Kein Waffenstillstand auf der Straße

Es könnte so schön sein: die Temperaturen stimmen im deutschen Norden zwar noch nicht so richtig, aber trotzdem reicht es längst für ein paar entspannte Radtouren — wenn, ja, wenn nur nicht ständig versucht würde, die Straße als Kriegsschauplatz zu inszinieren. Dieses Mal versucht sich Klipp & Klar an einem blutigen Gefecht und schon der Titel zeigt die Wahl der Waffen an: Auto gegen Fahrrad – Krieg auf der Straße?. Das heißt: hier wird gekämpft.

Auf dem Feld stehen sich dieses Mal gegenüber: Bernhard Brink, Schlagerstar und Autonarr, Kerstin Emma Finkelstein, Chefredakteurin der „radzeit“ des Berliner ADFC, Christian Gaebler, SPD, Staatssekretär Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Gunnar Schupelius, Journalist der B.Z., Co-Autor „Deutschland schafft das Auto ab“ und Robert Bartko, zweifacher Olympiasieger und Weltmeister im Radsport. Schon nach der ersten Minute der Sendung ist ziemlich klar, dass es sich überhaupt nicht lohnt, die restlichen 45 Minuten zu ertragen: außer des üblichen Gemetzels wird nichts neues zu erwarten sein.

Da lohnt es sich doch eher, die Dreiviertelstunde in eine kurze Radtour zu investieren.

2 Gedanken zu „Kein Waffenstillstand auf der Straße“

  1. Ich habe mir auch den Rest angetan, deine Erwartung hat sich bestätigt. Da wird wegen 1-2% unbelehrbarer Verkehrsteilnehmer ein Krieg angezettelt, der keiner ist. Statt einfach mal bei allen Verkehrsarten für mehr Rücksicht zu werben, werden die gängigen Klischees bedient („Radfahrer halten sich an keine Regel“, „kein Autofahrer hält sich an Tempolimits“, usw.). Die Diskussion bleibt an der Oberfläche, der Moderator unterbindet jeglichen Tiefgang (es müssen ja alle Punkte auf der Moderationskarte auch angesprochen werden in der kurzen Zeit). Der Sinn solcher Sendungen bleibt mir verborgen.

  2. Abgesehen von der Polemik war die Sendung doch unterhaltsam. Zumal die in Berlin deutlich bessere Bedingungen haben, als z.B. hier in Hamburg. Ich fahre fast jeden Tag aus Wandsbek in die Innenstadt und 2mal die Woche nach Geesthacht zur Arbeit. Und was ich da schon erleben durfte, grenzt tatsächlich teilweise an Wahnsinn und Krieg auf der Straße, wobei ich gar keinen Krieg beabsichtige, sondern selbst in allen Rechten beschnitten werde. Und da ich als Radfahrer keinen schützenden Blechpanzer um mich herum habe, fahre ich vorausschauend um viele gefährliche Situationen zu vermeiden.

    Meine Erfahrung ist auch, dass, wenn ich die Straße benutzen darf, ich deutlich sicherer vorankomme, weil ich vom Autofahrer wahrgenommen werde. Völlig im Gegensatz dazu werde ich regelmäßig in Hamburg von Rechtsabbiegern geschnitten, die mich an der Kreuzung auf dem separaten Radweg nicht im Blickfeld haben.

    Hach ja… da ist so einiges im Argen hier…

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