Oldenburg: Fahrräder auf der Fahrbahn erlaubt

Die Stadt Oldenburg hat festgestellt, dass es sowohl bei Rad- als auch bei Kraftfahrern noch mit dem Wissen über § 2 Abs. 4 StVO mangelt: Dass Radfahrer seit nunmehr fünfzehn Jahren bei nicht benutzungspflichtigen Radwegen auch auf der Fahrbahn pedalieren dürfen, hat sich noch längst nicht herumgesprochen.

An einigen ausgewählten Straßen sollen daher neue Verkehrsschilder für Klarheit sorgen: Neue Schilder und Markierungen für Fahrbahnnutzung

Wer in den nächsten Wochen aufmerksam durch Oldenburg fährt, wird neue Hinweisschilder und Markierungen für den Radverkehr entdecken. Mit Hilfe dieser optischen Signale soll das Radfahren auf der Fahrbahn erleichtert werden.

In Köln wurden auf der Krefelder Straße vor einiger Zeit ähnliche Schilder aufgestellt, die allerdings ungleich größer sind. Bei beiden Varianten gilt aber: Der Kraftfahrzeugführer muss sie erst einmal erkennen, lesen und dann auch noch seinen eventuell aufgestauten Missmut nicht mit der Hupe ausdrücken. Denn unabhängig davon, ob das Fahrbahnradeln nun erlaubt ist oder nicht, gibt es auch in eindeutigen Situationen mitunter Konflikte. Es bleibt abzuwarten, ob solche Schilder tatsächlich für ein friedlicheres Miteinander sorgen können.

2 Gedanken zu „Oldenburg: Fahrräder auf der Fahrbahn erlaubt“

  1. Solche Schilder sind dauerhaft aufgestellt kontraproduktiv. Sie vermitteln den Autofahrer nicht, daß das fahren auf der Fahrbahn der Normalfall ist, von welchem nur in Ausnahmefällen abgewichen werden sollte, sondern es entsteht der Eindruck das Radwege grundsätzlich zu benutzen sind, außer wenn deren Benutzung durch diese Schilder aufgehoben wird. Sonst wären diese Schilder ja nicht extra nötig. Genau deshalb verbietet die StVO in § 39 auch das aufstellen unnötiger Verkehrszeichen.

    Zu diesem Verhalten gibt es noch mehr Beispiele. Oft parken Kraftfahrer an stellen, die dafür viel zu eng sind. In der Folge wird vielerorts nicht abgeschleppt, sondern Beschildert. Das ist ja auch einfacher. Jetzt gibt es nun genug Kraftfahrer, die an Engstellen parken und darauf angesprochen (weil man selber kaum vorbei kommt) sich mit „hier steht kein Schild“ herausreden. Man gewöhnt den Leuten durch soetwas wirklich das eigenständige Denken ab. Furchtbar.

    1. Ich würde dem Einwand in der allgemeinen Form folgen und auch das konkrete Schild, das in der Gestaltung einem Zusatzzeichen entspricht, ist da nicht unbedingt hilfreich. Generell wäre es aber nicht verkehrt, im Sinne einer allgemeinen Verkehrserziehung oder besser Verkehrswissensvermittlung diese Information einmal breit an die Verkehrsteilnehmer heranzutragen. Dafür würden sicher auch andere Medien wie z.B. Verkehrsinformationssysteme in Frage kommen. Warum steht da immer nur „Wir wünschen Gute Fahrt“ wenn grad kein Stau auf der Ausfallstraße anliegt?

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