Radschnellweg: Radverkehrsförderung ist nicht vermittelbar

Es ist schon traurig: in Gegenden mit hohem Radverkehrsanteil gibt es selbstverständlich Radschnellwege. In den Niederlanden gehören sie längst zum Straßenbild, Kopenhagen zieht in den nächsten Jahren gar mehrere Radschnellwege quer durch die Innenstadt. Und in Deutschland? Hier bekommt man für 110 Millionen Euro eine knapp hundert Kilometer lange Verbindung zwischen Hamm und Duisburg oder noch nicht einmal einen Kilometer Autobahn.

Trotzdem sah sich der Oberbürgermeister der Stadt Dortmund nicht in der Lage, seinen Wählern diese bemerkenswerte Investition zu vermitteln — für den Radschnellweg, ein offenbar einzigartiges Projekt in Deutschland, bedeutet das mutmaßlich das Ende. Im Ruhrgebiet mit einem Radverkehrsanteil von deutlich unter zehn Prozent gilt das Fahrrad eben eher als Transportmittel für arme Leute oder als Sportgerät, einen Radschnellweg, auf dem sich sogar der tägliche Weg zur Arbeit auf zwei Rädern bewältigen lässt, braucht dort niemand.

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