Nummernschilder haben keinen Einfluss auf das Unfallgeschehen

Es vergeht eigentlich keine Woche, in der in Deutschland nicht auf irgendeiner Hinterbank im Parlament nach dem Fahrradkennzeichen gerufen wird. Meistens fußt die Forderung allerdings auf der reinen Bestrafung des Radverkehres: den abertausenden Rotlichtverstößen pro Tag, so geht die Argumentation, könne nur mit einem Kennzeichen begegnet werden. Dabei ist man sich nicht zu schade, Parallelen zur schweizerischen Velovignette zu ziehen, die mehr ein Versicherungshinweis in Miniaturausgabe als ein richtiges Kennzeichen war, das sich aus mehr als zehn Zentimetern noch ablesen ließ. Andere, womöglich wirkungsvollere Maßnahmen, etwa die Erhöhung der durchschnittlichen Regelkenntnis, damit der Verkehrsteilnehmer überhaupt weiß, wofür er denn gerade ein Bußgeld bezahlt, finden überhaupt keinen Eingang in die Argumentation — die bloße Abstrafung des Fahrrades scheint teilweise im Vordergrund zu stehen. Mit rationalen Argumenten ist da nichts zu gewinnen.

Der berlinradler schreibt bei der Rad-Spannerei: Kennzeichen für Radfahrer?

Der Aufsatz endet mit dem Fazit:

Wenngleich die Strafverfolgung in einzelnen Fällen erleichtert sein könnte – immerhin 632 Radfahrer flüchteten 2011 nach Unfällen – wird man bei der Unfallvermeidung auf andere Maßnahmen zurückgreifen müssen. Die drastisch höheren Unfallquoten von (kennzeichenpflichtigen) Kraftfahrzeugen lassen erahnen, dass Nummernschilder keinen Einfluss auf das Unfallgeschehen haben.

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