Kurz korrigiert: Höchstgeschwindigkeit für Radfahrer

Eigentlich ist diese Übersicht von Radio ffn gar nicht so komplett falsch, auch wenn beispielsweise die Komplexität der Ampelregelungen nicht so sehr ausführlich wiedergegeben wurde. Dafür wird sogar der Unterschied zwischen der Straßenverkehrs-Ordnung und der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung differenziert — das gelingt nur den wenigsten Medien: Welche Regeln gelten für Radfahrer?

Das Fahrrad ist gerade im Sommer für Kurzstrecken und in der Stadt eine umweltschonende Alternative zum Auto. Doch auch für Radfahrer gelten Verkehrsregeln. Muss ich auf dem Radweg fahren? Darf ich auf dem Fahrrad Musik hören? Und ist es erlaubt, nebeneinander zu fahren? Das und mehr erfahrt ihr hier.

Zu bemängeln ist da vor allem:

Gibt es eine Höchstgeschwindigkeit für Radfahrer?

Für Fahrräder gilt eine maximale Geschwindigkeit von 30 km/h. Wenn Autos am Radfahrer nicht vorbeikommen, müssen sie ihre Geschwindigkeit verringern und sich an die Geschwindigkeit anpassen.

Die Straßenverkehrs-Ordnung kennt keine allgemeine Höchstgeschwindigkeit für Radfahrer. Innerorts gilt noch nicht einmal das Tempolimit von 50 Kilometern pro Stunde, weil das laut § 3 Abs. 3 Nr. 1 StVO ausdrücklich nur für Kraftfahrzeuge angesetzt ist. Gültig sind hingegen die anderen Geschwindigkeitsbegrenzungen, die etwa mit Zeichen 274 angegeben werden. Auch in Tempo-30-Zonen und in Fahrradstraßen gelten Geschwindigkeitsbegrenzungen für Radfahrer.

9 Gedanken zu „Kurz korrigiert: Höchstgeschwindigkeit für Radfahrer“

    1. Benutzungspflichtiger Radweg? Sonstiger Radweg? „Nur“ Radweg (nicht straßenbegleitend)?

      Wo steht das? Würde mich schon interessieren, insbesondere wieso bei straßenbegleitenden Radwegen auf dem Radweg plötzlich eine andere Höchstgeschwindigkeit gelten soll als auf der Fahrbahn.

  1. Die 30 km/h sind absoluter Quatsch. Die Vorgabe, mit angepasster Geschwindigkeit zu fahren gilt jedoch für alle Verkehrsteilnehmer.

    Ein anderer kurioser Satz ist der hier: „Wenn Autos am Radfahrer nicht vorbeikommen, müssen sie ihre Geschwindigkeit verringern und sich an die Geschwindigkeit anpassen.“ Ist da was dran? Kann ich mir nicht vorstellen….

    1. Falls mit „sie“ die Autofahrer gemeint sind, macht der Satz mehr Sinn. Die Stärke der ffh Redaktion liegt vermutlich nicht im Verstehen von Gesetzestexten und deren unmissverständlicher Wiedergabe.

      1. Der Satz ist korrekt und imho auch nicht missverständlich – höchstens überflüssig (da selbstverständlich). Mit „sie“ sind offensichtlich die erwähnten Autofahrer gemeint. Und natürlich muss sich ein Autofahrer an die Geschwindigkeit des Radfahrers anpassen – etwas anderes bleibt ihm eh nicht übrig,

  2. > “Wenn Autos am Radfahrer nicht vorbeikommen, müssen sie ihre Geschwindigkeit verringern und sich an > die Geschwindigkeit anpassen.” Ist da was dran? Kann ich mir nicht vorstellen….

    Es darf nur überholen, wer eine Gefährdung für sich und andere ausschließen kann. Ist doch ganz normal?

  3. Also der Autofahrer der letzten Samstag unsere Vierergruppe auf der schmalen Straße hügelauf durch den kleinen Ort, mit Karacho vor bzw. in der Linkskurve überholte, hat seine Geschwindigkeit in keiner Weise reduziert, geschweige denn angepasst. Was für den von vorne kommenden PKW bedeutete eine Notvollbremsung hinlegen zu müssen, um den Frontalzusammenstoß mit dem Soester Kleinwagen noch abzuwenden. Was auch gelang, der Kleinwagen sauste unbeeindruckt weiter seines Weges.

    Für Fahrräder gibt es keine allgemeinen Höchstgeschwindigkeiten, mit Ausnahme von abschnittsweise angeordneten Begrenzungen wie eben 30, 50, 70 usw. oder Schritt.
    Die 70 habe ich Samstag bei der Abfahrt von Winterberg über eine erfreulich lange Strecke korrekt halten können. 😀 (Verdammt bin ich wieder schwer…)
    – Wobei nun ja auch besonders Schrittgeschwindigkeit wieder „angesagt“ ist, auf den Gehwegen mit „Radfahrer frei“ Schild!

    Was es aber ansonsten gibt, sind Geschwindigkeiten, die Richter Radfahrern vorhalten, wenn es um Schuld- und Schadensfragen geht. Hier lohnt der Blick in das Buch „Recht für Radfahrer“ von Dietmar Kettler. Da finden sich dann so Sachen wie wer schneller 25 auf Radwegen fährt, trägt deutlich höhere Teilschuld, oder wer innerorts 50 fährt hat auch ne Teilschuld, wenn einem ein Fußgänger auf der Straße vors Rad läuft, weil gewisse hohe Geschwingkeiten von Fahrrädern nicht „normal üblich“ seien und daher niemand damit rechnen müsse (Augen aufmachen und Hirn einschalten zählt wohl als Argument nicht).

    Und für die bisherige Planung von Deutschlands bestens ausgebauten Radwegen, wird wohl eine Höchstgeschwindigkeit von 15km/h zugtrunde gelegt, was allerdings manchen baulichen Mist erklären helfen könnte.
    Aber da ist man ja dabei, dank des Pedelec Booms, nun umzudenken und sogar Geschwindigkeiten von 25km/h auf Radwegen für möglich zu halten. *gröhl*
    Das für einen normalen Ganzjahresradfahrer 25 eine normale Durchschnittsgeschwindigkeit darstellen, spricht sich bei Autofahrern halt nicht herum.

    Und würde man nun auch noch flotte Liegeräder bzw Velomobile mit betrachten, würde der geistige Zumutungshorizont von Radio FFN vermutlich vernichtend gesprengt. Mit VM’s fährt man im Flachen rasch nen Schnitt von deutlich über 40 oder gar 50 (je nach VM Typ und Bumms der Beine der fahrenden Person).

    1. Dass für den normalen Ganzjahresradfahrer Tempo 25 eine normale Durchschnittsgeschwindigkeit sei, ist unrealistisch. Schließlich muss man ja Ampelwartezeiten, Beschleunigungs- und Bremsphasen, vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeiten und angepasste Geschwindigkeiten mit berücksichtigen. Eine durchschnittliche Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h trifft es wohl besser und war ja vermutlich auch gemeint.

      1. Ich komme bei längeren Fahrten innerstädtisch auf ca. 20 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit, würde mich aber als nicht sonderlich sportlich bezeichen (geschweige denn mit Rennrad fahren). „vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeiten“ kommen dabei nicht vor, freigegebe Gehwege oder freigegebene Fußgängerzonen muss man schließlich nicht nutzen, gemeinsame Geh- und Radwege mit RWBP kann man i.d.R. auch umgehen. Bei Fahrten außerhalb geschlossener Ortschaften sind 25 km/h daher nicht unrealistisch.

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