Kraftfahrer verursacht Unfall, Radfahrer trägt keinen Helm

Noch eine kurze Frage zur Nacht: Was ist wohl das wesentliche an einem Unfall? Dass der kraftfahrende Unfallverursacher sich grob ordnungswidrig verhalten hat oder dass das ranfahrende Unfallopfer keinen Helm trug?

In Paderborn ist ein Kraftfahrer vermutlich aus Ungeduld kurzerhand im Stau abgebogen und hat den zu dem Zeitpunkt neben sich befindlichen Radfahrer unfreiwillig mitgenommen: Autofahrer beim Abbiegen mit Radfahrer kollidiert

19 Gedanken zu „Kraftfahrer verursacht Unfall, Radfahrer trägt keinen Helm“

    1. Unfallursache war weder das verweigerte Spaghettisieb noch der Schutzstreifen. Ein Schutzstreifen kann meiner Meinung nach nur verhindern, dass nachfolgende Autofahrer einen Kollisionskurs von hinten fahren, immerhin. Auch können auf dem Schutzstreifen fahrenden Räder im rechten Außenspiegel gesehen werden. Aber da muss man eben auch hinein schauen. Leider sind viele Abbieger ja schon mit dem Setzen des Blinkers total überbeansprucht. Klare Forderung: verpflichtende Abbiegeassistenten und Kollisionswarner. Die Ursachen bekämpfen und nicht die Opfer schikanieren. Auch der seitens von Radfahrern immer wieder geforderte Schulterblick ist natürlich Unsinn. Funktioniert in Lieferwagen und LKW sowieso nicht. Und wie ich, weil mal wieder Auto gefahren, festellen konnte, auch in PKWs nicht. Beifahrer, Beifahrerkopfstütze, Mittelsäule, Dachsäule und meist kleine Fenster, lassen nur eine sehr fragmentarische Sicht zu. Man muss also schon vor dem Abbiegen genau aufpassen, ob da ein Radfahrer unterwegs ist.

      1. Klingt ganz schön nach Ausrede, das mit dem „Schulterblick geht nicht immer“.
        Der Schulterblick ist vom Gesetzgeber afaik in keiner Vorschrift gefordert.
        Lt. §9 Abs. 1, Satz 4: „Vor dem Einordnen und nochmals vor dem Abbiegen ist auf den nachfolgenden Verkehr zu achten; vor dem Abbiegen ist es dann nicht nötig, wenn eine Gefährdung nachfolgenden Verkehrs ausgeschlossen ist.“

        und Abs. 3 konkretisiert “ wenn nötig, ist zu warten.“
        Daraus folgt eben nicht „naja, Schulterblick nicht immer machbar, da kann der Kfz-Lenker ja halt nix dafür“. Daraus folgt vielmehr: wenn ich nichts sehe, darf ich nicht fahren! Oder mich zumindest nur mit äußerster Vorsicht in den Kreuzungsbereich hineinbewegen.
        Oder ich nutze andere Hilfsmittel, um eine Gefährdung auszuschließen. Als da wären: Beifahrer, Hilfsspiegel, Kamerasysteme… gibts alles. Man muss es nur nutzen/einbauen wollen.

        1. >>Klingt ganz schön nach Ausrede, das mit dem “Schulterblick geht nicht immer”.<<

          Kann, muss aber nicht. Ich habe diese Erfahrung im PKW meiner Mutter auch gemacht. Der klassische Schulterblick, den ich einst im Fahrschul Golf 3 lernte und dort auch noch problemlos anwenden konnte, ebenso wie im Passat und vielen anderen PKW, die es heute nicht mehr gibt, ist im Japaner fast nicht möglich! Und ja, es sind die Mittelsäule, dann das hinten kleine und kurze Fenster und die sehr lange(breite?) hintere Säule, die den Blick nach hinten wirksam verhindern! Nervt mich jedesmal ganz kollossal. Aber der ganze Wagen nervt mich, die Sicht nach vorne ist nämlich auch nicht so dolle, fahre den Wagen daher nur höchst ungern.

          1. Die eigene Verantwortungslosigkeit auch noch auf das Blech zu schieben ist schon dreist. Wenn ich nix sehe kann ich eben nich drauflosfahren, was ist daran so schwer? Ich habe kraftfahrzeugtechnisch mit Moped/Motorrad angafangen und erst sehr spät PKW-Führerschein gemacht. Grauenhaft – Säulen, Spiegel, Dach, nix mehr gesehen…

            1. Maik, ich habe das grottenmiese und saudämliche krasse Fehlverhalten von dem Crashautofahrer nicht rechtfertigen wollen, sondern nur bestätigt, dass der Schulterblick nicht immer möglich ist. Das hieraus natürlich nicht das Recht folgt, irgendwie nach Schema „Wildsau“ zu fahren, ist doch wohl klar. Jetzt ausser für gewisse BMW-Knalltüten und Artverwandte.

    1. Krasses Video.

      Wieso beherrschen die Hamburger Autofahrer nicht die grundlegendsten Verkehrsregeln? „Halte bei rot“, „steh nicht im Weg rum“, „bring keinen um“.

      Aber der Politik und der Polizei ist das scheiß egal.
      Hauptsache der Götze auf vier Rädern trägt keine Unannehmlichkeit.

        1. Jo, sog. „Schutzstreifen“ nach schlandischem *hüstel* Vorbild. Hierzulande wird halt bevorzugt nur halbgar gedacht und geplant. In den Niederlanden hingegen wäre der Unfall so kaum möglich gewesen, da ein solcher Streifen dann auch noch mit baulichen Maßnahmen soweit abgetrennt wird, das ein leichtfertiges Überfahren und damit direktes Gefährden der Radfahrer, nicht möglich ist. Ich habe mal eine Stelle herausgesucht, die ich aus eigener Erfahrung kenne http://goo.gl/maps/b6323 man muss etwas warten, bis sich die Streetview Perspektive vollständig geladen hat, aber dann sollte man die „Brote“ erkennen, welche den Radstreifen gegen die übrige Fahrbahn abtrennen.

          Also ganz oder gar nicht, würde ich mal sagen. Entweder man zieht solch einen „Schutzstreifen“ mit allen Konsequenzen richtig durch, oder man läßt es ganz bleiben. Auf jeden Fall finde ich es besser, wenn man eindeutige Verhältnisse vorfindet, weil dann werden solche Unfälle erheblich wirksamer verhindert und darum soll es ja eigentlich gehen, oder?

          1. Es geht nicht nur um Sicherheit. Ich möchte mit dem Fahrrad auch zügig und leicht vorankommen. Und baulich abgetrennte Radwege lassen das spätestens bei erhöhtem Fahrradaufkommen kaum zu. Natürlich auch nicht in Holland. Jede bauliche Abgrenzung stellt zudem eine Unfallgefahr dar, weil sie Ausweichspielräume reduziert. Und überall sichtbar: die Fahrbahnbeläge werden nicht erneuert und verwandeln sich in Holperpisten (Sturzgefahr). Das sind Konzepte von gestern für Autos und Radfahrer von gestern. Die Zukunft heißt vermutlich „Shared Space“ und wird wohl auch Autos mit aktiven Sicherheitssystemen bringen, die hässliche und gefährliche Abgrenzungen und umständliche Radwegführungen überflüssig machen. Aber bis dahin sind noch für Jahrzehnte dicke Bretter zu bohren.

            1. Faxe, echt jetzt, die Niederlande sind anders, anders als Schland. Dort trifft man auf Gewohnheitsradfahrer, die sind anders drauf und anders unterwegs. Sowas gibt es hier zwar auch, aber die Mischung ist eine deutlich andere.
              Zudem habe ich in den Niederlanden zwar auch verkommende Radwegoberflächen gefunden, aber der Häufigkeit war in etwa die, wie die Häufigkeit von wirklich gescheiten Oberflächen hierzulande. Also so ziemlich das Gegenteil der hiesiggen Verhältnisse.

        1. vimeo, aus wiki:
          Um die Suchfunktion des Portals nutzen zu können, muss der Dienst Google Analytics auf dem Webbrowser des Benutzers funktionieren.[6] Zusätzlich darf bei den Webbrowsern Firefox und Google Chrome auch die Einstellung „Privatsphäre schützen“ nicht aktiviert werden.[7] Eine Suche im Videoportal bedingt somit explizit eine Offenlegung des eigenen Surfverhaltens.

        2. Das Video zeigt eindrucksvoll, dass „Gesehen werden“ im Mischverkehr diesen nicht automatisch sicher macht. Der Schwenk auf den vergammelten Radweg zeigt aber auch das ganze Elend heutiger Radwege.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.