen nicht der gesetzlichen Vorgabe. Das hat das Bremer Verkehrsressort eingeräumt. Die Wege seien zu schmal oder unterbrochen. Das Bremer Straßenverkehrsamt hat nun hunderte der blauen Radweg-Schilder im Stadtgebiet abgebaut.

Die Überschrift ist leider etwas verwirrend, denn die meisten Radwege sind weiterhin als „anderer Radweg“ befahrbar, nur eben nicht benutzungspflichtig. Nur wenn vorher ein gemeinsamer Geh- und Radweg mit Benutzungspflicht gegeben war, handelt es sich ohne Benutzungspflicht um einen reinen Gehweg, der nur mit entsprechender Beschilderung noch befahren werden darf.

Dem Problem der aggressiven Autofahrer will man mit Fahrradstreifen abhelfen.