Keine Helmpflicht und froh darüber

Wenn es um die Fahrradhelm-Pflicht geht, wird gerne behauptet, dass vor allem die Fahrradhelm-Industrie profitieren würde. Ob es nun tatsächlich angesichts des recht geringen Fahrradhelm-Anteils beim relativ geringen Radverkehrsanteil in Deutschland tatsächlich schon etwas gibt, was unter „Industrie“ klassifiziert werden kann, sei mal dahingestellt — aber die Hersteller von Schutzhelmen wären über eine Helmpflicht offenbar gar nicht mal so froh, wie man zunächst denken könnte, weil man auch hier vermutet, dass eine Helmpflicht bundesweit die Fahrräder in den Keller verbannen könnte: Keine Helmpflicht – und ein Helmhersteller freut sich

Michael Winter führt den größten Radhelm-Hersteller Europas – und freut sich, dass es mit der neuen Koalition keine Helmpflicht geben wird. Denn das Ziel des nachhaltigen Wachstums wäre damit gefährdet.

3 Gedanken zu „Keine Helmpflicht und froh darüber“

  1. Mit dem Satz „Jeder dritte Fahrradfahrer setzt mittlerweile in Deutschland einen Kopfschutz ein“ suggeriert das Blatt eine Helmtragequote von 33 %. Dem dürfte aber nicht so sein, vermutlich (Quellen werden ja nicht angegeben) bezieht sich die Zahl auf Umfragewerte, dass so viele einen Helm besitzen. Die Tragequote dürfte weiter bei 10 % dümpeln.

    1. Aber wenn Helmträger viel seltener radfahren, dann ist das durchaus möglich. Ein Alltagsradler ohne Helm ist halt was anderes wie ein Urlaubsradler mit Helm.
      Das ganze zeigt nur wieder, wie absolut nichtssagend Statistiken sein können.

  2. Herr Winter ist zwar nicht für eine Pflicht, jedoch eben nicht aus einer „gesunden“ Überzeugung heraus, sondern aus rein knallhart kalkuliertem wirtschaftlichem Kalkül! Lieber weiterhin in überschaubarem und gut handhaberm Ausmaß Wachsen = jedes Jahr mehr neue Helme verkaufen, als kurze Zeit riesige Mengen und dann auf leer laufenden Produktionskapazitäten zu sitzen, oder schlimmer noch, der Konkurrenz damit einen größeren Marktanteil zu bescheren.

    Dahinter steckt aber eben doch eine Ausweitung der Helmtragequote, denn sonst ist kontinuierliches Wachstum auf dem hiesigen Markt nur an die schwer vorhersehbaren Zuwächse bei Neunutzern von Fahrrädern möglich. Okay, also sind es letztlich doch zwei Faktoren, auf der dort spekuliert wird und nur der eine Faktor ist nicht im Sinne „des Radfahrens“.

    Jetzt weiß ich wieder, weshalb ich ideologisch motivierte Auseinandersetzungen nicht so dolle sehr mag.

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