Radfahrer haben Recht auf Ersatzrad

Was einst für Kraftfahrzeuge eingeführt wurde, gilt nun auch für Radfahrer:

Ein Radfahrer, der regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit fährt und auf dem Weg dorthin unverschuldet in einen Unfall verwickelt wird, hat die gleichen Rechte wie ein Autofahrer: Er bekommt für die Zeit des Nutzungsausfalls eine Entschädigung.

Das Landgericht Lübeck sprach für einen Zeitraum von 35 Tagen immerhin 200 Euro zu.

4 Gedanken zu „Radfahrer haben Recht auf Ersatzrad“

  1. Das war m.W. schon lange so. Mir wurde dergleichen schon bei einer Anfrage vor knapp 20 Jahren erzählt. Aber sicherlich wissen es nicht allzu viele Personen und von daher kann es wohl nicht schaden, das hier nochmal zu posten.

    1. Mir waren bislang nur ein paar Fälle bekannt, bei denen der Radfahrer mehr oder weniger freundlich abgefertigt wurde, weil es ja nur ein Fahrrad war, das eher als Freizeitgerät klassifiziert wird.

      1. Also ich bin mir sehr sicher, Anfang/Mitte der Neunziger schon in de.rec.fahrrad Empfehlungen (geraten: von Bernd Sluka) gelesen zu haben, im Falle eines Unfalles bei der gegnerischen Versicherung Nutzungsausfall für die Dauer der Reparatur geltend zu machen – wenn ich mich recht erinnere, belief sich die empfohlene Summe auf irgendwas im Bereich von 10-20 DM pro Tag.

        PS: gerade ergoogelt:

        „Nutzungsausfall Fahrraeder!

        Wer nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall sein Auto nicht nutzen kann, hat Anspruch auf einen Mietwagen oder Nutzungsausfall. Ob auch fuer beschaedigte Fahrraeder Nutzungsausfall zu zahlen ist, darueber waren sich die Gerichte bislang uneinig. Noch 1992 hat das Landgericht Hamburg dem Fahrrad einen messbaren wirtschaftlichen Wert abgesprochen.

        Jetzt hat erstmals ein hoeheres Gericht auf einen Fahrradnutzungsausfall von 20,00 DM pro Tag entschieden.
        Gerade in der heutigen Zeit, so meinten die Richter, diene
        das Fahrrad nicht mehr nur der Freizeitgestaltung. Es sei
        auch eine Alternative, um Arbeitsstätte, Schule oder
        Universitaet zu erreichen. Ausserdem diene es dem
        Umweltschutz. Daher sprach sich das Kammergericht Berlin selbst dann fuer einen Nutzungsausfall aus, wenn der Geschaedigte neben dem Fahrrad noch ein Auto hat. Es gehe nicht an, dass derjenige „bestraft“ werde, der sich fuer das umweltfreundlichste Fortbewegungsmittel entschieden habe.

        Kammergericht Berlin (Az 18 U 1276/92) „

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