Sitzbänke auf Radwegen

Manchmal kommen Stadtplaner auf komische Ideen, die noch nicht einmal auf dem dritten Blick ganz klar zu durchschauen sind. In Neubrandenburg geht’s jetzt offenbar ganz heiß her, Wenn Radfahrer an den Wartenden vorbei sausen:

Seit Ende des vergangenen Jahres sind Straßen und Wege zwischen Treptower Tor und Großer Wollweberstraße am Neubrandenburger Ring neu gestaltet. Den Bürgersteig teilen sich Fußgänger und Radfahrer – und Wartende auf Bänken. Ist das nicht gefährlich?

Man muss sich erst einmal das Bild ansehen um zu verstehen, was da Sache ist: Man ist auf die Idee gekommen, dass die normale Aufteilung einer Straße, also ganz außen Gehweg, dann Radweg und ganz innen die Fahrbahn, ja ganz schön blöd wäre, wenn an eine Bushaltestelle die Fahrgäste aussteigen, denn die müssen dann ja schließlich erst einmal den Radweg überqueren. Die Lösung ist in Neubrandenburg ganz einfach: Man vertauscht einfach Geh- und Radweg. Gedacht, getan, beschildert: Der Gehweg verläuft jetzt zwischen der Fahrbahn und dem Radweg.

Das kapiert natürlich kein Mensch.

Die Probleme haben mit dem ambitionierten Tausch der Verkehrsflächen natürlich erst angefangen. Frust kommt auf, denn der Bus kommt nicht, da wird mancher gerne auf der Sitzbank Platz nehmen wollen, aber die steht ja nun dummerweise auf dem Radweg. Da kommt man als Fußgänger im Grunde genommen gar nicht mehr hin, mal ganz abgesehen davon, dass es schon eine recht dreiste Idee ist, auf einem Radweg eine Sitzbank aufzustellen. Die ist zwar immerhin im Boden verschraubt, kann also nach einer durchzechten Nacht nicht umgeschmissen werden, stellt aber trotzdem ein Hindernis auf dem Radweg dar.

Nun haben es Sitzbänke so ansich, dass auch mal jemand darauf sitzt und wenn dann jemand darauf sitzt, dann ragen dessen Füße auch noch eine gewisse Strecke in den Radweg herein. Und vielleicht will der, der sich da ausruht, auch nicht ständig die Radfahrer direkt vor seinen Füßen herumflitzen haben. Der Radweg ist zwar an der fraglichen Stelle vernünftig breit, aber so richtig Freude kommt angesichts dieser lustigen Idee gar nicht mehr auf.

Immerhin: Nun sollen die Sitzbänke nach hinten in die Grünfläche versetzt werden; offenbar sogar so weit, dass auch Platz für längere Beine abseits des Radweges bleibt. Bleibt nur das Problem, dass nun noch jeder durchblicken muss, welche Seite für Radfahrer und welche für Fußgänger vorgesehen ist. Auch wenn die Stelle momentan nicht als Unfallschwerpunkt in Erscheinung getreten ist, dürfte das einiges an Verwirrung stiften.

4 Gedanken zu „Sitzbänke auf Radwegen“

  1. Vielleicht gibt es dann noch einen Zebrastreifen über den Radweg zur Sitzbank? Oder ein Hinweisschild „Achtung Fußgänger“ oder besser noch „Radfahrer absteigen“?
    Aber so ähnliche Fälle hat es auch in Hamburg mit Sitzbänken unmittelbar am schmalen Radweg . . .

  2. Also die Anordnung von Fahrbahn – Gehweg – Radweg, war da schon immer so. Nur vor dem Umbau war der Radweg bei Weitem nicht so breit wie auf dem Bild und die Bänke standen ordnungsgemäß auf dem Gehweg, sodass man als Radler immer schön hinter den Bänken entlang fuhr.

    Der jetzige Zustand geht natürlich gar nicht. Ist aber leider nicht die einzige Stelle in meiner Heimatstadt wo Fußgänger und Radfahrer massiv beeinträchtigt werden.

  3. Die Bänke stehen jetzt nicht mehr auf dem Radweg.

    [img]http://up.picr.de/17935945vq.jpg[/img]

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