„Radfahren bei diesem Wetter ist gefährlich und nicht gerade intelligent.“

Der prinzipiell überraschend fahrradfreundliche Berliner Tagesspiegel hat einen ganz unverfänglichen Artikel über den winterlichen Straßenverkehr im Angebot: Achtung, heute Nacht wird es richtig rutschig

Schnee, Eis und Matsch liegen nach einem winterlichen Wochenende auf Berlins Straßen, zudem gab es am Morgen massive Verspätungen bei der S-Bahn. Achtung, liebe Leserinnen und Leser: Heute Nacht und am Dienstagfrüh ist höchste Vorsicht geboten.

Leider fragt Ronja Spiesser zum Schluss:

Wie kommen Sie durch den Verkehr in Berlin, liebe Leserinnen, liebe Leser? Sind die Straßen vor Ihrem Büro oder Zuhause geräumt? Schicken Sie uns Ihre Eindrücke und Bilder aus dem winterlichen Berlin an leserbilder@tagesspiegel.de!

Leider hat mindestens einer der Leser offenbar auch einen Radfahrer im winterlichen Treiben auf der Straße ausgemacht. Fahrradfahren gilt durch die Windschutzscheibe hindurch eh immer als ganz besonders schlimm und gefährlich, mancher Kraftfahrer mag sich tatsächlich nicht vorstellen, wie sich ein verantwortungsvoller Mensch überhaupt in einer Innenstadt mit dem Rad bewegen kann, aber beim Fahrradfahren im Winter wird anderes Vokabular hervorgekramt. Und so entwickelte sich die übliche Diskussion in den Kommentaren.

Ganz besonders interessant ist auch hier die Begründung: der Autofahrer könnte ja eventuell nicht mehr bremsen und überführe den Radling geradewegs. Das mag sicherlich zutreffend sein, wenn der Kraftfahrer nämlich nichts von Sicherheitsabständen hält und seinem Unverständnis gegenüber dem winterlichen Radfahrer Luft macht, indem er sich ganz besonders verkehrsgefährdend verhält. Das erinnert immer wieder an die klugen Ratschläge durchs Beifahrerfenster, dass das Radfahren doch so gefährlich sei, bevor der Kraftfahrer zur Untermauerung seiner These den zweirädrigen Empfänger seiner Thesen an den rechten Kantstein drängelt, damit er ja nicht noch einmal hier aufs Rad steigt.

Konsequenterweise müsste im Winter das Autofahren verboten werden: schließlich geht es wenigstens mit Spikereifen auf dem Rad ganz wie auf Schienen zum Ziel, während die Kraftfahrzeuge noch an der Kreuzung verrutschen.

9 Gedanken zu „„Radfahren bei diesem Wetter ist gefährlich und nicht gerade intelligent.““

  1. Ich lese hier öfter von spikereifen und frage mich wie das in der praxis funktioniert. Hat hier jeder ein extra winterrad, wechselt ihr die reifen je nach wetterlage, gibt es schneekettenähnliche spikeumschnaller fürs rad oder fährt man im winter einfach durchgehend mit den spikes egal ob eis liegt oder nicht?

    1. Ich habe am letzten Wochenende, also mit dem ersten Schnee die Reifen wechseln lassen, die Spikereifen bleiben jetzt auch noch wenigstens bis zum ungefähren Ende der Wintersaison drauf. Schwalbe behauptet, die Spikes der Marathon Winter seien so verschleißarm, dass sie auch im Sommer gefahren werden könnten, aber mit Spikes fährt es sich natürlich etwas anstrengender und lauter. Pumpt man den Reifen kräftig auf, berühren die Spikes nur noch bei Kurvenfahrten den Boden, dann bemerkt man kaum noch einen Unterschied. Sobald wieder Schnee und Eis die Straßenverhältnisse bestimmen, wird etwas Luft abgelassen und schon geht’s wieder los.

      Mit einem Zweitrad wäre es natürlich noch einfacher, da kann man bei grünen Weihnachten mit dem Sommerrad fahren 😉

      Ansonsten kann ich dir echt nur empfehlen, solche Reifen mal draufzubasteln, du wärst der erste, der davon nicht begeistert wäre.

    2. Bei Eis und Schnee fahre ich auch mit Spikereifen (Schwalbe Ice Spiker Pro). Man kann damit auch ganz normal auf Asphalt fahren. Das schadet den Spikes nicht. Man soll die Reifen sogar die ersten 50km auf Asphalt einfahren. Mann sollte dabei nur darauf achten die Räder nicht blockieren oder durchdrehen zu lassen.
      Ich persönlich montiere die Spikes erst wenn absehbar ist, dass Eis und Schnee ca. mindestens ne Woche liegen bleiben. Andersherum werden die normalen Reifen wieder montiert, wenn es ein paar Tage (mind. 4) lang kein Eis oder Schnee gibt. Ein Reifenwechsel dauert ja nun nicht wirklich lange.

    3. Ich fahre nun schon die 5. oder 6. Wintersaison mit Spikes. Ich bin sehr zufrieden. Ich bin schon immer ganzjährig Rad gefahren, aber mit den Spikes ist es im Winter angenehmer. Die Spikes kommen in der Regel vor dem ersten Winterwetter drauf und im Frühjahr wieder runter. Dann wird auf „Sommerreifen“ gewechselt. 😉

  2. Kleiner Tipp zum Erhalt der seelischen Gesundheit:

    Die Kommentare im Tagesspiegel sollte man einfach ignorieren oder im besten Fall überhaupt nicht lesen. Die Trolle, die ihre Hetze dort unter jeden Fahrradartikel schütten, ignorieren neben Fakten und allgemeiner Menschlichkeit auch gerne mal das Strafrecht und rufen mehr oder weniger offen zur Jagd auf. Es gibt auch kein Ressort des TS, in dem so viel und so reflexhaft kommentiert wird und keines, bei dem das Niveau der Kommentatoren derart unterirdisch ist. Der Erkenntnisgewinn ist gleich null … also: Keine Zeit damit vergeuden!

  3. Das Winterwetter macht zwar momentan Pause, aber dunkel und nass/neblig ist es ja trotzdem. Deswegen wollte ich mal kurz meinen persönlichen Eindruck der letzten zwei Tage hier festhalten.
    In diesen zwei Tagen bin ich gegen alle Gewohnheiten mit dem Auto zur Arbeit gefahren (musste auf dem Heimweg größere/schwere Sachen transportieren und mein Stadtrad war vorübergehen nicht verkehrstauglich). Mein Eindruck dabei war, dass ich bei dunklem feuchtem Wetter im Auto sehr viel weniger vom Verkehrsgeschehen mitbekomme als auf dem Rad. Das liegt zum einen an Tropfen/Schlieren auf den Scheiben (dadurch wird das Licht der anderen Autos breiter gestreucht was zu mehr Blendung führt) die sich bei diesem Wetter nun mal auch nicht mit dem Scheibenwischer im Dauereinsatz und häufigem Nutzen des Wischwassers vollkommen vermeiden lassen. Zum anderen beschlagen auch gern die hinteren Seitenscheiben. Da muss man dann beim Abbiegen noch extremer Aufpassen als sonst schon. Neben diesen wetterbedingten Sichteinschränkungen, gibt es dann noch die A-, B- und C-Säulen die zusammen mit Kopfstützen die Rundumsicht noch weiter behindern.
    Fazit: Ich bin froh, dass ich heute wieder mit dem reparierten Rad die 20km zur Arbeit fahren konnte und nicht das Gefühl hatte zu wenig sehen zu können.

  4. Da ich keine Spikes habe, gibt es Tage, an denen ich nicht mit dem Rad fahre. Das sind allerdings Tage, an denen auch das Fahren mit dem Auto nicht unbedingt ratsam ist, und der Weg zu Fuß zur nächsten ÖPNV-Haltestelle ist zumindest etwas beschwerlicher.
    Und ansonsten muss ich halt akzeptieren, dass ich den Wetterbedingungen angepasst fahren muss, wie auch bei jedem anderen Fahrzeug. Wer aber, wie zumindest einer der Kommentatoren beim Tagesspiegel, das Fahrrad grundsätzlich nicht als Verkehrsmittel wahrnimmt, kann das wahrscheinlich nicht nachvollziehen. Wenn Radfahren nur mein Hobby wäre, dann würde ich bei schlechtem Wetter auch darauf verzichten.

  5. vielleicht denkt ihr ja auch mal daran den radweg zu benutzen anstatt mit euern fharrädern die straße zu blockier. es gibt auch leute die zur arbeit müssen oder ihre kinder zur schule fahren z.b. meint ihr die owllen EWIGkeiten hinter euch herfahren weil ihr euch zu fein für den radweg seit? manchmal ist die arroganz der FAHRRADFHRARER kaum auszuhalten wartet mal biss euch die polizei erwischt ey

    1. Jasses – da passen Rechtschreibung und Verkehrsintelligenz ja mal wieder gut zusammen. Hoffentlich betreibst Du keine gefährlichen Maschinen in der Öffentlichkeit.

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