MOPO: Noch immer kein „Absteigen am Zebrastreifen“

Es wäre zuviel verlangt, jetzt jeden einzelnen Zeitungsartikel zu korrigieren, der die fehlerhafte Interpretation der Straßenverkehrs-Ordnung aus der Pressemitteilung des Auto Club Europa über Fußgängerüberwege an seine Leserschaft multipliziert. Eine Glanzleistung ist aber der Hamburger Morgenpost vor einigen Tagen gelungen, als in der Print-Ausgabe getitelt wurde: Absteigen am Zebrastreifen

Die Fehlinterpretation aus der Überschrift zieht sich wie ein roter Faden durch die Einleitung („Sonst droht Radlern 20 Euro Bußgeld“) und den Untertitel des dazugehörigen Symbolfotos („Am Zebrastreifen absteigen, sonst droht ein Bußgeld“). Welcher Tatbestand aus dem Bußgeldkatalog hier vorliegen soll, ist auch eine Woche nach der ACE-Kampagne nicht klar, obwohl die 20 Euro Bußgeld in beinahe jeder Ecke des Internets erwähnt wurden:

Radfahrer müssen am Zebrastreifen absteigen, wenn sie eine Straße überqueren wollen. Fahren Sie darüber, riskieren Sie ein Bußgeld von 20 Euro, sagt Reiner Hillgärtner vom Auto Club Europa (ACE).

Anstatt den Rest der Pressemitteilung zu rezitieren und Radfahrer zur Befolgung der Verkehrsregeln aufzufordern, wäre doch mal der umgekehrte Weg interessant: Wann halten sich denn endlich Journalisten und der Auto Club Europa an die Verkehrsregeln und hören auf, das Märchen vom verbotenen Radeln am Fußgängerüberweg zu verbreiten? Die meisten Paragraphen aus der Straßenverkehrs-Ordnung sind ja so schwer dann doch nicht zu verstehen, dass man sie nicht mit dem Textverständnis, dass einem Journalisten eigentlich kraft seiner Ausbildung und Tätigkeit innewohnen sollte, durchdringen und wiedergeben könnte.

Ein Gedanke zu „MOPO: Noch immer kein „Absteigen am Zebrastreifen““

  1. MOPO: noch immer müssen vorhandene Radwege benutzt werden:
    http://www.mopo.de/motor/-fahrrad-promillegrenze-bussgeld-punkte-flensburg,5066778,25001244,item,3.html
    Ansonsten zahlt der Radel-Rüpel 20 €.

    Wer glaubt denn, dass ein MOPO-Journalist mal einen Gesetzestext in die Hand nimmt? Ich glaube, dass Journalismus heute anders aussieht. Das Tröstliche an solchen Falschmeldungen ist, dass sie anscheinend nicht lange in den Köpfen der Leser abgespeichert werden, sonst würde nicht alle paar Wochen der selbe Quatsch verzapft werden…

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