Rüpel-Radler auf Zebrastreifen: Alles falsch

Tipp zur Morgenlektüre: Andrea Reidl vom Velophil-Blog hat sich ebenfalls an der ACE-Studie abgearbeitet: “Rüpel-Radler”: ACE verbreitet falsche Info zur Zebrastreifen-Nutzung

Als Ergebnis einer neuen Studie beschreibt der Auto Club Europa (ACE) Fahrradfahrer als “Zebrastreifen-Muffel” und “Rüpel-Radler”, weil sie angeblich die Regeln nicht beachteten. Dieses Fazit ist erstaunlich und teilweise falsch.

3 Gedanken zu „Rüpel-Radler auf Zebrastreifen: Alles falsch“

  1. Was mir spontan besonders sauer aufstößt, sind die Zahlen zu der sog. „Studie“, ehrenamtliche Helfer haben “ 30.055 Kraftfahrern, 36.073 Fußgängern und 13.324 Radfahrer“ beobachtet.
    Da frage ich mich schon wo da genau beobachtet wurde und zu welcher Tageszeit, v.a. aber an wie WENIGEN Orten! Ich verwette mein letztes Hemd, das jene sog. Studie nicht ansatzweise die Grundvoraussetzungen für Repräsentativität erfahren hat und jene ehrenamtlichen Helferlein irgendwelche Amateure mit ohne ausreichende Ahnung sind.

    Kurz: Die ganze Soße ist das Papier nicht wert, auf dem sie steht. Aber vielleicht ist das ja deren Beitrag zum Karneval? Tä-tääää, tä-tääää, tä-täääää

  2. „Als Ergebnis einer neuen Studie beschreibt der Auto Club Europa (ACE) Fahrradfahrer als “Zebrastreifen-Muffel” und “Rüpel-Radler”, weil sie angeblich die Regeln nicht beachteten. Dieses Fazit ist erstaunlich und teilweise falsch.“
    Richtig ist, dass die „Studie“ ihr Papier nicht wert ist.

    Richtig ist aber auch, dass sehr viele Radfahrer nicht bereit sind, ihren „flow“ von Fußgängern, und seien sie auch auf Zebrastreifen unterwegs, beeinträchtigen zu lassen.
    Mich, der ich fast immer den Fußgängern an Zebrastreifen, durch ostentatives Runterbremsen, Blickkontakt und Zunicken oder auch mal durch Anhalten, Vorrecht lasse, gucken Fußgänger immer wieder erstaunt an. Ohne Ermunterung (Zunicken) sind sie zumeist zu verängstigt, um von ihrem Vorrang Gebrauch zu machen. Sie sind ganz offensichtlich vom üblichen Radfahrerverhalten darauf gedrillt, Radfahrer vorzulassen und ihnen besser nicht in die Quere zu kommen.

    Analog: Das Abbiegeverhalten vieler (der meisten?) Radler gegen Fußgänger ähnelt dem von Autofahrern gegen Radler. Nur nicht so viele Tote und Verletzte. Aber auch hier gilt zumeist: Flow ist King. Der Stärkere/Schnellere hat Recht + Vorfahrt.
    Auf eine Beschwerde hin ist ein „Ist doch nichts passiert, ey!“ noch eine Antwort der freundlicheren Art.

    Wäre dies der Kern der Studie, und nicht Radfahrer seien die größte Gefahr, dann wäre etwas Wahres dran. Das kann man, wenn schon nicht gleich ändern, so doch mal zugeben.

  3. Ach ja, Rüpel-Radler und ein kompetenter Auto – Klub, Mal wieder…
    Die Sicherheit von Fußgängern ist diesen Klubs offenbar eine echte Herzensangelegenheit!
    jetzt müssen auch müssen soo aufwändige Studien her, um diese Chaoten zu entlarven.
    Auf die Idee, einfach Publikationen des Statistischen Bundesamts zu lesen kommt da keiner?
    z.B. Hier:
    https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/TransportVerkehr/Verkehrsunfaelle/VerkehrsunfaelleJ2080700127004.pdf?__blob=publicationFile

    „VERKEHRSUNFÄLLE 2012“, einfach auf S 250 nachschauen:
    Ursachen von Straßenverkehrsunfällen 2012
    Fehlverhalten der Fahrzeugführer[…] bei Unfällen mit Personenschaden:
    Falsches Verhalten gegenüber Fußgängern an Fußgängerüberwegen:
    KFZ: 1713
    Radfahrer: 39

    Na lieber ACE, war das jetzt so schwer?
    Leider stützt ein Verhältnis von 39:1713 (also 2,3%) bei 11% Radverkehrsanteil deine „Rüpel-Radler These“ nicht gerade gut. Also, lieber ACE, da dir die Sicherheit von Fußgängern so am Herzen liegt: Könnte es sein, dass man jenseits der Nebelkerze „Schuldzuweisung mittels Rüpel-Radlern und Reflektionswesten“ noch ein gewisses Potential nutzen könnte, um die Sicherheit von Fußgängern relevant zu erhöhen?

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