Münster: Fahrradstadt a. D.

In den Westfählischen Nachrichten wird bemängelt, dass Münster den Titel einer Vorzeige-Fahrradstadt eigentlich nicht mehr verdient hätte: Münster muss um Titel „Fahrradhauptstadt“ kämpfen

Noch trägt Münster den Titel der heimlichen Fahrradhauptstadt in Deutschland. Aber wie lange noch? Der ADFC kritisiert den Umgang mit Fahrrädern in dieser Stadt und befürchtet, dass Münster den Titel Fahrradhauptstadt loswerden könnte.

Es geht dabei um weit mehr als nur die fehlenden Abstellmöglichkeiten oder die engen Radwege. Es kursieren vollkommen unterschiedliche Meinungen darüber, ob in Münster gerade wegen oder trotz der Fahrradinfrastruktur so viel geradelt wird, aber offenbar wird man sich langsam einig, dass es so nicht weitergehen kann.

2 Gedanken zu „Münster: Fahrradstadt a. D.“

  1. nicht „Fahrradstadt a.D.“, sondern „Fahrradstadt emer.“
    Denn wie beim Professor emeritus bleibt die die Lehrbefugnis (hier Studientouren) erhalten, auch wenn die Methodiken sich auf ’s letzte Jahrtausend beschränken. Eine dieser Studiengruppen auswärtiger Verkehrsplaner würde ich gern mal an der Radstation abfangen und eine leicht abgeänderte Strecke fahren…

  2. Ich bin letztens mal wieder durch Münster gefahren und habe dabei den Großteil all dessens erlebt, was Münster für Radfahrer so zu bieten hat. Das bedeutet in erster und zweiter Linie: Radwege und jene gibt es in allen Ausprägungen, also von gelungen, über gut, weniger, gut, gar nicht gut, schlecht und indiskutabel. Aber unabhängig davon trifft man dort v.a. auf GANZ VIELE RADFAHRER, ebenso in allen Ausprägungen.
    Ich war an ein paar Stellen angenehm überrascht und an anderen Stellen musste ich, wie immer, verflucht aufpassen um das Unfallrisiko im erträglichen Rahmen zu halten.

    Klar hat Münster viele Probleme und speziell bei der Radinfrastruktur sehr lange eine verdammte Menge verpennt bzw. taugliche Gesamtlösungen offenbar nicht gewollt. Wer über genug Ortskenntnis verfügt, kennt die besonderen Gefahrenstellen und kann auch über „Schleichwege“ die problematischen Ecken umfahren. Wer es aber eilig hat, oder eben nicht über ausreichend Ortskenntnis verfügt, oder nicht das passende Rad hat, oder vielleicht auch nen Anhänger hinterher zieht, der hat halt gerne auch einfach Pech gehabt.
    Manche Einschätzung ist aber auch der Hinterfragen an sich wert, also die Art und Weise des Einschätzens mal hinterfragen. Wie kommt man zu bestimmten Bewertungen und Sichtweisen? Ich denke das sollte unbedingt auch in Darstellungen eingebaut sein, denn sonst können sich Aussenstehende nur ganz schwer, oder auch gar nicht, ein ungefähres Bild machen.

    Ich würde schon sagen, dass man in Münster an vielen Stellen sehr gute Lösungen und Umsetzungen hat, jedoch – und hier kommt jetzt eine gewisse Luxusperspektive ins Spiel – wird dabei mitunter immer noch der letzte Schritt zur Perfektion (absichtlich?) vermieden.
    Der Gesetzgeber sieht diese „Perfektion“ vor, aber macht sie auch immer Sinn? Um da zu einer ausgewogeneren Antwort zu gelangen, empfehle ich entsprechend perfekte Radverkehrsanlagen in Nachbarländern mal selber zu erfahren und zu erleben, was damit dort so alles mehr möglich ist, wenn die Bevölkerung mit solcherart guten Voraussetzungen auch gut und gerne umzugehen weiß.

    … Ein weites Feld …

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