Lastkraftwagen-Unfall: Trotz Sturzhelm tot

Gibt es eigentlich zum Ausklang der Fahrradsaison auch nur einen einzigen Unfallbericht, der dem Fahrradhelm-Thema einigermaßen neutral begegnet? Diese Meldung aus Heilbronn strotzt geradezu vor Verwunderung, dass der Radfahrer nach einer Kollision mit einem Lastkraftwagen, der ein offenbar längerer Flug durch die Luft folgte, schließlich im Krankenhaus verstarb — schließlich trug er einen Fahrradhelm: Radfahrer stirbt nach Zusammenstoß mit Lastwagen

14 Gedanken zu „Lastkraftwagen-Unfall: Trotz Sturzhelm tot“

  1. Katholizismus trifft Esoterik?

    Wenn der Fahrradhelm mittlerweile für ein Schutzamulett gehalten wird, das den Träger unverwundbar macht, ist Helmtragen fauler Zauber.

    Wenn ich schon beim Thema bin: Woher kommt eigentlich die These, dass Radfahrer mit Helm knapper überholt werden als Radler ohne Helm? Ist das eine gefühlte Wahrheit, oder hat da mal jemand nachgemessen?

  2. Sich wundern ist doch schon mal ein Fortschritt. Üblicherweise lassen Journalisten sonst bei schweren Kopfverletzungen mit Helm den Leser darüber im Unklaren, ob ein Helm getragen wurde.

  3. Gut find ich die info, das der LKW Fahrer dabei nich verletzt wurde. Ist schon mächtig gefährlich son Radfahrer für die Fahrgastzelle eines 12tonners.

  4. Auch wenn das bei rot Fahren hier nicht entschuldigt werden soll/kann, und wenn er schon fährt dann muss er erst recht dreimal mehr gucken… Warum werden Führer von Kraftfahrzeugen nicht daran erinnert auch bei grün immer mit den Fehlern anderern zu rechnen und mit angepasster! Geschwindigkeit zu fahren. Wenn ich so Fahrrad fahren würde wie Kfz-Lenker ihr tonnenschweres Gefährt durch die Gegend kutschieren wäre ich spätestens nach ner Woche TOT.

    1. Was erwartest Du vom KFZ /LKW – Lenker. Dieser sitzt von der Außenwelt schallisoliert in seiner Blechkiste und bekommt von Wind und Wetter und der Umwelt nichts mit.
      Oft passiert es mir, dass ich als Radfahrer an einer grünen Ampel als Einziger stehen bleibe, weil nur ich das Martinshorn des heranrasenden Krankenwagens hören konnte. Der Rest steht fünf Sekunden später dem Rettungsfahrzeug im Weg.

    2. Hallo,
      unfallursächlich war hier der Unfallbeschreibung nach der Rotlichtverstoß des Radfahrers.
      Ich gehe als Verkehrsteilnehmer grundsätzlich auch davon aus, dass ich rechts und link alle stehen bleiben, wenn ich grün habe; als Radfahrer/Fußgänger schaue ich natürlich sicherheitshalber nochmal, ob Abbiegende mich sehen.

      Hier sollten wir dem LKW-Fahrer keine übermäßige Schuld zuschieben (Stichwort: Blaming).

      1. Warum nicht, andersherum wird doch auch immer gerne auf die „gegenseitige Rücksichtnahme“ = „Radfahrer haben zu bremsen“ hingewiesen. Das geht doch hier genauso:
        „Wieso hat der nicht gebremst, der hat doch sehen müssen das der Radfahrer nicht stehenbleibt – selber schuld wenn da was passiert! Hätta man besser Rücksicht genommen!“
        Ach ja, er hatte ja wohl auch keinen Helm auf – da sieht mans mal wieder!

        Tschuldigung, aber das musste jetzt sein 😉

  5. Die Heilbronner Gegend und Umgegend (das ist die Gegend hinter der direkt zu sehenden Gegend 😉 ) ist für derartige Berichterstattung bekannt. Zumindest verlinkt ein Bekannter, der etwas südlich wohnt, regelmäßig Zeitungsartikel ähnlich dümmlicher Machart.

    @Irene: In Berlin haben einige das mal in einem aufwendigem Selbstversuch durchgetestet. Sie bestückten nen Fahrrad mit ner Kamera und fuhren dann ein bestimmte Straßenstück viele Male hoch und runter, mal mit und mal ohne Helm und haben dann die vielen Überholvergänge ausgewertet. Heraus kam die Autos überholten durchschnittlich enger, wenn ein Helm getragen wurde.
    Wäre natürlich schön, wenn so etwas mal im Rahmen einer harten wissenschaftlichen Studie, also sozusagen offiziell, so untersucht und belegt würde, dass die Ergebnisse dann auf einer größeren und damit glaubwürdigeren Datenbasis stehen.

  6. Hi
    mit der anscheinend zunehmenden Verbreitung des Helmtragens werden sich leider auch die Fälle mit schwerer Verletzung oder Todesfolge auch von Helmträgern steigern. Und vielleicht zeigt dann die Praxis, auch den oft zitierten Unfallchirurgen, dass die Schutzwirkung des Helmes wirlich sehr begrenzt ist.

    Ich selber fahre allderdings seit Jahren immer mit Helm. Als Bergmann bin ich Helmtragen gewohnt und fühle mich irgendwie unwohl, wenn ich ihn mal, was sehr selten passiert, vergesse aufzusetzen.
    Ich bin aber weit davon entfernt, ihn anderen vorzuschreiben, die ihn aus welchem Grunde auch immer nicht anziehen wollen.

    bye
    Jupp

  7. Anscheinend stehe ich gerade auf dem Schlauch. Ich habe den Bericht anders aufgefasst. Den Satz „..trotz Schutzhelms tödlich verletzt worden.“ kann man doch auch als Hinweis an alle notorischen Helmerzwinger lesen, dass ein Helm eben nicht das Allerheilmittel ist.

    Zum Thema Abstand beim überholen hatte ich vor etwa 2 Jahren mal eine Studie gelesen, die sich damit beschäftigte. (leider weiss ich die Quelle nicht mehr.) Soweit ich mich erinnere werden demnach Personen die „unsportlich“ gekleidet sind (kein Lycra, kein Helm) und (weibliche) Personen mit langen Haaren mit größerem Abstand überholt. Hoffe das führt jetzt nicht zu einer gesetzlichen Perückenpflicht, obwohl diese sinnvoller wäre als eine Helmpflicht. 😉

    1. So sehe ich das auch.
      Klingt für mich jedenfalls eher nach: „Helm hat rein gar nichts genutzt“ und nicht nach „Ohne Helm bist du tod!“

      Hätte der Hinweis gefehlt, würde auch wieder über den fehlenden Hinweis gemeckert werden ; )

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.