Konrad Rothfuchs: „Das Auto macht die Stadt kaputt“

Lektüre zum Frühstück: SPIEGEL ONLINE spricht mit Konrad Rothfuchs, Verkehrsplaner aus Hamburg, über zukünftige Mobilität und die Stadt von morgen: Mobilität der Zukunft: „Das Auto macht die Stadt kaputt“

Das perfekte Auto für die Stadt gibt es nicht. Das sagt der Hamburger Verkehrsplaner Konrad Rothfuchs – und widerspricht damit dem Hersteller BMW, der sein Elektroauto i3 als urbane Revolution preist. Wie sieht dann Mobilität von morgen aus?

3 Gedanken zu „Konrad Rothfuchs: „Das Auto macht die Stadt kaputt““

  1. Verkehrsplaner Rothfuchs hat vollkommen Recht. Wer noch immer nicht sehen will, wie das Auto ganze Städte lebensunwert macht und riesige Flächen zum Rumstehen beansprucht, sollte sich mal untersuchen lassen. Daher: raus mit den hoch subventionierten Blechkisten aus den Städten!

    Wie zu erwarten war, sind die autoverblendeten PS-Ideologen sofort auf Zinne (Kommentare zum Artikel). Sie werden ihr heiligs Blechle wahrscheinlich auch dann noch verteidigen, wenn zwei Drittel ihres Gehalts für Benzin draufgeht und sie eine Tankfüllung brauchen, um einmal durch die Stadt zu stehen. Ich fahre dann lächelnd auf dem Rad an ihnen vorbei und gehe mit meinem Geld shoppen… 😉

  2. Das Problem der Stehzeuge für Kinder ist doch nicht, dass beim Spielen ein Ball auf das Fahrzeug kommen könnte (das war früher auch so, und da hilft es nur, sich gut mit dem Nachbarn zu verstehen und zu hoffen, dass ihm das Kindeswohl wichtiger ist als sein Auto), sondern vielmehr zum einen dass die Autofahrer darauf trainiert wurden, dass die Fahrbahn frei von „Hindernissen“ ist (keine Radfahrer, keine Kinder, keine Mülltonnen, keine Schneehaufen, keine Pfosten, keine Verkehrsschilder,… und was sonst noch alles in der wundersamen Welt abseits der Fahrbahn vorkommen kann). Zum anderen behindern die Stehzeuge (je höher desto mehr) den Blick von der Fahrbahn auf die an den Rand gedrängten Verkehrsteilnehmer.

    Car-Sharing löst diese Probleme jedoch nicht (da es zwar die Größe der einzelnen Fahrzeuge verringern helfen kann, aber es wird dann mehr Stehzeuge (viele Kleinstfahrzeuge, aber eben auch größere für den Einkauf, Urlaub,…) geben, nicht weniger), sondern nur Space Sharing (überall dort wo gewohnt wird).

    Insbesondere Hamburg und München würden auch von einer City-Maut für „Auswärtige“ profitieren.

  3. Guter Artikel. Die Citymaut ist aber politisch schwer durchsetzbar. Leichter durchzusetzen, aber genauso wirksam ist mM. nach eine deutliche Verteuerung von Parkgebühren und Anwohnerparken. Ebenso sollten Stadtverwaltungen endlich ihre anachronistischen Stellplatzsatzungen abschaffen, die Immobilieninvestoren zur Schaffung zahlreicher Parkplätze bei jedem Neubauvorhaben zwingen. Das führt dazu, dass Neubauviertel zwar fast 10 Jahre lang auf eine Schienenanbindung warten müssen, dafür aber jede Wohnung mit einem Tiefgaragenstellplatz verkauft wird. Makler nutzen die Wohnungsnot aus, um Mietern Wohnungen nur im Paket mit einem 80 – 120€ /Monat teuren Stellplatz zu vermieten der von autofreien Bewohnern überhaupt nicht benötigt wird.

    Carsharing ist durchaus sinnvoll. Viele städtische Haushalte wären durchaus bereit ihren Privat-Pkw abzuschaffen, wenn ihnen trotzdem für Großeinkäufe oder Fahrten in entlegene Gegenden ein Auto zu Verfügung steht. Dieses Potential sollte man auch nutzen.

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