Sieben Städte auf zwei Rädern

Auf Zukunft Mobilität gibt’s die Übersetzung eines sehr lesenswerten Beitrags: Auf der Suche nach der fahrradfreundlichsten Stadt: Eine Reise durch sieben Städte auf zwei Rädern

Sind die Gesundheitsvorteile, die man durch das Fahrrad fahren wortwörtlich erfährt, das Risiko eines Unfalls wert? Lesley Evans Ogden hat auf der Suche nach einer Antwort auf diese Frage sieben Städte auf zwei Rädern erkundet.

Ein kurzer Spoiler sei erlaubt: Deutsche Städte fallen natürlich nicht in die Auswahl einer fahrradfreundlichen Stadt.

4 Gedanken zu „Sieben Städte auf zwei Rädern“

  1. Der Artikel wägt einerseits Gesundheitsvorteile gegen Unfallrisiken ab, bringt aber auch erneut das Thema Separierung vs. Mischverkehr auf den Tisch. Ein Thema, das noch lange nicht ausdiskutiert ist.

  2. „Ein kurzer Spoiler sei erlaubt: Deutsche Städte fallen natürlich nicht in die Auswahl einer fahrradfreundlichen Stadt.“

    Klar.

    ABER ich bin gestern durch ein regelrechtes Radfahrerparadies gefahren. *Festhalten* -> Duisburg!
    Weshalb? Weil ich mich vorher durch das dumme Dorf an der Düssel und durch Ratingen gekämpft habeund ach ja, vor dem dummen Dorf auch noch durch Mettmann und Erkrath gefahren bin.

    Ich sage nie wieder etwas gegen Duisburg. Dort konnte so derart, also vergleichsweise, bequem und geradzu luxuriös, v.a. aber auffallend stressarm durchfahren, dass ich dachte ich sei im falschen Film.

    Bin gestern „mal eben“ ins dumme Dorf gefahren, was abholen. Der Tag war 223km „lang“. Das absolute Hochlicht aber war *Trommelwirbel* LÜNEN. Dort bin ich schon länger nicht mehr gewesen und klammheimlich hat die Stadt Lünen ein immerhin ca. 1km langes Stück entlang der B61 zwischen der Kreuzung mit der B54/236 und östlich heraus (abzw. Zwolle Allee) mit einem so gutem Radweg versehen, dass mir vor Staunen die Spucke weggeblieben ist. Saubere Linienführung, sehr gute Breite, fast keinerlei Kanten und v.a. GUT GETEERT! Der Wahnsinn.
    Okay, ist zwar nur halbseitig und daher Beidrichtungsverkehr und incl. Fußgängern, aber dort ist kein Wohngebiet. Muss ich irgendwann nochmal einige Bilder von machen (und auch von der Kante kurz nach dem Stück, wo ich mir mal nen Snakebite und ne kaputte Felge eingehandelt habe).

    1. Ich war letztes Jahr nach umzig Jahren mal wieder in meiner Geburtsstadt Duisburg.
      Ich bin fast vom Glauben abgefallen, viele von den fürchterlichen Hoppelwegelchen
      hatten keinen blauen Lolli mehr. Ende der 90er war Düsburch noch durchgebläut,
      aber man konnte auch da schon auf der Fahrbahn fahren ohne das man übermäßig
      häufig belästigt oder gar gefährdet wurde. In den 80ern ging das noch nicht und
      man konnt sicher sein, daß die Rennleitung einschritt. Das blecherne „Rattweech!“
      aus dem Lautsprecher hab ich immer noch im Ohr.
      Die mit Abstand schönste Stadt zum Radfahrern ist Paris gewesen, das war aber zu
      einer Zeit, als Paris noch gar keine Radwege hatte. Ich bin noch nie so schnell,
      bequem und sicher durch eine „richtige“ Stadt gekommen. Es ging dort auch
      erstaunlich flott voran und die KFZ-Führer haben einen als gleichberechtigten
      Verkehrsteilnehmer behandelt. Überhaupt war ich sehr begeistert von
      Frankreich, auch auf stark befahrenen RN wurde nicht riskant überholt, nicht
      gehupt und gepöbelt und die Überholabstände (selbst die von LKW) waren kein
      bischen besorgniserregend. Die vorgeschriebenen 1,50 m wurden natürlich auch
      nicht immer eingehalten, aber wenn es mal knapper wurde, sind die halt vom Gas
      gegangen und haben sehr vorsichtig überholt, im Gegenzug rückt man als Radfahrer
      dann ja auch ein wenig näher an den Fahrbahnrand.
      Hier in Deutschland vermitteln einem die Autofahrer oft den Eindruck man würde
      nicht gesehen werden, weil sie ohne mit der Wimper zu zucken, zu eng und zu schnell
      überholen. Ich weiß natürlich, das ich wahrgenommen werde und das mich niemand
      absichtlich über den Haufen fahren will, aber es werden seitens der Autofahrer völlig
      sinnlos unnötige Risiken eingegangen. In Frankreich war das ganz anders, da ging man
      eben einfach mal vom Gas, wenn es nötig war.
      Hier (Raum Kiel) hat es sich aber in den letzten Jahren sehr gebessert und
      das ist gut so, denn mit steigendem Radverkehrsanteil sind Radwege hier
      mittlerweile kaum noch sinnvoll benutzbar. Zusätzlich zu der üblichen
      Rechtsabbiegerproblematik hat man permanent nur Konflikte mit anderen
      Radfahrern, die auf Kollisionskurs gehen und bleiben, völlig willenlos und
      ohne Ankündigung mal rechts, mal links, auf dem Radweg fahren oder einfach
      nur auf ihr Vorderrad starren und Fußgänger und die Qualität der Radwegoberflächen
      fange ich besser gar nicht erst an…
      Amsterdam fand ich gar schrecklich. Mit Radfahren hat das wenig zu tun.
      3-4 Pedalumdrehungen machen und dann ist man schon zu schnell und
      außerdem hatte ich die ganze Zeit nur Schiß ich würde von anderen Radfahrern
      von der Seite abgeschossen werden, wenn die meinen Fahrweg kreuzten.
      Man fährt einfach dahin, wo gerade Platz ist. Wenn ich dort wohnen würde, dann
      würde ich mir für längere Strecken einen Motorroller zulegen und ansonsten
      laufen.

      1. „Amsterdam …. und außerdem hatte ich die ganze Zeit nur Schiß ich würde von anderen Radfahrern
        von der Seite abgeschossen werden, wenn die meinen Fahrweg kreuzten.“

        *lach*
        Erlebnisse in genau der Art hat wohl jeder Neu-Münsteraner auch gemacht und dann, früher oder später, gelernt, dass es solange passt, wie man die eigene Geschwindigkeit, sei es nun als Fußgänger oder Radfahrer, dann nicht verändert und schwupps hatte man einander passiert, zwar oft knapp, aber eben genau passend.
        Konnte man und kann vielleicht immer noch gut beobachten am Übergang Prinzipalmarkt/Klemens- und Ludgeristr.(FuZo). Ich musste da eigentlich nur dann bremsen, wenn irgendjemand auf einmal verunsichert stehenblieb oder Ausweichmanöver startete. 😉

        Ich gebe zu, das ist sehr gewöhnungsbedürftig, aber so in der Weise wird in vielen niederländischen Städten gefahren und es funktioniert.

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