„Schluss mit der aufstachelnden Berichterstattung!“

Der SPIEGEL kann es nicht lassen und tut sein bestes, um die propagierte schlechte Stimmung im Straßenverkehr weiter aufrecht zu erhalten. Der neuste Artikel beschäftigt sich mit den Zusendungen zu den letzten Artikeln der Mobilitäts-Reihe, ohne sich aber so recht mit den Zusendungen zu beschäftigen — stattdessen werden die bereits bekannten Meinungen und Vorurteile angeführt. Da klagt der eine:

„Ich erlebe es täglich, dass mich die Autofahrer anschauen und trotzdem weiterfahren. Sie denken wohl, der wird schon bremsen, obwohl ich eindeutig Vorfahrt habe.“

Und andere:

Manche plädieren für das Wiedereinführen von Nummernschildern für Radfahrer: „Früher gab es das auch schon mal.“

Natürlich darf auch die böse Polizei nicht fehlen:

Oft genug stünden die Polizeiwagen mitten auf dem Fahrradstreifen. Spreche man die Beamten darauf an, könne man Sätze hören wie: „Wir sind im Dienst. Sie können uns gar nichts.“

Platte Sätze, die ohne eine Betrachtung der Hintergründe auskommen, sind natürlich bequem geschrieben, aber wenig zielführend, sofern man denn etwas anderes vorhatte als bloßes Herumstänkern. Insofern ist der klügste Absatz wohl noch dieser:

Umso bemerkenswerter ist, dass sie, sobald sie auf dem Rad oder im Auto sitzen, zu vergessen scheinen, wie es sich in der anderen Position anfühlt. Alle beteuern unisono, sich möglichst vorbildlich zu verhalten, Gefahrenquellen und Hindernisse im Auge zu behalten – von ein paar roten Ampeln mal abgesehen – und die Geschwindigkeit dem Verkehrsfluss anzupassen. Es überwiegt die Klage über den jeweils anderen Verkehrsteilnehmer.

Womöglich handelt es sich ja gar nicht um einen Konflikt zwischen Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern, sondern einen Konflikt zwischen Menschen, den man sicherlich diskutieren könnte, wenn man denn möchte. SPIEGEL ONLINE hat dazu natürlich ein Forum eröffnet, indem sich wie üblich die Radfahrer und Autofahrer gegenseitig ihre abgedroschenen Argumente an den Kopf werfen.

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