#bloodycyclists: Kraftfahrerin kommt mit Geldstrafe davon

Vor etwa einem halben Jahr machte eine Twitter-Nachricht einer jungen Britin die Runde, die sich damit brüstete, einen dieser scheiß Kampfradler, die eh keine Steuern zahlen, angefahren zu haben. Das war nicht unbedingt klug, weil ihr daraufhin die Polizei folgte: Zuerst auf Twitter, dann auch draußen vor ihrer Haustür.

Inzwischen hat ein Gericht entschieden, dass es bei einer Geldstrafe bleibt, der Vorwurf des rücksichtslosen Fahrens, was auch immer genau das drüben auf der Insel bedeutet, wurde fallengelassen: „#Scheißradfahrer vom Sattel geholt“

Emma Way verursachte einen Unfall, beging Fahrerflucht und brüstet sich damit auf Twitter. Von der Netzgemeinde wurde sie danach gegrillt, vielleicht fiel ihre Strafe darum auch milde aus.

#Bloodycyclists: Viel Applaus für Attacke auf den Radfahrer

Man sollte sich im Straßenverkehr nicht mit anderen Verkehrsteilnehmern anlegen. Weder mit Kraftfahrern noch mit Radfahrern noch mit Fußgängern. Das macht man einfach nicht.

„Eine dumme Idee“ war wohl, was sich eine 21-jährige Britin überlegt hat. Was genau sich zugetragen hat, das ist eigentlich gar nicht so ganz klar, aber die Kraftfahrerin gab bei Twitter stolz zu Protokoll, „definitiv einen Radfahrer vom Rad gestoßen“ zu haben. Und außerdem bezahlten Radfahrer ja überhaupt gar keine Steuern — eine in Deutschland nicht unübliche Argumentation für das Beifahrerfenster. Weniger für Deutschland unüblich war die Reaktion der Polizei, die den Tweet ebenfalls las: Offenbar können die meisten deutschen Polizeibeamten über ihren Dienstrechner noch nicht einmal Google Maps aufrufen.

Die Britin bezeichnete im Nachhinein ihren Tweet als „dumm und kindisch“ und den „größten Fehler ihres Lebens“. Dass der der Sache vorausgehende Vorfall auch nicht gerade eine gute Idee war, fiel der Dame nicht ein: Autofahrerin brüstet sich mit Attacke gegen Radler

„Habe definitiv einen Radfahrer vom Rad gestoßen“: Dieser Twitter-Eintrag hat einer jungen Britin jede Menge empörte Reaktionen eingebracht – und sogar berufliche Konsequenzen, auch die Polizei ermittelt. Nun spricht die 21-Jährige vom größten Fehler ihres Lebens.

Gut, es gab nur 43 Beiträge im Forum der SPIEGEL-ONLINE-Meldung, aber bis zur „Hasskappe gegen Radfahrer“ dauerte es immerhin nur vier Beiträge. Überhaupt ist auch der Rest der Beiträge nicht immer von einem vernünftigen Verständnis des Straßenverkehrs gezeichnet — zusammen mit den kaum zitierfähigen Wortmeldungen, die sich in der letzten Woche im Radverkehrspolitik-Posteingang angesammelt hatten, stellt sich wieder einmal die Frage nach dem grundsätzlichen gesellschaftlichen Verständnis des deutschen Straßenverkehrs. Die vielen Ankündigungen, jeden Radfahrer umzufahren, der nicht den bestens ausgebauten und breiten Radweg benutzt, machen schon fast ein bisschen Angst.