Ramsauer stürzt sich ins nächste Gefecht

Das schöne an dem so gennanten Krieg auf der Straße sind ja die vielen herrlich-stumpfen Phrasen, die sich da als Überschrift aufdrängen. Peter Ramsauer, seines Zeichens Bundesverkehrsminister, hat wieder gesprochen: Verkehrsminister Ramsauer über Fahrrad-Rambos und den Aufstand gegen Aufbau-Ost

In dem Interview gibt’s drei Fragen zu Fahrradfahrern und die erste lautet schon:

Wie sind Fahrrad-Rambos zu stoppen?

Eigentlich mag man schon bei dieser Frage nicht mehr weiterlesen, kündigt sie doch das übliche Niveau an, mit dem solche Themen diskutiert werden. Die Antwort ist dagegen ganz überraschend sachlich und konstruktiv:

Es läuft viel über Aufklärung. Dazu hat mein Haus im Herbst 2011 ein umfassendes Verkehrssicherheitsprogramm gestartet. Und um ein großes Publikum zu erreichen, bin ich an WDR-Intendantin Monika Piel herangetreten. Ich setze mich bei ihr als Inhaberin der Senderechte dafür ein, dass die ARD ihre legendäre Verkehrserziehungssendung „Der 7. Sinn“ wieder ins Programm nimmt. Die Sendung könnte zum Beispiel sonntags vor der Tagesschau ausgestrahlt werden.

Das mangelnde Wissen über sicheres Radfahren ist eine These, die auch auf dieser Seite schon häufig vertreten wurde. Könnte man allen Verkehrsteilnehmern klarmachen, dass Gehwege generell nicht zum Beradeln geeignet sind und keineswegs jeder Radweg benutzt werden muss und schon gar nicht auf der linken Straßenseite, wäre tatsächlich viel gewonnen.

Planen Sie auch Maßnahmen gegen Trunkenheit am Fahrradlenker?

Ich sage klipp und klar, wer betrunken ist, gehört auch nicht aufs Rad. Er gefährdet sich und andere. Gesetzlichen Regelungsbedarf sehe ich derzeit aber nicht.

Na gut, betrunkene Radfahrer gehören nun wirklich noch nicht zum täglichen Straßenbild. Interessantes Detail: viele der betrunkenen Radfahrer sind offenbar so genannte „Nur-Autofahrer“, die abends in der Kneipe doch noch etwas trinken wollen und sich wider jeglicher Vernunft auf den Sattel setzen, um ihren Führerschein zu schützen.

Wann kommt die Pflicht zum Fahrradhelm für alle?

Ich will das Bewusstsein dafür schärfen, dass der Helm mehr Sicherheit schafft und Leben retten kann. Dass nicht jeder Radfahrer einen Helm tragen will, weiß ich. Aber die Tragequote sollte in den kommenden Jahren auf mehr als 50 Prozent steigen. Ich sehe bereits eine Trendumkehr: Von 2009 auf 2010 ist die Quote der Helmträger von elf auf neun Prozent gesunken. Dagegen gibt es von 2010 auf 2011 wieder einen Sprung nach oben auf elf Prozent. Bei Kindern von sechs bis zehn Jahren sieht es noch besser aus: 56 statt zuvor 38 Prozent radeln jetzt mit Helm. In der Altersgruppe der Elf- bis 16-Jährigen stieg die Helmquote von 15 auf 19 Prozent. Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung, die ich mit Informationskampagnen weiter verstärken möchte. Das heißt: Weiter so. Helm auf – zur eigenen Sicherheit.

Über Fahrradhelme und vor allem deren Sicherheit und eine Helmpflicht wurde hier nun wirklich schon genügend diskutiert. Insofern kann man sich wohl entspannt zurücklehnen, denn angesichts der relativ kurzen Liste von Ideen, die Ramsauer seit seinem Amtsantritt umsetzen konnte, ist eine Helmpflicht in absehbarer Zukunft tatsächlich unwahrscheinlich.

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