„Radwege müssen genutzt werden“

Obwohl sie gefühlt keine großen Auswirkungen zeigen, stehen ständig Artikel in den Zeitungen, die das Radfahren erklären wollen. Es scheint sich also tatsächlich um ein seltsames Mysterium zu handeln, dieses Rad, und die Verkehrsregeln, auf deren Einhaltung gerade Autofahrer immmer gerne pochen, die scheinen gerade auf dem Rad nicht so gängig zu sein.

Die Frage ist nur, wieso dann solche Überschriften ins Redaktionssystem purzeln: Radwege müssen genutzt werden

Frühlingszeit ist Fahrradzeit. Nicht selten aber gibt es rechtliche Probleme. Die Straßenverkehrsordnung regelt die Details – und Richter bemühen immer wieder den Bußgeldkatalog.

„Radwege müssen genutzt werden“ ist ja nun eindeutig eine Fehlinformation. Und warum die dann gleich noch mit einem Foto garniert wird, in der ein Radfahrer offensichtlich in eine brenzlige Situation geraten ist, naja, das bleibt wohl ein Geheimnis.

Die WELT hat das ein bisschen besser hinbekommen: Handy verboten, Suff erst ab 1,6 Promille strafbar

Für Radfahrer gibt es eigene Verkehrsregeln. Bis zu 100 Euro kostet das Überfahren einer roten Ampel und bringt schlimmstenfalls Punkte in Flensburg. Bei Alkohol am Lenker sind die Regeln lockerer.

Die Berliner Zeitung hingegen ist vollkommen gescheitert: Radfahren: Das ist erlaubt und das ist verboten

Auch wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, muss sich an Verkehrsregeln halten. Ein Radfahrer aus Münster bekommt das drastisch zu spüren. Er wird mit mehr als zwei Promille Alkohol im Blut auf dem Rad erwischt und hat jetzt Radfahrverbot.

Am Fußgängerüberweg verunglückt der Autor wie erwartet:

Ähnliches erwartet Radler, die einen Zebrastreifen missachten. Wer nicht vorher absteigt und sein Rad über den Streifen schiebt, riskiert 40 Euro Strafe und einen Punkt in Flensburg. Hinzu kommt, dass bei Strafen ab 40 Euro immer noch Verwaltungsgebühren von 20 bis 40 Euro berechnet werden.

Es gibt kein Bußgeld dafür, einen Zebrastreifen zu nutzen, wobei der Autor die Nutzung offensichtlich mit Missachtung gleichstellt. Ein Radfahrer bekommt mit einem Fußgängerüberweg nunmal keinen Vorrang, aber das war es auch schon.

Ganz witzig:

Aber kennen tun diese ganzen Regelungen nur die wenigsten. Und die Zahl derer, die sich daran halten, ist laut Gewerkschaft der Polizei (GdP) noch geringer. Die Verkehrsverstöße von Radfahrern hätten in den vergangenen Jahren sogar stetig zugenommen.

Auch die Polizei kennt längst nicht alle Feinheiten in der Straßenverkehrs-Ordnung, schon gar nicht was die vielen komplizierten Regeln für Radfahrer angeht.

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