Kaum noch Chancen für europaweites Tempo 30

Noch bis Mitte November, also noch knapp zwei Monate, will die Europäische Bürgerinitiative „30kmh – macht die Straßen lebenswert“ eine Million Unterschriften sammeln, damit sich die EU-Kommission mit dem Thema befassen muss. Angestrebt wird Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerhalb geschlossener Ortschaften, höhere Geschwindigkeiten sollen nur mit einer speziellen Begründung ausgewiesen werden können. Für unmotorisierte Verkehrsteilnehmer soll sich dadurch eine höhere Sicherheit ergeben, nicht nur beim Fahrbahnradeln, sondern auch für Fußgänger.

Zum jetzigen Zeitpunkt wurden in den vergangenen zehn Monaten 31.630 elektronische Unterschriften gesammelt — also exakt 3,163 Prozent der erforderlichen Million. Da werden wohl nicht einmal vehemente Aufrufe zu Unterschriftenaktionen helfen: Das Ziel wird vermutlich nicht einmal ansatzweise erreicht werden.

4 Gedanken zu „Kaum noch Chancen für europaweites Tempo 30“

  1. Habe meine Unterschrift gerade abgeschickt. 30 km/h sind mir schon auf dem Fahrrad oftmals zu gefährlich. Mit 50 km/h durch unübersichtliche Straßen sausende schwere Blechpanzer stellen objektiv eine extreme Gefahr dar. Tempo 30 ist mehr als genug.

  2. Die geringe (und kaum mehr wachsende) Anzahl von Unterschriften, die auf der Webseite angegeben wird, hat mich schon vor ein paar Monaten gewundert – allerdings ist das vielleicht auch nur ein kleiner Teil der Unterstützer?
    Man kann ja auch „zufuß“, im lokalen Bürgerbüro/-zentrum/-amt, seine Unterstützung bekanntgeben – so hab ich das gemacht – und evtl. werden diese Stimmen erst am Schluß gesammelt und ausgezählt?

  3. Tjo, einerseits schade, andererseits erscheint es mir verständlich. Also das sich europaweit sowenige für das Thema interessieren. Und dann ist es wieder seltsam, denn zumindest in Schland sollte es ein einigermaßen brennendes Thema sein, nur ist es hier wohl noch immer nicht in den Köpfen angekommen.

    Woran es nun letztlich liegt, ist also nicht genauer zu erraten. Vielleicht spielt die Mentalität eine Rolle, vielleicht die öffentliche Wahrnehmung, vielleicht gibt es für sehr viele auch einfach nur dringender Probleme und Fragen.

    Egal. Ich finde es aber wichtig, dass es zumindest in Schland Städte gibt, die sich dieses Themas ernsthaft annehmen. So wird ja in München seit einer Weile ernsthaft diskutiert, einen guten Teil der Stadt, ich meine die Altstadt?, komplett zu einem 30-Bereich zu machen. Das hätte dann schon einige Signalwirkung.

  4. Das ganze ist auch nicht kriegsentscheidend, denn die Beführworter betonen ja gerade, dass bereits der Großteil der Straßen auf 30 km/h beschränkt sind. Ob da jetzt ein 30iger Schild steht oder an der Hauptstraße ein Schild mit 50 km/h ist doch irrelevant.

    Wenn man sich anguckt, wie mit den Interessen von Radfahrern / der Reform der Radwegsbenutzungspflicht Ende der 90iger umgegangen wird, glaube ich auch nicht, dass nur eine Straße mehr Tempo 30 bekommt als es momentan der Fall ist.

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