Noch mehr Meinungen zum Fahrradhelm-Urteil

  • Aus dem Velophil-Blog: Falsches Signal: Mitschuld beim Radfahren ohne Helm

    Erst kürzlich hat sich Verkehrsminister Peter Ramsauer ausdrücklich gegen die Helmpflicht für Radfahrer ausgesprochen. Jetzt versucht das Oberlandesgericht Schleswig-Holstein sie mit einem Urteil durch die Hintertür einzuführen. Radfahrer tragen bei Unfällen eine Mitschuld, wenn sie ohne Helm unterwegs waren, der ihre Kopfverletzungen gemindert hätte, urteilte am Montag das OLG. Das ist ein falsches Signal an die Rad- und Autofahrer in Deutschland.

  • Noch mal Velophil: Helm, ja bitte, aber nicht immer!

    Ich bin Helmträgerin, meistens – und ich bin gegen die Helmpflicht. Für mich ist das kein Widerspruch. Es gibt Situationen, in denen ich selbstverständlich einen Helm überstreife, aber es gibt ebenso viele Fahrrad-Momente, in denen ich nie auf die Idee käme, einen Helm zu tragen.

  • Die ZEIT schreibt: Richter geben Radlern ohne Helm Unfall-Mitschuld

    Eine Radfahrerin verletzte sich bei einem Unfall am Kopf. Mit Helm wären die Schäden geringer gewesen, urteilte ein Oberlandesgericht – und kürzte das Schmerzensgeld.

  • Rechtsanwalt Thomas Kümmerle schreibt: Helmpflicht für Radler durch die Hintertür?

    Das Schleswig-Holsteinische OLG entschied am gestrigen Tag, dass ein Radfahrer, der im öffentlichen Straßenverkehr mit einem anderen – sich verkehrswidrig verhaltenden – Verkehrsteilnehmer (Kfz; Radfahrer usw.) kollidiert und infolge des unfallbedingten Sturzes Kopfverletzungen erleidet, die ein Fahrradhelm verhindert oder gemindert hätte, sich grundsätzlich ein Mitverschulden wegen Nichttragens eines Fahrradhelms anrechnen lassen müsse. Schon rauscht es durch den Blätterwald, dass damit quasi die Helmpflicht für Radler eingeführt sei.

  • Frank Patalong meint: Radeln auf eigene Gefahr

    Was für ein Aufreger: Ein Gericht in Schleswig-Holstein gab einer Radfahrerin eine Teilschuld an einem Unfall, weil sie keinen Helm trug. Das Urteil ist zwar umstritten, aber nicht ungewöhnlich. Das Eingehen von Risiken wird oft bestraft – auch wenn man dabei kein Recht bricht.

  • Ebenfalls bei SPIEGEL ONLINE: Fahrrad-Club wehrt sich gegen Helm-Urteil

    Der Streit um das Fahrradhelm-Urteil geht weiter. Ein Gericht hatte entschieden, dass Radfahrer ohne Helm eine Mitschuld tragen, wenn sie sich bei einem Unfall mit einem anderen Verkehrsteilnehmer am Kopf verletzen. Gegen diese Rechtsprechung will die Radler-Lobby nun vorgehen.

  • Michael Kleine-Möllhoff schreibt im ADFC-Blog über eine Helmpflicht durch Gerichte?

    Unabhängig von einer grundsätzlichen Diskussion zur Wirksamkeit von Fahrradhelmen ist dieses Urteil bemerkenswert. Durch dieses Urteil wird eine Helmpflicht durch die Hintertür der Rechtsprechung eingeführt. Wer nicht auf seinem Schaden sitzenbleiben will, sollte also immer mit Helm Rad fahren.

  • Ekkart Kleinod meint: Helmpflicht durch die Hintertür – Gedanken zu Fehlurteil und Fahrradhelmen

    Fast jeder hat diese Woche von dem Urteil gehört, dass einer Radfahrerin eine 20%ige Mitschuld an ihrem Unfall gab, weil sie keinen Helm trug. Viele Medien haben berichtet, darunter seriöse wie die Rad-Spannerei und semiseriöse wie das ehemalige Nachrichtenmagazin oder die FAZ.

  • Urteil nicht haltbar: VSF g.e.V. kritisiert OLG scharf
  • Wolfgang A. Leidigkeit schreibt im Versicherungsjournal: Fahrradunfall mit fatalen Folgen

    Erleidet ein Fahrradfahrer, der ohne Helm unterwegs ist, bei einer Kollision mit einem sich verkehrswidrig verhaltenden Verkehrsteilnehmer eine Kopfverletzung, die ein Fahrradhelm verhindert oder gemindert hätte, so muss er sich grundsätzlich ein Mitverschulden wegen Nichttragens eines Helms anrechnen lassen. Das hat der 7. Zivilsenat des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts mit Urteil vom 5. Juni 2013 entschieden (Az.: 7 U 11/12).

  • Pressemitteilung des ADFC: Mitverschulden ohne Fahrradhelm: ADFC kritisiert Urteil

    Der ADFC kritisiert ein Urteil des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts. Dieses hatte entschieden, dass Radfahrer ohne Helm beim Zusammenstoß mit einem Auto eine Mitschuld tragen, wenn der Helm bei einem Sturz Kopfverletzungen verhindert oder gemindert hätte. Dies gelte auch dann, wenn der Unfallgegner den Unfall allein verursacht hat (Urteil vom 5. Juni 2013; Az. 7 U 11/12).

  • Der VCD meint: Selber-Schuld: Helm-Urteil gibt falsches Signal an Verkehrsteilnehmer

    Unfallvermeidung muss im Vordergrund stehen

  • Gernot Kramper befürchtet: Ohne Helm zum Freiwild erklärt

    Eine achtlos geöffnete Autotür fegt eine Frau vom Rad. Für die Folgen sei sie zum Teil selber schuld, weil sie ohne Helm fuhr, urteilt das Oberlandesgericht Schleswig. So werden Opfer zu Tätern.

  • Aus dem Tagesspiegel: Ohne Kopfschutz wird es oft tödlich

    Helmpflicht oder nicht? Die Diskussion weckt große Emotionen bei Auto- und bei Radfahrern, wie auch an den Kommentaren auf unserer Seite abzulesen ist. Eine gesetzliche Vorschrift wäre fraglos ein großer Eingriff für Radfahrer. Andererseits ist die Schutzwirkung unbestreitbar hoch.

  • Marlene Weiss meint: Helm auf, aber freiwillig

    89 Prozent der deutschen Radler fahren ohne Helm. Das ist ihr gutes Recht. Ob eine Helmpflicht für ein höheres Maß an Verkehrssicherheit sorgt, ist zweifelhaft. Klar ist jedoch: Mehr Sicherheit kann es nur gemeinsam mit den Autofahrern geben.

Ein Gedanke zu „Noch mehr Meinungen zum Fahrradhelm-Urteil“

  1. peinlicher richter – bezahlt von den/der versicherungen ??? wie schon viele andere urteile und die auch noch immer im namen des volkes 🙁 hauptsache dem auto ist nichts passiert!) armer rechtsstaat, für was noch versichern wenn ich den schaden dann eh selbst übernehmen soll, oder auch nur einen teil, 500.000€ kosten a 20%, danke, beantrage dann wohl besser heute schon mal die private insolvenz!!! lachhaft – wie vieles in der politik -> nur zum wohle der lobbys.
    wann kapiert der bürger endlich das wir nur noch verarscht, entmündigt und langsam aber sicher unserer grundrechte beraubt werden!

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