Schranken für die FDP

Total großartig — Klaus-Peter von Lüdeke von der FDP fordert die Beschrankung von Radwegen, um Rotlichtverstöße zu verhindern:

Kann eine Schranke Rot-Radler stoppen?

179 Unfälle gab es 2011, weil Radfahrer Ampeln missachteten. FDP-Politiker von Lüdeke will daher durchgreifen.

Aber ob gerade Schranken das Mittel der Wahl darstellen? Wer kühn genug ist, über eine rote Ampel in den Querverkehr zu hüpfen, wird sich von einer rot-weißen Sperre wohl kaum aufhalten lassen.

Leider ist sowohl der Artikel als auch die Fotomontage falsch: die Schranke müsste, so sie denn die Unfallzahlen der Radfahrer senken soll, parallel zur Fahrtrichtung angebracht sein, um rechtsabbiegende Kraftfahrzeuge zurückzuhalten. Auch wenn die B.Z. prominent die „7376 Unfälle mit Radfahrern“ anführt, sind offenbar nur 179 aufgrund der Missachtung roter Lichtzeichen verursacht worden: das sind nicht einmal 2,5 Prozent. Von den verbleibenden 97,5 Prozent hingegen dürfte ein wesentlicher Teil von unaufmerksamen Kraftfahrern beim Rechtsabbiegevorgang ohne Vorsicht und Schulterblick umgemäht worden sein.

Aber dagegen möchte in der Politik natürlich niemand angehen — wie sähe es denn aus, stünde die Vermutung im Raum, deutsche Kraftfahrer könnten aus Unachtsamkeit andere Verkehrsteilnehmer gefährden? Nein, die Not ist offenbar gar so groß, dass die FDP sogar vor blödsinnigen Vorschlägen wie der Schranke nicht zurückschreckt. Primär dürfte es hier wohl kaum um Sicherheit gehen, eher liegt hier offensichtlich der verzweifelte Versuch her, den Kampfradler in den Medien zu positionieren.

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