Österreich: „Beim Thema Auto setzt die Vernunft aus“

Wenn sich ein Land als „Autonation“ bezeichnen durfte, so war das in der Vergangenheit Deutschland mit seiner Autoindustrie, seinen Autobahnen ohne Tempolimit und vielleicht auch mit seinen schlechten Radwegen. Tatsächlich sind allerdings in Österreich bezogen auf die Einwohnerzahl mehr Kraftfahrzeuge zugelassen als in Deutschland — und das Verhältnis der Österreicher zu ihren Autos scheint nicht minder bemerkenswert als das ihrer nördlichen Nachbarn. Eva Linsinger und Edith Beinhart haben einen sehr lesenswerten Artikel zu diesem Thema verfasst: Gefährlicher Wahnsinn Auto

Das Auto – es ist laut, stinkt, frisst Platz und zerstört Leben. Jedes Jahr sterben weltweit über drei Millionen Menschen am Verkehr. Autofahren ist kein Grundrecht, sondern oft einfach nur verrückt. Dennoch ist die Debatte darüber schrill und hysterisch. Besonders in Österreich.

Vieles davon ließe sich wohl problemlos auch auf Deutschland übertragen, insbesondere wenn Zitate fallen wie „Neue Radwege bitte erst dann, wenn wir das Problem der Parkplätze gelöst haben“ oder „In Österreich herrscht eine weitreichende, kaum hinterfragte Durchdringung des Alltags durch das Auto vor.“ Vermutlich dürften sogar die fahrradunfreundlichsten Städte Deutschlands mit ihrem Radverkehrsanteil über dem österreichischen Durchschnitt liegen, der in Graz gerade einmal 16 Prozent erreicht und ansonsten nicht einmal bei der Hälfte herumdümpelt.

Die Österreicher stehen übrigens auch bezogen auf ihre Diskussionskultur den Deutschen in nichts nach: die Kommentare zum Artikel sind wie immer sehr interessant.

Ein Gedanke zu „Österreich: „Beim Thema Auto setzt die Vernunft aus““

  1. Hagen, knapp 200.000 Einwohner, hat 2% Radverkehrsanteil, in Worten: ZWEI PROZENT. Stuttgart trotz „Radverkehrsförderung“ 5%, Mönchengladbach 7%, Bochum 6%, Essen 3%, Witten 3%, Gera 4%, dagegen z.B. Innsbruck 14%, Salzburg 16%.

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