Keine Alternative zum Auto auf dem Land

Das Leben auf dem Land gilt gemeinhin als besonders Attraktiv, schließlich wohnt es sich dort fernab vom Lärm und Gestank der Großstadt — nur just auf dem Lande ist das Auto, ein steter Quell des meisten Lärmes und des meisten Gestankes, in der Regel unabdingbar. Die meisten Distanzen sind deutlich größer als in Ballungsräumen, zum Brötchenholen führt kein Weg am Auto vorbei, selbst für den Einkauf müssen mitunter mehrere Stunden eingeplant werden und sofern ein Bus fährt, fährt er meistens nur zwei mal pro Tag — das muss allerdings nicht so bleiben: Annette Jensen schreibt im fairkehr-magazin über die Verpestete Idylle

Landbewohner fahren viel mehr Auto als Städter, nachhaltig ist das nicht. Initiativen versuchen, wichtige Versorgungseinrichtungen zurück aufs Land zu holen oder den ÖPNV zu verbessern.

2 Gedanken zu „Keine Alternative zum Auto auf dem Land“

  1. Das zum Brötchen holen „kein Weg am Auto vorbei“ führt, erlaube ich mir mal, zu relativieren. Ich wohne in einer großen Stadt und seltsamer Weise führt auch hier für viele Zeitgenossen zum Brötchen holen kein Weg am Auto vorbei – obwohl es hier alle paar hundert Meter einen Bäcker gibt. Die einzig relevante Frage ist: Wie weit ist es bis zum Bäcker? Auch auf dem Land dürften das fast nirgends mehr als 5 Kilometer sein. Die mit dem Rad zu fahren, ist ein Klacks und danach hat man noch mehr Appetit auf die frischen Brötchen!

  2. Nachtrag: „Auf dem Land“ sind die Mieten und Immobilienpreise wesentlich niedriger, als in Städten. Man bewohnt also für’s gleiche Geld eine größere Wohnung, meistens ein Haus (daran ist z.B. in Hamburg nur noch als Millionär zu denken). Außerdem ist es auf dem Land ruhiger. Man hat dort also eine höhere Lebensqualität.

    Die Arbeitsplätze liegen aber i.d.R. in der Stadt. Wenn ich jeden Morgen die abertausend Autos sehe, die in die Stadt einfallen, dabei Lärm und Gestank emittieren und für 9 Stunden einen – natürlich kostenlosen – Parkplatz beanspruchen, wird mir im doppelten Sinn schlecht. Das ganze wird von allen Steuerzahlern durch die Kilometerpauschale unterstützt. Für meine deutlich höhere Miete und dafür, dass ich die Umwelt viel weniger belaste, bekomme ich hingegen keinen Cent vom Staat!

    Es ist nicht zu einzusehen, dass es für diese Im-Grünen-Wohnen-aber-mit-dem-Auto-in-die-Stadt-fahren-Pendler völlig selbstverständlich ist, dass sie mit ihren blechernen Umweltvernichtungsmaschinen Tag für Tag die Städte überfluten, weil sie möglichst bequem zur Arbeit fahren wollen. Was wir brauchen, ist eine City-Maut. Ich fordere auch gar keine Abschaffung der Kilometerpauschale, sie sollte sich aber bitte nach der Umweltfreundlichkeit und dem Platzbedarf(!) des Verkehrsmittels richten! Für Pkw dürfte es keinen Cent geben.

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